UK oder Deutschland: Wo ist das Zentrum der europäischen Start-up-Szene?

Von: rd
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Berlin. Viele europäische Hauptstädte sind zu Zentren für internationale Gründer und Start-ups geworden. In Europa haben sich vor allem London und Berlin zu Hotspots entwickelt.

 Durch die Abstimmung für den Brexit wurde allerdings unklar, ob sich London als bedeutendste europäische Start-up-Metropole halten kann. Auch über die Bedeutung der Londoner Börse und die Bereitschaft zu Börsengängen wertvoller Start-ups wurde diskutiert.

Deutschland und insbesondere Berlin könnten dadurch als Standort an Bedeutung gewinnen, wenn viele Unternehmen die Insel verlassen. Doch bisher ist das nicht geschehen.

London: Start-ups gehen an die Börse

London ist das Zentrum unzähliger Start-ups. Eines davon ist Eve Sleep. Das Unternehmen liefert nur ein einziges Matratzenmodell, die Eve Mattress, diese dafür direkt an die Haustür und mit 100 Tagen Zeit zum Probeliegen. Im Büro in Camden feilen die Mitarbeiter am Design, und dort sitzt auch die Geschäftsleitung.

Die Produktionsstätte für den deutschen Markt befindet sich allerdings in Deutschland, weil die Matratzen hier nicht wie in England mit speziellen chemischen Brandschutzmitteln verarbeitet werden müssen.

Das Unternehmen ist gerade wie mehrere andere auch an die Börse gegangen: Eve Sleep hat bei seinem Börsengang 35 Millionen Pfund frisches Kapital eingesammelt. Die Bewertung wurde auf 140 Millionen Pfund gesetzt. Der anfängliche "Brexit-Schock" sei also fast wieder überwunden, schreibt der britische "Telegraph".

Deutschland ist zu bürokratisch

Wer ein Start-up lieber in Deutschland gründen möchte, profitiert von einigen Vorteilen. Vor allem Berlin eignet sich für internationale Gründer als Standort, da man im Unterschied zu vielen anderen deutschen Städten dort auch ohne Deutschkenntnisse sein Business betreiben und leben kann.

Die deutsche Start-up-Szene und viele Geldgeber sind hier versammelt. Wenn es um Investitionen beispielsweise im Bereich Hardware gehe, müssten Gründer allerdings auf ausländische Investoren zählen, meint Tobias Eichenwald vom Start-up Senic. Es gebe zwar gerade im Bereich Maschinenbau in Deutschland einen finanziell starken und mit umfassendem Know-how ausgestatteten Mittelstand.

Doch es fehle noch die Verbindung zur und Unterstützung der jungen Start-up-Generation. Die Geldgeber in Berlin konzentrieren sich vor allem auf den E-Commerce.

Zudem gibt es in Deutschland noch viele bürokratische Hürden für die jungen Unternehmerinnen und Unternehmer zu überwinden. So braucht ein Start-up, um schnell zu wachsen, unmittelbar Geld und nicht erst mehrere Monate nach einer Bewerbung oder Antragstellung, beispielsweise bei der GfK.

Start-up-Gründungen in Aachen

In Aachen ist natürlich die RWTH einer der Angelpunkte für Studierende mit Start-up-Ambitionen. Hier gibt es ein Gründerzentrum, das diverse Veranstaltungen rund um die Gründung organisiert. Im Oktober veranstaltet es erstmalig die Digitalkonferenz "atec'17".

An der Aachener Uni wurde unter anderem die bei Studierenden beliebte App Jodel vom damaligen RWTH-Studenten Alessio Borgmeyer gegründet; das Jung-Unternehmen hat seinen Sitz inzwischen in Berlin. Nun haben einige amerikanische Investoren Interesse an der App gezeigt. Möglicherweise expandiert das Unternehmen in die Vereinigten Staaten und erschließt so einen größeren Markt.

Bisher wird außer in Deutschland vor allem in Skandinavien, einigen westeuropäischen Ländern und Saudi-Arabien "gejodelt". Ende 2015 gab die Firma zuletzt offizielle Nutzerzahlen an; damals zählte das Unternehmen bereits über 1 Million Mitglieder.

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