Köln - Youtube & Co als Jugendkult: Verbote helfen Eltern nicht

Youtube & Co als Jugendkult: Verbote helfen Eltern nicht

Letzte Aktualisierung:

Köln. Stundenlang Computer spielen, Mutproben filmen und ins Netz stellen oder vor der Webcam strippen: Was Jugendliche heute so alles tun, macht viele Eltern ratlos. Mit Verboten kommen sie aber nicht weiter.

Denn dann reißt die Kommunikation ab. Reden sei aber wichtig, um zu verstehen, was die Jugendlichen eigentlich treiben, sagte der Medienpädagoge Prof. Andreas de Bruin auf der Bildungsmesse Didacta in Köln (noch bis 20. März).

Eltern sollten besser auf ihre eigene Jugendzeit zurückblicken und sich erinnern, was zum Beispiel Popmusik damals für die Jüngeren bedeutete. Sie beeinflusste die Kleidung, den Haarschnitt, den Freundeskreis und die politische Einstellung. Ähnliche Funktionen erfüllten heute Onlinewelten für Jugendliche, sagte de Bruin, der an der Hochschule München lehrt.

Auch empfehle es sich für Eltern, sich zeigen zu lassen, was die Jugendlichen im Internet machen - ohne das gleich zu bewerten. Dann finden sie eher heraus, was den Sohn oder die Tochter daran so fasziniert. Im nächsten Schritt gelte es, weitere Informationen zu sammeln. „Sie können sich einlesen”, riet der Medienpädagoge.

Oder Eltern fragen in der Schule an, um dort auf einem Elternabend Themen wie exzessives Computerspielen zu besprechen - möglicherweise zusammen mit einem Experten. „Wenn sie Institutionen einbinden, fühlen sich Eltern nicht so machtlos”, sagte de Bruin. Außerdem könne es helfen, sich mit anderen Eltern auszutauschen. „Fragen Sie: Wie handhabt ihr das?.”

Schwieriger wird es, wenn es um gefährliche Inhalte im Netz geht - etwa Seiten, die Magersucht propagieren. In solchen Fällen treten Eltern am besten an die Öffentlichkeit. „Schalten Sie Organisationen ein, schreiben Sie Leserbriefe oder an Politiker”, riet de Bruin. So hätten Eltern zumindest nicht mehr das Gefühl: „Ich sitze hier ganz allein mit dem Problem”.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert