Ausgaben für Bildung und Forschung wachsen leicht

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Wiesbaden. Deutschland steckt erstmals seit der Jahrtausendwende wieder mehr Geld in den Schlüsselbereich Bildung, Forschung und Wissenschaft.

Die Ausgaben betrugen im Jahr 2008 rund 215 Milliarden Euro und damit 8,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Das teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit. Der größte Teil, gut 120 Milliarden Euro, floss in die sogenannte Erstausbildung in Kindergärten, Schulen und Hochschulen.

Seit dem Jahr 2000 seien die Ausgaben zurückgegangen, berichteten die Statistiker - nun sei erstmals wieder ein Anstieg zu verzeichnen. 2007 hatten die Ausgaben für Bildung, Forschung und Wissenschaft bei etwa 204 Milliarden Euro gelegen, was 8,4 Prozent des BIP entsprach. Das BIP ist die Messgröße für die Wirtschaftsleistung im Inland.

Für die Investitionen ist nicht nur der Staat verantwortlich, indem er Steuereinnahmen wieder ausgibt. Auch Unternehmen und private Forschungseinrichtungen beteiligen sich kräftig an Projekten der Wissenschaft und Entwicklung: Sie leisteten mit 55,4 Milliarden Euro ein gutes Viertel der Gesamtausgaben aus dem Jahr 2008.

Für das Jahr 2007 haben die Statistiker am Freitag erstmals eine Ausschlüsselung aller Investitionen präsentiert. Demnach übernahm der Bund von der Gesamtsumme der damals rund 204 Milliarden Euro nur zwölf Prozent - und damit genau so viel wie die Kommunen.
Die Länder leisteten 40 Prozent. Damit kam die öffentliche Hand auf 64 Prozent der Ausgaben. Die Privatwirtschaft aus dem Inland übernahm 35 Prozent und auf Geldquellen aus dem Ausland entfiel ein Prozent.

Wird nur der Bereich Bildung - ohne Forschung und Wissenschaft - betrachtet, lag der Beitrag der öffentlichen Haushalte im Jahr 2007 bei 79 Prozent. Davon entfielen 11 Prozent auf den Bund, 53 Prozent auf die Länder und 15 Prozent auf die Kommunen.

Im Bereich Forschung und Wissenschaft ist das Verhältnis umgekehrt: Dort kamen 68 Prozent aller Investitionen aus nicht-staatlichen Geldquellen.

Zahlen für 2009 liegen den Statistikern noch nicht vor. Vor rund anderthalb Jahren hatte die Politik beschlossen, die Ausgaben in dem Schlüsselbereich bis 2015 auf zehn Prozent vom BIP anzuheben.

Um dieses Ziel zu erreichen, müssten auf der Grundlage des BIP von 2008 etwa 250 Milliarden Euro investiert werden - als noch einmal rund 35 Milliarden Euro mehr als 2008 tatsächlich flossen. Über die Erreichbarkeit dieses Ziels wird in der Politik derzeit gestritten.

Unter anderem hatte Hessens scheidender Ministerpräsident und CDU- Bundesvize Roland Koch (CDU) gefordert, auch im Bereich Bildung zu sparen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte dem jedoch eine Absage erteilt. Auch Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) sagte am Freitag: „Das Zehn-Prozent-Ziel (...), das wir bis zum Jahr 2015 erreichen wollen, gilt weiterhin.

Investitionen in Bildung und Forschung sind die beste Zukunftsvorsorge - gerade in Zeiten der Krise.” An den Zahlen aus 2008 lasse sich ablesen, dass „wir damit dem Zehn-Prozent-Ziel für Bildung und Forschung ein gutes Stück näher gekommen sind”. Nun gelte es, sich nicht auf dem Erfolg auszuruhen.

Am 10. Juni werden Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder beraten, welche weiteren Bemühungen die bestehende Lücke bis zum Zehn-Prozent-Ziel schließen könnten. Beim Bildungsgipfel im vergangenen Dezember hatte sich der Bund bereiterklärt, 40 Prozent des zusätzlich benötigten Geldes zu übernehmen.
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