Der Lärm ebbt erst 2013 ab

Von: Jan Mönch
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Ab 2013 wirds allmählich lei
Ab 2013 wirds allmählich leiser: Dann soll nämlich das Technikum an der Eilfschornsteinstraße fertig sein. Anschließend wird allerdings der Sammelbau Maschinenwesen saniert. Foto: Harald Krömer

Aachen. Mit 40 Millionen Euro Investitionssumme zählt das Technikum im Herzen des Hochschulviertels zu den ehrgeizigsten Projekten, die derzeit für die RWTH gebaut werden. Begleitet werden die Bauarbeiten von einer beträchtlichen Lärmkulisse.

Ab morgens um 7 Uhr „wird geflext, gehämmert, Beton gemischt und gegossen”, klagt eine entnervte Anwohnerin aus der Eilfschorn­straße den „Nachrichten” ihr tägliches - auch samstägliches - Leid. „Müssen Großgeräte rangiert werden, wird zusätzlich auch mal nachts gelärmt”, erzählt sie. „Wie lange soll das noch gehen?”

Die Antwort der RWTH wird sie kaum milde stimmen. Erst Ende 2013, sagt TH-Sprecher Toni Wimmer auf Anfrage, soll das Technikum fertig sein und dann von der Fakultät Maschinenwesen bezogen werden. Radau gibt es aber weiterhin: Denn anschließend wird gleich nebenan der dringend sanierungsbedürftige Sammelbau Maschinenwesen innen entkernt und außen aufpoliert. Das kann dann bis 2015 dauern. Ganz so arg wie momentan, schränkt Wimmer ein, werde der Geräuschpegel dann jedoch nicht mehr ausfallen.

Das Baugelände liegt zwischen Eilfschornsteinstraße und Pont­straße. Das einstmals dort zu findende Parkhaus wurde abgerissen, das so frei gewordene Gelände wird in erster Linie umgeben von Hochschulgebäuden.

Neben den Maschinenbauern, für die ja gebaut wird, zählt auch das Philosophische Institut zu den Nachbarn. Selbst Studenten, die sich erst zum vergangenen Wintersemester dort eingeschrieben haben, können also damit rechnen, sich Kant und Wittgenstein bis zur Abgabe der Bachelor-Arbeit untermalt vom Dröhnen der Presslufthämmer zu Gemüte zu führen.

Dass das Ausweichen auf andere Hörsäle sich bislang nicht bewerkstelligen ließ, ist einmal mehr der Raumknappheit geschuldet, die die TH-Studenten schon seit Jahren dulden müssen. In der Vergangenheit kamen dabei schon durchaus kreative Übergangslösungen zustande, etwa das Umfunktionieren von Kino- zu Hörsälen.

Akute Platznot

Langfristige Abhilfe sieht natürlich anders aus, und so ist eben die akute Platznot ein Grund dafür, dass allerorten Neubauten der Hochschule aus dem Boden schießen. Beauftragt wird damit stets der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) - so auch im Falle des Technikums. Sicherlich sei man bemüht, an der Eilfschornsteinstraße einen straffen Zeitplan einzuhalten, gibt der Aachener Niederlassungsleiter Harald K. Lange mit Blick auf den frühen Arbeitsbeginn um 7 Uhr zu: „Zeit ist schließlich Geld.” Eine möglichst kurze Bauzeit liege schlussendlich auch im Interesse der Anwohner - und rein rechtlich bewege man sich mit den Arbeitszeiten im Rahmen des Erlaubten.

Und sogar noch mit einem Puffer, wie Heinz Stelthann von der Unteren Immissionsschutzbehörde weiß. Das Arbeiten von 7 bis 20 Uhr sei Bauunternehmen grund­sätzlich gestattet - und zwar inklusive Samstagen und ohne Einhaltung einer Mittagsruhe. Damit seine Behörde tagsüber einschreite, müsse es schon zu wirklich extremer Lärmentwicklung kommen. Umgekehrt sei es Baufirmen möglich, die Erlaubnis auf nächtliche Tätigkeit zu beantragen: „Dazu braucht es aber wiederum einer wirklich stichhaltigen Begründung.”

Die Bauarbeiten in der Eilfschornsteinstraße hat der BLB in die Hände der Unternehmen Derichs und Konertz sowie Quadflieg gelegt. Zum angeblichen nächtlichen Rangieren von Großgeräten äußert sich Bauleiter Jürgen Breuer: „Einmal haben wir nachts einen Bagger abtransportiert, der Überbreite hatte.” Notwendig sei dies mit Rücksicht auf den Verkehr gewesen. Mit einem solchen Ausnahmefall sei aber nicht mehr zu rechnen.
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