Hamburg - Waffeln statt Waffen: „Die Sims” gehen in Runde drei

Waffeln statt Waffen: „Die Sims” gehen in Runde drei

Von: Heiko Haupt, dpa
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Entfesselte Spielfiguren: In „Die Sims 3” dürfen die Nachbarschaften deutlich freier erkundet werden als bisher. Foto: dpa

Hamburg. Deutlicher könnte ein Gegensatz kaum sein: Wird über Videospiele diskutiert, geht es in der Regel um Gewalt und Ballerei. Gleichzeitig gibt es zahllose PC-Spieler, die auf eine der wichtigsten Neuerscheinungen des Jahres warten.

Die trägt den Titel „Sims 3” und hat mit Gewalt nun wirklich nichts am Hut. Niemand wird wohl je eine Waffe in der Lebenssimulation aus dem Hause Electronic Arts entdecken. Und das Höchstmaß an Gewalt ist mit einer harmlosen Rauferei am Straßenrand erreicht. Trotzdem - oder gerade deswegen - sind „Die Sims” die weltweit erfolgreichste Spieleserie überhaupt.

Sieht aus wie „Die Sims”, hört sich an wie „Die Sims” und spielt sich wie „Die Sims”: Wer Teil drei des Spiele-Hits installiert hat, wird sich auf Anhieb „daheim” fühlen. Denn am Grundprinzip haben die Macher festgehalten - was kein Wunder ist, schließlich sind die Vorgänger bis heute weltweit mehr als 100 Millionen Mal über die Ladentische gegangen.

Entsprechend geht es auch im dritten Teil darum, einen Charakter zu erschaffen, ihn durchs virtuelle Leben zu begleiten - und ihm das Dasein möglichst angenehm zu machen. Darauf haben mehr oder minder intensive Kontakte mit den anderen Bewohnern der „Sims”-Welt einen großen Einfluss. Wie diese Kontakte sich gestalten, hängt vom Verhalten der Figur ab - worauf der Spieler natürlich Einfluss hat.

Ebenfalls wie üblich startet das Spielgeschehen in „Die Sims 3” mit dem Erstellen einer Spielfigur. Im Grunde ist dabei alles wie gehabt geblieben. Allerdings haben die Entwickler für mehr Vielfalt gesorgt. Das gilt zum einen für die äußeren Details in Verbindung mit einer allgemein aufgewerteten Grafik.

Für den späteren Spielverlauf wichtiger ist aber die Möglichkeit, die Persönlichkeit der eigenen Figur detailliert auszuarbeiten. So kann der Spieler sich aus den verschiedenen Kategorien etwa einen Sim fabrizieren, der ebenso freundlich wie künstlerisch begabt ist, sich dabei tapfer zeigt, ein Partylöwe und Draufgänger ist. Möglich ist aber ebenso gut eine Figur, die als wahnsinnig gilt, eine Bindungsphobie hat, ein Feigling ebenso wie ein Kleptomane und dazu ein Trampeltier ist.

Ebenfalls neu sind die Lebensziele, die dem jeweiligen Sim quasi in die Wiege gelegt werden. So muss die Spielfigur möglicherweise mit zehn verschiedenen Sims liiert gewesen sein, um schließlich das Ziel zu erreichen, ein Herzensbrecher zu sein. Andere Persönlichkeiten können das Ziel ansteuern, zum Züchter von Robo-Kreaturen zu werden. Dafür müssen sie die neunte Stufe der „Wissenschafts-Karriereleiter” erreichen.

Bis diese Lebensträume virtuelle Wirklichkeit werden, dürften die Spieler bereits ausgiebig eine weitere Neuerung der dritten „Sims”-Auflage ausprobiert haben: Die Entwickler haben diverse der unsichtbaren Mauern eingerissen, die die Figuren bislang am Erkunden der Welt gehindert haben. Soll heißen: Die Nachbarschaften sind deutlich freier begehbar und belebter als zuletzt und somit ein zusätzliches Spielelement.

Dem Sim der dritten Generation ist es eine Selbstverständlichkeit, ohne Ladepause zu Nachbarn und Bekannten zu gehen. Allerdings nimmt sich manche Figur seltsam anmutende Freiheiten: Zum Nachbarhäuschen an der nächsten Straßenecke wird nicht unbedingt der Gehweg genutzt, sondern auch mal ein Taxi herangerufen. Ebenfalls ein Fest für Fans der Serie dürften die Möglichkeiten sein, die der Objekt-Editor bietet: Mit ihm lassen sich zum Beispiel Farben und Muster auf Möbeln oder Kleidungsstücken anpassen.

Abgesehen von diesen und einigen weiteren neuen Elementen ist das Sims-Leben aber vor allem zu Beginn des Spiels kaum vom Verlauf der Vorgänger zu unterscheiden: Die „Sims” wohnen zunächst in schlichten Unterkünften. Sie bewegen sich zwischen Küche, Wohnraum und Bett - und backen zum Frühstück gern ein paar Waffeln auf, die je nach nach Können auch mal pechschwarz wieder aus dem Ofen kommen. Gegessen wird das Zeug natürlich trotzdem.

Alles in allem bringt „Die Sims 3” keine Revolution, sondern eher eine Evolution mit viel Feintuning. Aber genau das dürfte es sein, was die Fans sich erhofft haben. Und irgendwelches Gefuchtel mit Waffen wäre auch im neuesten Teil der Lebenssimulation unpassend gewesen.
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