USB 3.0 macht Tempo: Neuer Standard bringt mehr Bandbreite

Von: Sven Appel, dpa
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Santa Clara/Hannover. Für die Verbindung zwischen dem Computer und Peripheriegeräten kommt meistens die USB-Schnittstelle zum Einsatz. Der derzeitige USB-2.0-Standard sorgt schon für eine recht zügige Datenübertragung. Der neue SuperSpeed USB oder auch USB 3.0 genannte Standard arbeitet noch schneller.

SuperSpeed USB liefere Übertragungsraten, die zehnmal so hoch sind wie die von USB 2.0, erklärt Jeff Ravencraft vom Chiphersteller Intel. Ravencraft ist zudem Präsident des „USB Implementers Forum”, einem Zusammenschluss von Unternehmen, die USB (Universal Serial Bus) entwickelt haben.

USB 3.0 sei darüber hinaus trotz fünf zusätzlicher Datenleitungen im Kabel abwärtskompatibel mit USB 2.0-Schnittstellen. Alte USB-Geräte können also bei gewohnter Geschwindigkeit ohne Probleme weiter verwendet werden.

Die theoretisch maximal mögliche Brutto-Bitrate von USB 3.0 liege bei fünf Gigabit pro Sekunde, erklärt Benjamin Benz von der in Hannover erscheinenden Computerfachzeitschrift „ct”. „Schätzungsweise können de facto bis zu 300 Megabyte pro Sekunde erreicht werden. Das haben wir bisher aber nicht genau messen können.”

Unter anderem hänge die Übertragungsgeschwindigkeit von den Kabeleigenschaften ab. Außerdem könne die erste Generation an Controllerchips die Geschwindigkeit bisher nicht voll ausreizen. „Sie liegt aber deutlich höher als bei USB 2.0.”

Die ersten Geräte mit USB-3.0-Anschluss sind externe Festplatten. „Hier ist der Leidensdruck am größten”, sagt Benz. Während die Platten selbst theoretisch bis zu 120 Megabyte pro Sekunde übertragen könnten, drossele USB 2.0 die Geschwindigkeit auf etwa 31 bis 35 Megabyte. Die Festplatten würden somit extrem ausgebremst.

„USB 3.0 löst damit eines der drängendsten Probleme dieser Geräte.” Bisher bieten beispielsweise die Hersteller Buffalo und Western Digital eigene Geräte mit dem neuen Standard an.

Der Datenzugriff bei externen Festplatten sei durch USB 3.0 natürlich viel schneller, sagt auch Daniel Mauerhofer von Western Digital mit Sitz in Dornach bei München. Der Hersteller hat Anfang dieses Jahres mit der „My Book 3.0” die erste externe Festplatte mit dem neuen Bussystem auf den Markt gebracht haben. Ein zwei Stunden langes Video in HD-Qualität könne jetzt in weniger als drei Minuten übertragen werden, bei USB 2.0 dauert das mehr als 13 Minuten.

Um die optimale Leistung zu erreichen, sind Mauerhofer zufolge geeignete Chipsätze nötig: mindestens X38 für Intel, RD700 für AMD und MCP72 für nVidia. Der PCIe-Bus müsse aus der zweiten Generation sein. Das Speichervolumen der Festplatte reicht bis zu einem Terabyte - doch noch ist sie teurer als ein vergleichbares USB-2.0-Modell.

Ein weiterer Vorteil von USB 3.0 ergibt sich durch die bessere Stromversorgung: Durch die Verbindung über USB 3.0 dürften die externen Geräte deutlich mehr Strom ziehen, erläutert Benz. Das sei immer ein wesentlicher Punkt der Kritik an USB 2.0 gewesen. Dort waren nur 500 Milliampere bei 5 Volt respektive 2,5 Watt vorgesehen. Durch diese Beschränkung brauchten viele Geräte externe Netzteile. Mit USB 3.0 werde das Stromangebot des USB-Hosts merklich erhöht.

Leider seien bisher kaum Geräte verfügbar, die serienmäßig USB 3.0 unterstützen, sagt Benz. Lediglich die teuren Mainboards bieten passende Chips. „Gerade bei der Anbindung derselben auf den Boards wird die Geschwindigkeit von USB 3.0 oft noch nicht voll ausgereizt.” Der Standard sei bisher lediglich in High-End-Rechnern integriert.

Bis einfache PCs mit den Anschlüssen ausgestattet sind, werde noch Zeit vergehen. „Intel und AMD dürften in diesem Jahr wohl keine passenden Chipsätze mehr vorstellen.” Einfache Geräte wie Tastaturen, Mäuse oder Web-Cams würden wohl ohnehin erst einmal nicht mit USB 3.0 ausgestattet.

Insgesamt ist USB 3.0 zwar eine interessante Technik, die aber noch weit vom Massenmarkt entfernt sei, sagt Benz. „Wir befinden uns in einer sehr frühen Phase, in der nur vereinzelte, hochpreisige Geräte mit USB 3.0 ausgestattet sind. Wir rechnen damit, dass USB 3.0 im Jahr 2011 breiten Einzug in die Rechner halten wird.”

Dann würden auch die meisten Endgeräte über brauchbare Chipsätze verfügen. Das betreffe vor allem Mikrocontroller, die etwa in Digitalkameras oder digitalen Bilderrahmen stecken. Solange sie USB 3.0 nicht beherrschen, müssen Spezialchips teuer hinzu gekauft werden.


USB 3.0 bietet mehr Energiesparmöglichkeiten

Nicht nur Datenrate und Stromversorgung sind besser, auch die Energieeffizienz sei beim neuen SuperSpeed USB optimiert worden, sagt Jeff Ravencraft vom USB-Entwicklerteam. Geräte, die gerade nicht verwendet werden, würden auch nicht mit Strom versorgt. Das betreffe vor allem Geräte im Leerlauf und erhöhe somit die Lebensdauer der Batterien.

„An einem USB-Hub mit drei oder vier Geräten können einzelne Verbindungen einfach schlafen gehen”, erklärt Benz. Damit das auch klappt, müssten die Geräte diese Funktion aber unterstützen. Vor allem für mobile Endgeräte werde diese Technik aber irgendwann wichtig sein.

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