Aus Aachen kommt Hilfe für die Kölner Archivkollegen

Von: dd
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Aachen/Köln. Klaus Graf freut sich schon auf Dienstag. Dann werden der Geschäftsführer des RWTH-Archivs, zwei Praktikantinnen und sechs studentische Hilfskräfte drei Tage lang bei der Bergung der Archivalien, die beim Einsturz des Kölner Stadtarchivs verschüttet wurden, mithelfen.

„Bis Donnerstag sind wir im Erstversorgungszentrum, um die Kollegen aus dem In- und Ausland zu unterstützen”, sagt der promovierte Historiker. Diese Einrichtung liegt im rechtsrheinischen Stadtteil Porz.

„Sehr erschrocken”

Die neun Aachener, deren Hilfsangebot vom Krisenmanagement der Kölner Kulturverwaltung dankend angenommen wurde, sind „glücklich darüber, mit unserem Einsatz wichtige Hilfe leisten zu dürfen”. Damit wollen sie ihre Solidarität mit den Kölner Kollegen zum Ausdruck bringen. „Wir waren sehr erschrocken, als es passierte”, erinnert sich Graf. Ein Mitarbeiter des RWTH-Archivs habe erst einen Tag vor dem Einsturz seine neue Stelle im Kölner Archiv angetreten. Ihm ist zum Glück nichts passiert.

Aufgabe der Aachener ist es, den angelieferten Schutt auf Archivalien zu untersuchen. Sie werden das Fundgut sichten und sortieren, Handfeger und Pinsel gehören dabei zu ihrer Ausstattung, um die geretteten Funde zu reinigen. Danach wird das gesicherte Material in Folien und Papier verpackt.

„Das Thema hat mich nicht mehr losgelassen”, sagt Graf. Der Einsturz des Gebäudes wird als der größte Verlust von Archivgütern seit dem Zweiten Weltkrieg gewertet.

Von Anfang an stand für Graf und seine Mitarbeiter fest, dass sie bei der aufwändigen Bergung der verschütteten Dokumente ihren Beitrag leisten würden.

Bislang sind rund drei der insgesamt 30 Kilometer Regallänge aus den Trümmern gerettet worden. Fachleute wie die Aachener RWTH-Archivdirektorin Prof. Bettina Schmidt-Czaja hoffen, 50 bis 60 Prozent der früheren Bestände des Historischen Archivs retten zu können. „Vielleicht sind es sogar noch mehr”, so Graf.
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