Hamburg - Wenn die Wumme Pause macht: Die neuen PC-Spiele im Juni

Wenn die Wumme Pause macht: Die neuen PC-Spiele im Juni

Von: Heiko Haupt, dpa
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sims 3
Markt der Möglichkeiten: „Die Sims 3”-Spieler können ihre Charaktere nach eigenen Wünschen ausgestalten - auch wenn sie am Ende als Hexe daherkommen. Foto: dpa

Hamburg. Der Begriff Computerspiele wird vor allem von Laien gern mit dem Thema Gewalt verbunden. Ein Spiel am PC, heißt es dann gern, das bedeutet: Jemand tapert mit der virtuellen Wumme herum und vernichtet unzählige Lebewesen.

Dass der Spieler als solcher aber meist ein harmloses Wesen mit keinerlei Neigung zur Gewalt ist, das werden im Juni sicher nicht zuletzt die Verkaufscharts zeigen. Denn mit „Anno 1404” und „Sims 3” erscheinen zwei Highlights des Jahres, bei denen Waffen und Gewalt fast keine Rolle spielen. Und auch unter den Geheimtipps des Monats ist ebenso Spielenswertes wie Gewaltfreies zu finden - zum Beispiel die Adventures „Sam & Max Season 2: All-Zeit bereit” und „The Whispered World”.

Es dürfte ein enges Rennen um Platz eins der Spiele-Charts werden. Denn sowohl „Anno” als auch die „Sims” sind Erfolgsgaranten. Doch während das eine Spiel weltweit für Furore sorgen wird, gilt das andere als deutsches Phänomen: Mit „Anno 1602” begann 1998 eine wohl einzigartige Erfolgsgeschichte unter den hier zu Lande entwickelten Titeln. Das Aufbauspiel brach immer wieder Verkaufsrekorde, die Nachfolger „Anno 1503” und „Anno 1701” knüpften daran nahtlos an.

Nun kommt am 25. Juni mit „Anno 1404” die nächste Generation der Städtebau- und Wirtschaftssimulation in die Regale. Am Grundprinzip hat sich in den mehr als zehn Jahren, die die Serie existiert, kaum etwas geändert: Es geht darum, leere Inseln zu besiedeln, aus einem kleinen Dorf eine florierende Metropole zu entwickeln, die Bürger mit Waren zu versorgen und ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Neu im aktuellen Teil ist der Orient als landschaftliches Szenario, außerdem gibt es zusätzliche Zierobjekte zur Gestaltung der Städte und weitere frische Details. Laut Publisher Ubisoft wird „Anno 1404” rund 50 Euro kosten.

Dass allein vom Erstling „Anno 1602” bisher rund zwei Millionen Exemplare verkauft werden konnten, mag mancher eindrucksvoll finden. Im Vergleich zu den Erfolgen der „Sims”-Serie wirkt diese Menge aber fast schon lächerlich. Denn hier soll schon die 100-Millionen-Marke überschritten worden sein. Das macht die Mischung aus Aufbauspiel und Lebenssimulation zur weltweit erfolgreichsten Spielereihe.

„Die Sims” funktioniert ähnlich wie der reale Alltag - nur dass es um die Geschicke virtueller Figuren geht, die zu steuern sind. Der Spieler nimmt deren Karriere in die Hand, erfüllt ihre Alltagsbedürfnisse und kümmert sich um den Ausbau der Wohnung beziehungsweise des Hauses. Hinzu kommen persönliche Kontakte mit anderen, vom Computer gesteuerten „Sims”.

Ähnlich wie die „Anno”-Macher haben auch die Entwickler von „Die Sims 3” am Grundgerüst festgehalten und es lediglich um zusätzliche Möglichkeiten erweitert. So sollen sich die Charaktereigenschaften der Figuren deutlich individueller gestalten lassen. Außerdem sind in der Spielwelt nicht mehr so enge Grenzen gesetzt, die sogenannten Nachbarschaften lassen sich nun problemloser erkunden. Hinzu kommt eine aufgefrischte Grafik. Laut Anbieter Electronic Arts erscheint „Die Sims 3” am 4. Juni für rund 50 Euro.

Von Verkaufszahlen in Millionenhöhe können die Entwickler der meisten Adventures nur träumen: Ihre Spiele bleiben überwiegend Geheimtipps. Doch schon so mancher Spieler, der sich einmal mit einem Adventure beschäftigt hat, ist diesem Genre verfallen. Grundsätzlich sind solche Titel komplett gewaltfrei. Sie beziehen ihren Reiz aus der spielerisch erzählten Geschichte, die durch das Lösen von Rätseln und das Erfüllen von Aufgaben vorangetrieben wird.

Kultstatus genießt die Serie rund um die Erlebnisse der tierischen Detektive Sam und Max - die bisher allerdings meist nur als englische Versionen zum Herunterladen zur Verfügung standen. Publisher Atari bringt jetzt mit „Sam & Max Season 2: All-Zeit bereit” die fünf neuesten Abenteuer der beiden in einer Spielepackung, auf Deutsch sychronisiert. Unter anderem haben die Spieler die Aufgabe, einen besessenen Weihnachtsmann am Nordpol von Dämonen zu befreien. Und in einer Stuttgarter Technodisco müssen sie der Zombie-Armee des Vampirs Jürgen auf die Spur kommen. Erscheinungstermin ist der 11. Juni. Der Preis wird bei etwa 30 Euro liegen.

Direkt aus Deutschland kommt dagegen das Adventure „The Whispered World”, das Deep Silver am 12. Juni für etwa 40 Euro in die Läden bringt. Den besonderen Reiz des in Hamburg entwickelten Spiels sollen die mit Liebe zum Detail handgezeichneten Hintergründe ausmachen. Sie stellen die „geflüsterte Welt” dar, durch die der Spieler den jungen Clown Sadwick und dessen Begleiter - den kleinen Wurm Spot - steuert. Dabei erlebt er immer neue Wendungen der Geschichte und löst - im besten Fall - jede Menge Rätsel. Die virtuelle Wumme kann im Juni also tatsächlich Pause machen.
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