«Was Marco Reus kann, das können nur wenige»

Von Stefan Hermanns | 06.11.2011, 20:41

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Berlin. Für einen Trainer gibt es vermutlich kaum etwas Schöneres als eine Mannschaft, die seine Botschaften selbst dann versteht, wenn sie gar nicht ausgesprochen werden. Lucien Favre befehligt eine solche Mannschaft.
Der Trainer von Borussia Mönchengladbach hat in den Tagen vor dem Auswärtsspiel bei Hertha BSC in Berlin alles so gemacht wie immer.

«Kein einziges Wort», so berichtete Innenverteidiger Dante, habe ihr Vorgesetzter über die besondere persönliche Note der Begegnung verloren. Die unterschwellige Botschaft kam bei den Spielern trotzdem an. «Wir wussten schon, dass ihm dieses Spiel wichtig war», sagte Dante. «Deswegen wollten wir auch gewinnen.»

Für einen Trainer gibt es vermutlich nichts Schöneres als eine Mannschaft, die ihren Worten auch Taten folgen lässt. Lucien Favre befehligt eine solche Mannschaft. 2:1 (1:1) gewann Borussia Mönchengladbach am Samstag bei jenem Verein, der Favre vor knapp 26 Monaten entlassen hat.

Eine Geste der Genugtuung aber versagte sich der Schweizer. Favre freute sich eher in der angemessenen Stille. «Der Sieg war wichtig für den Kopf», sagte er. Weniger für seinen eigenen, sondern für die Köpfe der Spieler, die nach zwei Auswärtsniederlagen wieder ein Erfolgserlebnis in der Fremde hatten. «Es war wichtig für uns, diese Serie zu stoppen», sagte Favre.

Dabei sah es zunächst gar nicht so gut aus für die Gladbacher, die ein wenig von der Taktik ihres Gegners überrascht schienen. «Wir haben erwartet, dass sie sehr tief stehen», sagte Stürmer Mike Hanke. Stattdessen verteidigte Hertha erstaunlich offensiv. Die Viererkette rückte bis an die Mittellinie vor, um den bespielbaren Raum zu verknappen und damit die scheinbar endlosen Ballstafetten der Gladbacher im Ansatz zu unterbinden.

Hertha attackierte früh, stürzte sich aggressiv in die Zweikämpfe und war laut Favre «viel besser bei der Balleroberung». In der 18. Minute leitete Juan Arango mit einem schlampigen Zuspiel die nicht unverdiente Führung der Gastgeber ein. Adrian Ramos vollendete den flotten Gegenzug mit einem präzisen Schuss durch die Beine von Torhüter ter Stegen, der in der Nachspielzeit wagemutig gegen Ramos den Sieg sicherte, zum 1:0.
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