Aachen - Campus mit intelligentem Mix erschließen

Campus mit intelligentem Mix erschließen

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Die Einführung gab Gutachter Axel C. Springsfeld. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Der erste Impuls auf der gut besuchten (etwa 350 Interessierte) Veranstaltung der Initiative Aachen im SuperC ging vom Aachener Verkehrsplaner Axel C. Springsfeld aus. Er eröffnete mit einem einführenden „Impuls”-Vortrag das Diskussionsforum - und das tat er ebenso unterhaltsam wie spannend.

Springsfeld ist als Gutachter seit langer Zeit bereits damit beschäftigt, die Verkehre zu und zwischen den drei Campus-Regionen der RWTH-Aachen (Mitte/Hauptgebäude, Westbahnhof und Melaten) zu beleuchten und in Modellen die kommenden Verkehrsbelastungen zu berechnen und ihre Verläufe zu planen.

Angesichts der emotionalen Diskussionen gerade um die Anbindung des am meisten fortgeschrittenen Campus Melaten versuchte Springsfeld direkt eines klarzustellen: „Wir sind angetreten mit der Maxime, die Verkehre nicht durch die Wohngebiete der Hörn zu führen.”

In einem weiteren Statement hieß es: „Wir brauchen den Wissensboulevard”. Und zwar in der Planung der sogenannten Variante II, gegen die sich einiger Protest gerichtet hatte. Dies, weil jene Variante in ihrem südlichen Verlauf Teile des Erholungsgebietes Rabental berühren wird - Ärger bei den Umweltschützern also.

In der von „Nachrichten”-Lokalchef Achim Kaiser moderierten Diskussionsrunde meldeten sich die Rabental-Vertreter deutlich zu Wort, es blieb beim moderaten Meinungsaustausch. Interessiert hörte man sich die Ideen dreier weiterer Experten an. Hermann Paetz berichtete über die Pläne der Aseag, Hans-Joachim Sistenich beleuchtete die Dinge aus Sicht des Verkehrsverbundes (AVV) und Prof. Dirk Vallée stellte vor, was ein „Mobilitäts-Masterplan” so alles beinhalten sollte.

E-Rikscha und Job-Ticket

Letzterer stellte fest, dass es bei jenem zukunftsweisenden Großvorhaben der RWTH auf einer Fläche von rund 550.000 Quadratmetern mit einem Investitionsvolumen von etwa zwei Milliarden Euro um mehr als ein „Verkehrskonzept” geht. Anderes Verhalten und neue Technologien seien gefragt, vor allem aber müsse laut Vallée ein „intelligenter und innovativer Mix” erarbeitet werden.

Da waren sich eigentlich alle einig, nur im Detail gab es das ein oder andere Mal Differenzen. So monierte AVV-Vertreter Sistenich, dass es bei der RWTH kein Weiterkommen mit den sogenanten Job-Tickets gebe, mit dem der Arbeitgeber sich an den Fahrtkosten seiner Mitarbeiter beteiligt. Vallee machte Hoffnung: „Wir sind auf einem guten Weg.”

Einig waren sich alle, dass jede Art neuer Technologie, die den individuellen Autoverkehr entlastet oder gar überflüssig mache, zum Einsatz kommen soll. Neben Fahrradwegen bis hin zur Fahrradautobahn sollen alternative Verkehrssysteme wie etwa Leihräder mit kleinen E-Motoren angeboten werden, sogar E-Rikschas haben die Verkehrsplaner im Ideen-Köcher. So kam man ebenfalls wieder auf das Konzept einer autarken Hochschulbahn. Sistenich preschte sogar mit einer Seilbahn „vom Westbahnhof über Melaten bis zum Dreiländerpunkt” vor.

Aseag-Vertreter Paetz kündigte für den Campus Melaten eine „neue Linie 73” an, die dann von der Halifax-Straße aus den Campus erschließen wird und in Rothe Erde startet. Ebenso wird dann über Änderungen bei der Linie 33 nachgedacht, Paetz: „Das Bussystem ist sehr variabel”. Fazit der zweistündigen Diskussion: Die Verkehrsexperten fühlen sich gerüstet für den dreifachen Campus.
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