IKV-Kolloquium: Aussichten für Kunststofftechnik

Von Robert Flader | 03.03.2010, 16:55

Aachen. Auch bei doppeltem Grund zur Freude stehen die Feierlichkeiten nicht zwangsläufig im Vordergrund: Beim 25. Internationalen Kunststofftechnischen Kolloquium des Instituts für Kunststoffverarbeitung der RWTH Aachen (IKV), das dieses Jahr 60 wird, genießt die Forschung unverändert Vorrang.
«In der Industrie werden ständig innovative Ersatzteile für vorhandene Techniken gesucht», sagt Martin Seeliger von der Geschäftsführung. «Und die Perspektiven der Kunststofftechnik sind da ein echter Fingerzeig.»

Das IKV, nach eigenen Angaben eines der größten Forschungsinstitute auf dem Gebiet der Kunststoffverarbeitung in Europa, hat bereits einige Patente angemeldet. «Die Realisierung der Idee, dass zum Beispiel Kohlensäure in PET-Flaschen heute nicht mehr so schnell entweicht, kommt von uns», sagt Markus Bau, IKV-Sprecher. «Statt einer einfachen Beschichtung werden die Flaschen sowohl von innen als auch von außen beschichtet.» Damit das Bier länger schmeckt. Barrierewirkung heißt dies in der Fachsprache. Eine Erfindung made in Aachen.

Beim IKV-Kolloqium, das am Donnerstag im Eurogress endet, wird ebenfalls über faserverstärkte Kunststoffe etwa in Flugzeugen und Belastungen von Bauteilen bei Zusammenstößen diskutiert. «Kunststoffe sind effizienter», erklärt Bau. Langfristiges Ziel sei es etwa, aktuelle Forschungslinien nachhaltig zu verfolgen und durch schnellen Technologietransfer mit einem breiten Netzwerk an Partnern aus Wirtschaft und Industrie zeitnah zu realisieren. «Kunststoffe ersetzen heute in steigendem Maße Ressourcen wie Holz oder Metall», erklärt Seeliger. «Bei Operationen etwa sind Kunststoffschrauben längst nicht mehr wegzudenken.»




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