Bundestag will mehr Engagement für Umstellung auf Bachelor und Master

Von: ddp
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Berlin. Der Bundestag fordert mehr Anstrengungen von Bund, Ländern und Hochschulen bei der Umstellung der Studiengänge auf Bachelor und Master.

Das Parlament verabschiedete am Donnerstag mit den Stimmen von Union und FDP einen Antrag der Koalition, der Defizite bei der bisherigen Umsetzung der Reform einräumt und Nachbesserungen anmahnt. Die Opposition kritisierte das Papier als unzureichend und stimmte dagegen.

Laut dem sogenannten Bologna-Prozess soll innerhalb der Europäischen Union ein einheitlicher Hochschulraum entstehen. Die Studiengänge werden dazu allesamt auf Bachelor und Master umgestellt. Bei der großen Mehrheit der Studiengänge in Deutschland ist das bereits passiert. Hochschulen und Studenten klagen jedoch über Probleme bei der Umsetzung. Sie kritisieren unter anderem, die Strukturen seien zu starr und die Arbeitsbelastung zu hoch.

In ihrem Antrag appellieren die Parlamentarier unter anderem an die Bundesregierung, zu prüfen, ob die BAföG-Sätze „noch weiter an die Realitäten des Bologna-Studiums angepasst werden müssen”. Die Länder werden aufgerufen, ihre Bildungsetats weiter zu steigern und eine angemessene Finanzierung der Hochschullehre zu sichern. Die Hochschulen sollen nach dem Willen der Abgeordneten „überfrachtete Studiengänge” zügig reformieren und die Studiendauer flexibler gestalten. Ein Appell geht auch an die Wirtschaft, die sich mehr für die Akzeptanz der Studiengänge auf dem Arbeitsmarkt einsetzen soll.

Scharfe Kritik an dem Antrag kam aus der Opposition. Der SPD-Abgeordnete Swen Schulz sprach von einer „Wischi-Waschi-Nummer”. Union und FDP lieferten nur „salbungsvolle” Worte, „aber nichts steckt dahinter”. Auch der Grünen-Hochschulexperte Kai Gehring kritisierte, von Schwarz-Gelb kämen nur „Schönwetter-Reden” und „Schmalspuranträge”. Das Papier sei ein „Dokument der Unverbindlichkeit und Konzeptionslosigkeit”.
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