Fürth - Zaubern auf Knopfdruck: Was gute Gamer-Tastaturen auszeichnet

Zaubern auf Knopfdruck: Was gute Gamer-Tastaturen auszeichnet

Von: Philipp Laage, dpa
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Der Verzweiflung nahe: Spielen auf hohem Niveau ist schon schwer genug, da sollte die technische Ausstattung keine Bremse darstellen. Foto: dpa

Fürth. Schnelle Reaktionen, Multi-Tasking und die absolute Kontrolle über das Spielgeschehen sind für Gamer unerlässlich. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die Hardware: Gamer-Keyboards sollen leidenschaftlichen Zockern das Leben leichter machen.

Sie liegen besser unter der Hand, bieten Zusatztasten, die belegt werden können, und verfügen manchmal sogar über ein Kontroll-Display. Welche Tastatur für wen infrage kommt, hängt einerseits vom persönlichen Empfinden ab, andererseits entscheidet das bevorzugte Spielgenre.

Ein Gaming-Keyboard unterscheidet sich von einer herkömmlichen Tastatur hauptsächlich durch zwei grundlegende Merkmale: Zum einen verfügen Gaming-Keyboards über mehr Funktionen und Tasten, die den Gamer beim Spielen unterstützen, erklärt Sven Simon vom Anbieter Logitech. Zum Beispiel zeigt ein kleines Display auf dem Keyboard Spieleinformationen an.

Außerdem bietet eine Gaming-Tastatur laut Simon deutlich mehr Möglichkeiten, die Tastatur an den Spieler und das jeweilige Spiel anzupassen: Mit Hilfe von Makro-Tasten lassen sich kompliziertere Befehlsfolgen aufzeichnen und anschließend mit nur einem Tastendruck abrufen.

Makro-Tasten seien für Gamer enorm wichtig, sagt Lars Craemer von der in Fürth erscheinenden Zeitschrift „PC Games Hardware”. „In Rollenspielen erfordern zum Beispiel manche Zaubersprüche die optimale und schnelle Abfolge vieler Tastenbefehle.” Es sei für Gamer deutlich einfacher, wenn sie die komplette Abfolge als einen einzigen Befehl definieren könnten. Die Makro-Speicherfunktion gibt es in zwei Varianten: Einmal werde lediglich im Millisekundentakt eine Tastenfolge abgespielt. Für besonders ehrgeizige Spieler sei es jedoch besser, wenn sich die genauen Zeitabfolgen mitprogrammieren lassen, erklärt Craemer. Sonst überschneiden sich womöglich manche Befehle.

Während herkömmliche Tastaturen nur über das klassische 105-Tasten-Layout verfügen, seien die Sondertasten eines Gaming-Keyboards zum Beispiel für Echtzeit-Strategiespiele wichtig, sagt Boris Gojic vom Spielehersteller Electronic Arts in Köln. Zudem verfügen Gamer-Tastaturen oft über einen geringeren Druckpunkt. „Das bedeutet, dass der Weg der Taste bis zum Anschlag verkürzt ist, um schnellere Reaktionen zu ermöglichen.” Die Keyboards sollten für den täglichen Gebrauch außerdem eine hohe Stabilität und eine gute Ergonomie mitbringen, damit weder Material noch Spieler ermüden.

Wie gut die Tastatur in der Hand liegt, ist Craemer zufolge eher ein subjektives Kriterium. Manche Handballenablagen haben einen sehr steilen Winkel und die Hand rutscht leicht weg. „Für Gamer mit größeren Händen ist aber vielleicht genau diese Handablage optimal.” Spieler sollten das direkt beim Händler ausprobieren. Das gelte auch für die Tastenhöhe: „Manche mögen flache Notebook-Tasten, andere eher Fullsize-Tasten.” Die beste Ausstattung bringe außerdem nichts, wenn die Tastatur rutscht, weil sie auf der Unterseite nicht mit Gummi überzogen ist.

Für Echtzeit-Strategiespiele benötigten Gamer eine gute Ergonomie, sagt Gojic. Denn professionelle Spieler wechseln häufig zwischen Maus und Tastatur. Auf welche Tastatur es letztlich hinaus läuft, sollten Käufer auch vom bevorzugten Spielegenre abhängig machen: „Online-Rollenspiele lassen sich am besten mit frei programmierbaren Tasten meistern”, erläutert Gojic. Hier ist also die Funktionalität der Makro-Tasten entscheidend. Ego-Shooter wiederum profitieren mehr von einem geringen Druckwiderstand der Tasten.

Spiele-Keyboards werden in verschiedenen Preisklassen angeboten. Gamer-Tastaturen gebe es ab 25 Euro, so Craemer. „Bei diesen gibt es die Makrofunktionen aber oft nur über den Treiber, und die Modelle sehen aus wie aus dem Kaugummiautomaten.” Klassische Mittelklasse-Keyboards für Gamer wie das G11 von Logitech oder das kommende SideWinder X4 von Microsoft starteten bei etwa 40 Euro.

High-End-Modelle mit eigenem Display liegen wiederum zwischen 90 und 150 Euro. Das Logitech G19 beispielsweise besitzt ein Farbdisplay. Displays seien praktisch, wenn der Gamer während des Spiels Statuswerte oder einen Multichat angezeigt haben möchte, erklärt Craemer. „Aber hier sollten Zocker genau abwägen, ob sie so etwas brauchen oder doch eine solide ausgestattete Gamer-Tastatur um die 45 Euro kaufen.” Mit ihnen könnten grundsätzlich auch alle anderen PC-Aufgaben - wie Surfen oder Office - erledigt werden. Wer seine Wahl getroffen hat, muss also nicht fürchten, woanders Einschränkungen zu haben.
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