Bei Eingriffen in die Natur: Geld statt Land

Von: ast
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Aachen. Allein um den RWTH-Campus Melaten genehmigungsfähig zu machen, müssen rund 36 Hektar sogenannter Ausgleichsflächen gesucht und gefunden werden.

Dabei handelt es sich um die gesetzlich vorgeschriebene Kompensation für die durch Baumaßnahmen aller Art verbrauchte Landschaft.

Nun sind 36 Hektar ein Haufen Grund und Boden, der sich so schnell nicht auftreiben lässt. SPD-Vorsitzender Karl Schultheis schlägt daher einen neuen Weg vor, um das Riesenprojekt von der Stelle zu bringen: Geld statt Land.

Zurzeit ist ein Gutachten unterwegs, um zu klären, wie hoch der genaue Ausgleichsbedarf ist und von welcher „Wertigkeit” er sein muss, denn nicht alle Baugebiete sind vom gleichen Kaliber, was ihren ökologischen Gehalt angeht.

Allerdings sind die Flächen am Wilkensberg, die für den Campus Melaten benötigt werden, hoch anzusiedeln in ihrer Bedeutung für den Naturschutz.

In aller Regel heißt das: Ersatz schaffen - etwa Wiesen vom Bauern kaufen, die dann ökologisch aufgewertet werden. Artenschutz und Erholungsvorsorge können dabei angestrebt werden, immer aber soll die Schutzfunktion des Bodens, der andernorts verlorengeht, wiederhergestellt oder gar verbessert werden.

In aller Regel funktioniert das auch, mit den diversen Campus-Projekten erreicht die Sache mit den Ausgleichsflächen allerdings eine neue Dimension.

Schultheis: „Die Stadt Aachen steht vor äußerst positiven städtebaulichen und strukturellen Entwicklungen, andererseits aber auch vor enormen Herausforderungen” - zum Bauen muss sie genügend Terrain zur Verfügung stellen, gleichzeitig aber dafür sorgen, dass Ausgleich gefunden wird. „So ist die Landwirtschaft zweifach betroffen”, sagt der SPD-Politiker,

Daher sein Vorstoß, zwecks Kompensation nicht unbedingt Wiesen und Weiden aufspüren zu müssen, sondern Geld fließen zu lassen. Diese Mittel könnten in einen Fonds eingebracht werden, etwa in Form einer Stiftung, aus dem dann allerlei naturpflegerische Maßnahmen finanziert würden, bis hin zur Beförderung eines Klimakonzepts.

Bislang gilt bei der Ausgleicherei eine strikte 1:1-Regelung, die laut Schultheis vielleicht sogar verbessert werden kann zugunsten der Ausgleichsflächen.

Die Stadt ist allein schon über ihr Umweltamt federführend beteiligt am Aufspüren von Ausgleichsflächen, bezahlt werden muss die ganze Kompensation aber vom Bauherrn, im Falle Campus vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB). Schultheis geht es darum, ein großes Problem möglichst elegant zu lösen: „Wir müssen handlungsfähig bleiben.”
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