Deutsche Hochschulforschung soll in die Weltspitze

Von: dpa/hs
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RWTH Aachen
Die RWTH ist eine der exzellenten Universitäten in Deutschland. Foto: dpa

Berlin/Aachen. Mit einer neuen „Exzellenzstrategie“ fördern Bund und Länder Spitzenforschung an zunächst elf Hochschulen ab 2019 mit gut einer halben Milliarde Euro jährlich. Das Eliteprojekt war zuletzt in Gefahr geraten, weil Hamburg Widerstand leistete und Einstimmigkeit der Regierungschefs erforderlich war.

Der nun im Kanzleramt gefundene Kompromiss traf auf Zustimmung in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

Die Exzellenzstrategie folgt der 2006 gestarteten, bisher 4,6 Milliarden Euro teuren Exzellenzinitiative. Der Kompromiss sieht vor, dass die elf Elite-Hochschulen der ersten Förderphase nach sieben Jahren gründlich evaluiert werden. Dann dürften einige Unis aus dem Exzellenzprogramm herausfallen, meinte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU). Frei werdende Plätze würden ausgeschrieben – in jedem Fall sollten aber vier Hochschulen neu zum Zuge kommen.

Der Rektor der RWTH Aachen, Prof. Ernst Schmachtenberg, lobte gegenüber unserer Zeitung die Einigung: „Die Universitäten brauchen den Wettbewerb um beste Forschung so sehr wie der Fußball seine Meisterschaft. Es ist ein wichtiges Element, unsere Fähigkeiten zu erkennen und uns auf neue Anforderungen auszurichten.“ Schmachtenberg betonte weiter, Aachen freue sich „auf die nächs­te Runde, um den erneuten Beweis anzutreten: Die RWTH ist eine der exzellenten Universitäten in Deutschland.“

Wanka unterstrich, die neue Exzellenzstrategie sei ihr „zentrales Projekt im Hochschulbereich in dieser Legislaturperiode“. Sie freue sich, dass in der Runde der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ein Gesamtpaket für Universitäten und Hochschulen beschlossen worden sei. Finanziert wird das Eliteprogramm in Höhe von 533 Millionen Euro zu drei Vierteln vom Bund und zu einem Viertel von den Ländern. Wanka räumte ein, sie hätte auch mit weniger Exzellenz-Unis leben können. Doch nun gebe es die realistische Chance, dass die deutsche Hochschulforschung „in die Weltklasse“ aufrücke.

Neben der Exzellenzstrategie stimmten die Regierungschefs auch dem Programm „Innovative Hochschule“ für kleinere Unis und Fachhochschulen sowie dem Pakt zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses mit 1000 sogenannten Tenure-Track-Stellen unterhalb der Professorenebene zu. Dafür nehmen Bund und Länder insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro in die Hand.

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