Bäume liegen RWTH am Herzen: Stolpersteine für „Shared Space”

Von: Stephan Mohne
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Viel Aufenthaltsqualität und
Viel Aufenthaltsqualität und ein echter Magnet: TH-Dezernentin Gabriele Golubowitsch und Projektkoordinator Peter Peters stehen hinter der Realisierung des Shared Space am Templergraben. Das Abholzen der Bäume betrachten sie mit einem weinenden Foto: Andreas Steindl

Aachen. „Die Bäume liegen uns auch sehr am Herzen”, sagt Gabriele Golubowitsch. Und die Leiterin des Dezernats „Facility Management” der RWTH Aachen unterstreicht, dass man sich gegenüber der Stadt für die rund 30 Bäume am Templergraben, die im Zuge des Projekts „Shared Space” zwischen TH-Hauptgebäude/Super C und Kármán-Auditorium gefällt werden, eingesetzt habe.

„Wir haben mehrfach nachgehakt, ob die Planungen nicht doch ohne den Verlust der Bäume umsetzbar sind.” Doch das sei stets verneint worden. „Letztlich haben wir eingelenkt, weil das Gesamtprojekt nach unserer Auffassung eine deutliche Aufwertung dieses RWTH-Kernbereichs bringt”, so Golubowitsch.

Zumal dies nur der Auftakt einer ganzen Reihe von Veränderungen in den kommenden 10, 15 Jahren sein werde - darunter die Begrünung des Parkplatzes hinter dem Audimax und auf längere Sicht auch der Abriss des Kármán-Auditoriums. Überdies, so unterstreichen die TH-Verantwortlichen, werde der Übergang zwischen Hochschule und Innenstadt deutlich barrierefreier, also behindertengerechter.

Die aktuell hitzige Debatte um Bäume und „Begegnungsraum” vor der eigenen Haustür verfolgt natürlich auch die Hochschule intensiv. Und intensiv habe man sich auch an den Planungen in den vergangenen Jahren beteiligt, wie Golubowitsch und Projektkoordinator Peter Peters erläutern. Schließlich gehe das Ganze auf einen Vorstoß des einstigen Rektors Burkhard Rauhut zurück.

Er hatte damals die Vision, den Templergraben in diesem Bereich ganz sperren zu lassen und zusammen mit den Plätzen vor dem Super C und dem Kármán-Auditorium einen durchgängigen Zentralcampus zu schaffen, auf dem auch große Veranstaltungen stattfinden sollten. Diesem Ansinnen machte unter anderem ein Verkehrsgutachten einen Strich durch die Rechnung. Zu aufwändig wären die Umleitungsmaßnahmen für diese Unterbrechung des Grabenrings gewesen. Und auch in Teilen der Politik herrschte schließlich Ablehnung. Anders sieht das beim „Shared Space” aus.

Doch den Plänen für ein zur Stadt hin abfallendes Gelände stehen unter anderem zahlreiche alte Platanen im Weg. Zwei stehen auf städtischem Grund, der Rest wurzelt auf Landesgrundstücken, die die TH nutzt. „Mit den Bäumen hätte das ganze Projekt noch einmal umgeplant werden müssen”, erklärt die TH-Dezernentin, warum unter dem Strich schließlich das Ja der Hochschule stand.

Das Ziel des Projekts begrüßt Gabriele Golubowitsch indes hundertprozentig: „Der Bereich wird eine deutlich gesteigerte Aufenthaltsqualität erhalten - für die vielen Studierenden, aber auch für alle anderen.” Und sie betont, dass es aufwändige Schutzmaßnahmen an den verbleibenden Gehölzen - etwa vor der Barbarossamauer - geben wird. Abgesehen von der Pflanzung einiger neuer Bäume. Golubowitsch verweist zudem auf den hervorragend angenommenen Platz vor dem Super C mit der dortigen Sitzrotunde um den großen Baum herum. Dieses Beispiel will man auch an anderen Stellen aufgreifen.

Für die RWTH gab es allerdings auch noch ein „K.o.-Kriterium” für den Shared Space. Laut den Planungen wird für das Projekt der kleine Hochschulparkplatz Ecke Templergraben/Eilfschornsteinstraße verschwinden müssen. Es geht um rund 30 Stellplätze für TH-Bedienstete. Hier habe man mittlerweile mit der Stadt eine Lösung gefunden. Laut Peter Peters wird es als Ersatz 25 neue Parkplätze auf Brachflächen, zum Beispiel hinter dem Hauptgebäude, geben. Golubowitsch: „Ansonsten hätte es keinen Shared Space gegeben.”

Unter dem Strich fasst die Dezernentin die Sichtweise der RWTH so zusammen: „Bei solchen Projekten gibt es immer Licht und Schatten. Hier überwiegt jedoch das Licht.”
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