Campus Melaten nimmt die letzte Hürde im Stadtrat

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen. Der geänderte Bebauungsplan 915, Melaten-Hochschulerweiterungsgebiet, ist am Mittwochabend bei fünf Gegenstimmen vom Stadtrat beschlossen worden. Hinter dem lapidaren Namen verbirgt sich eines der zukunftsträchtigsten Vorhaben, das die hiesige Hochschule gemeinsam mit der Stadt Aachen verwirklichen will.

In der Bürgerschaft ist es jedoch weiter umstrittenen. Bis zu 5000 Arbeitsplätze sollen die künftigen Forschungseinrichtungen dort auf Melaten schaffen, zusammengefasst in sechs so genannten Clustern entlang eines „Wissenschaftsboulevards”. Nach beinahe zweijähriger Beratung in den Gremien war jedoch eine Reihe von Bürgern noch immer nicht einverstanden mit dem Großprojekt.

Sie machten erneut ihrem Ärger in der Bürgerfragestunde Luft, insbesondere wegen der Teildurchschneidung des Rabentals, dann rief OB Marcel Philipp den Punkt 18 der Tagesordnung zur Abstimmung auf. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Harald Baal begründete das eindeutige Ja seiner Fraktion und wies auf die Tatsache hin, dass wohl kein anderes Vorhaben, kein Bebauungsplan, bislang so intensiv beraten wurde wie der Campus Melaten. Gerade angesichts der Diskussion um das Rabental und die Anbindung des Boulevards an den Pariser Ring im Süden sei der Bauherr, der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, Kompromisse zugunsten der Landschaftserhaltung eingegangen.

Baal: „Die Bürger sind mit ihren Einwendungen ausgiebig gehört worden.” Dann ging er auf den Ratskollegen Andreas Müller (Linke) ein. Was jener betrieben habe, das sei „reines Kasperletheater”. Müller hatte beantragt, angesichts der ungelösten Frage Rabental die Ratsentscheidung erneut zu verschieben und in die Beratung zurückzuverweisen.

Auch die Belange des Amica-Instituts, dessen Leiter Prof. Heinrich Kurze in einem Brief nochmals auf mögliche Beeinträchtigungen seiner Nanotechnologie-Forschung durch Verkehrserschütterungen hinwies, führte Müller ins Feld: „Niemand spricht über die 50 Arbeitsplätze dort.”

Prompt entlud sich die schwelende Fehde mit den Grünen. Deren Sprecher Michael Rau beschuldigte Müller, er sei völlig uninformiert. Rau gab sich dann Mühe, die schwierige Position der Grünen darzulegen: „Wir waren immer für den Campus”, betonte er. Nur müsse man leider heute beim Rabental Abstriche machen. Auch die Fraktionen von SPD und FDP sprachen sich klar für den Campus aus, dagegen stimmten die Linke, UWG und die Piratenpartei.
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