Bonn - Creditpoints und Co. verstehen: Ein Bachelor-Glossar

Creditpoints und Co. verstehen: Ein Bachelor-Glossar

Von: Tobias Schormann, dpa
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Bachelor
Bachelor ist nicht gleich Bachelor: Neben dem Bachelor of Arts - kurz "B.A." - gibt es zum Beispiel auch den Bachelor of Science. Foto: Andrea Warnecke/dpa/tmn

Bonn. Studienanfänger haben fast immer Orientierungsprobleme. Leichter ist es für sie in den vergangenen Jahren nicht gerade geworden, sich im Hochschulalltag zurechtzufinden. Und dabei ist es für sie wichtiger denn je, die Formalien zu kennen. Denn in den verschulten Bachelor-Studiengängen sind oft strenge Vorgaben einzuhalten. Folgende Begriffe sollten Erstsemester kennen:

A wie Akkreditierung: Das „Prüfsiegel” für Studiengänge soll anzeigen, ob ein neuer Bachelor oder Master den formalen Standards entspricht. Neuerdings wird nach Angaben des Akkreditierungsrates in Bonn auch auf die „Studierbarkeit” geachtet - eine Reaktion auf die Kritik vieler Studenten an übervollen Studienplänen und zu vielen Prüfungen im neuen System. Bislang ist es aber wenig aussagekräftig, ob ein Studiengang das Siegel hat oder nicht. Denn derzeit sind fast die Hälfte aller Bachelor- und Masterangebote nicht akkreditiert. In der Regel heißt das, die Prüfverfahren stehen noch aus oder laufen gerade.

B wie Bachelor: Die Umstellung auf die neuen Abschlüsse schreitet stetig voran: Vier von fünf Studiengängen in Deutschland enden inzwischen mit einem Bachelor oder Master, wie die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) in Bonn ermittelt hat. Der „B.A.”, also Bachelor of Arts, ist dabei nicht die einzige Variante des ersten akademischen Grades. In den Naturwissenschaften wird zum Beispiel ein Bachelor of Science (B.Sc.) verliehen, erläutert die Uni Köln. Die Regelstudienzeit beträgt sechs bis acht Semester.

C wie Credit Points: Im neuen System sammeln Studenten schon vom Studienbeginn an Leistungspunkte für ihren Abschluss. Jede absolvierte Veranstaltung wird mit „Credit Points” belohnt. Mit ihnen wird der Fortschritt im Studium gemessen: Der „Kontostand” zeigt, wie viel vom Studienpensum Hochschüler geschafft haben. In einem sechssemestrigen Bachelorprogramm müssen 180 Punkte erreicht werden, in achtsemestrigen Angeboten sind es 240 Punkte, wie die Uni Kassel in einem Bologna-Glossar erklärt. Leistungspunkte sind nicht mit Noten zu verwechseln: Für ein bestandenes Modul bekommen alle gleich viele Punkte. Wie gut sie dabei abgeschnitten haben, wird mit einer separat vergebenen Note bewertet.

E wie ECTS: Das European Credit Transfer System (ECTS) soll dabei helfen, dass Studienleistungen bei einem Hochschulwechsel leichter anerkannt werden. Mit ihm lässt sich zum Beispiel bemessen, welchen Lernaufwand ein Seminar im Ausland erfordert. Damit liefert das System einen Maßstab zum Vergleich von solchen Veranstaltungen. Das erleichtert laut der HRK die Anrechnung an der Heimathochschule.

M wie Master: Für den zweiten akademischen Abschluss im Bolognamodell sind laut Hochschulrahmengesetz zwei bis vier Semester vorgesehen. Unterschieden wird zwischen konsekutiven und weiterbildenden Studiengängen. Die erste Sorte baut inhaltlich auf einen entsprechenden Bachelor auf. Bei der zweiten Sorte wird in der Regel mindestens ein Jahr Berufserfahrung vorausgesetzt, wie die HRK erläutert. Inklusive des vorangehenden Studiums sind für den Master 300 Leistungspunkte erforderlich.

M wie Modul: Ein Modul ist ein Block von Lehrveranstaltungen, die inhaltlich zusammengehören. Eine Vorlesung kann dabei zum Beispiel mit einer passenden Übung oder einem Praktikum kombiniert werden. Ziel ist es laut dem Akkreditierungsrat, dass jedes Modul in der Regel nur mit einer einzigen Prüfung abschließt. Derzeit werden Seminare und Vorlesungen aber häufig noch einzeln abgeprüft, was die Zahl der Klausuren und Hausarbeiten erhöht.

W wie Workload: Wie viele Leistungspunkte Studenten für eine Vorlesung bekommen, hängt nicht nur vom Zeitaufwand ab. Sie werden vielmehr nach dem Lernaufwand einer Veranstaltung vergeben. Es wird also auch berücksichtigt, wie viel Arbeit Studenten in das Vor- und Nachbereiten in der Bibliothek investieren müssen, erklärt die Uni Kassel. Statt der Semesterwochenstunden heißt die entscheidende Größe daher „workload”. Für einen Leistungspunkt ist ein Arbeitsaufwand von 25 bis 30 Stunden zu veranschlagen. Pro Semester sollen Studenten 30 Punkte erwerben. Damit ergibt sich der HRK zufolge ein Arbeitspensum von 1500 bis 1800 Stunden im Jahr. Letzteres entspricht in etwa einem Vollzeitjob mit sechs Wochen Urlaub.
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