Auslastung pur: Die Hochschule läuft „schön voll”

Von: Achim Kaiser
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Die RWTH läuft fast über: Deshalb werden auch Kinos im Cineplex in Hörsäle umfunktioniert. Foto: Harald Kroemer

Aachen. Die RWTH ist in diesem Semester „ganz schön voll gelaufen”, formuliert Hochschul-Presssprecher Toni Wimmer: „Da hat sich richtig was getan. Wir können von Auslastung pur sprechen.” Rund 35.000 Studierende sind derzeit an der Technischen Hochschule eingeschrieben, davon etwa 7500 Erstsemester.

Die ganz genauen Zahlen kann die RWTH erst am 5. November vorlegen, wenn alle Einschreibfristen abgelaufen sind.

„Wir brauchen dringend mehr Räumlichkeiten, um den Lehrbetrieb aufrecht zu erhalten”, sagt Wimmer. Und so werden neben externen Gebäuden und Büros auch Kinos angemietet, in denen Vorlesungen und Seminare angeboten werden. So steht im Cineplex ab kommenden Dienstag jeweils von 8.15 bis 13.30 Uhr die Allgemeine Prozesstechnik auf dem Lehrprogramm. Die dreidimensionalen Musketiere und Geheimagent Johnny English flimmern dann erst am Nachmittag über die Riesenleinwände in den Kinosälen am Kapuzinergraben. Denn zuvor geben sich auch noch die Sprachwissenschaftler ein Stelldichein und erfahren mehr über die Methoden der Kommunikationswissenschaften. Auch das Apollo-Kino stellt montags und donnerstags seine kleineren Säle für die Studierenden zur Verfügung.

„Die Not ist so groß, dass wir auf diese Räume zurückgreifen, obwohl sie wenig geeignet sind”, sagt der TH-Pressesprecher. Cola und Popcorn locken zwar, doch die Studenten müssen ihre Kniee als Schreibunterlage nutzen, den Lehrenden steht beispielsweise trotz großer Leinwände kein Overhead-Projektor zur Verfügung.

In der Hochschulpakt II-Vereinbarungen mit dem Land erhält die RWTH zur Schaffung von 9000 Studienplätzen in den Jahren 2011 bis 2015 immerhin rund 180 Millionen Euro. Dabei seien, so Wimmer, annähernd 6000 dieser Plätze sind aufgrund der hohen Überlast der Hochschule bereits in den aktuellen Jahresaufnahmequoten enthalten. „Wir erwarten insbesondere in den Jahren 2013 und 2014 über diese Zahlen hinaus nochmals 3000 zusätzliche Studienanfängerinnen und Studienanfänger - die erste Hälfte davon zum Wintersemester 2013/14, die zweite Hälfte im darauffolgenden Wintersemester 2014/15.” Grund ist die verkürzte Gymnasialzeit, kurz G8.

G8-Kampagne geplant

Durch die Aussetzung der Wehrpflicht rechnete die RWTH in diesem Wintersemester und auch 2012/13 zudem mit insgesamt mindestens 900 zusätzlichen Studierenden. Wimmer: „Wie die aktuellen Zahlen der rund 7500 Erstsemester in diesen Tagen belegen, geht die Realität aber über diese Erwartungen hinaus.”

Um diesen räumlichen Bedarf zu decken, läuft die Planung für den Neubau des großen Hörsaalzentrums an der Claßenstraße. Zudem ist der Bau eines studentischen Arbeitshauses auf dem Gelände des Parkplatzes hinter dem Reiff-Museum und für ein neues Chemiepraktikumsgebäude ausgeschrieben. Schließlich sind auch die Bauarbeiten für das Hörsaalzentrum an der Professor-Pirlet-Straße in vollem Gange.

Was die vielfältigen G8-Aktivitäten in Aachen betrifft, gehen RWTH, Fachhochschule und die Stadt Hand in Hand. Am 14. November stellen die Rektoren Ernst Schmachtenberg (RWTH) und Marcus Baumann (FH) zusammen mit Oberbürgermeister Marcel Philipp ihre große PR-Kampagne öffentlich vor.
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