Lübeck/München - Übersichtlich und platzsparend: Der richtige Client zum Twittern

Übersichtlich und platzsparend: Der richtige Client zum Twittern

Von: Philipp Laage, dpa
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Twittern leichtgemacht: Clients wie Twibble für Handys sowie TweetDeck oder Twitterfeed für den Rechner sollen für mehr Komfort sorgen. Foto: dpa

Lübeck/München. Twittern ist mehr als das Versenden von 140-Zeichen-Nachrichten im Internet. Das zeigt sich auch an der Vielfalt an Twitter-Clients, die das Zwitschern möglichst einfach und unkompliziert gestalten sollen.

Die kleinen Programme bieten zahlreiche Funktionen und bedienen unterschiedliche Ansprüche an Übersichtlichkeit und Umfang. Darüber hinaus steht und fällt die Entscheidung für einen bestimmten Client damit, ob der Nutzer eher vom PC zu Hause oder mobil über ein Handy oder Smartphone twittert.

Twitter-Clients können mehr als die spartanische Weboberfläche, sie sparen vor allem Zeit und unnötige Klicks, sagt Nicole Simon, Social-Media-Expertin aus Lübeck und Autorin des Blogs http://www.mit140zeichen.de.

„Und sie helfen, alles auf einen Blick sehen zu können: neue Tweets, Antworten an mich oder Ergebnisse für bestimmte Suchanfragen.” Die Clients erlaubten auch, die gleichen Nachrichten an Facebook und Myspace zu senden. „Dass man mit den meisten Clients auf mehr als einen Nutzer zugreifen kann, ist für den normalen User nicht so wichtig.” Doch für den Profi-User sei das unentbehrlich.

Die Clients bieten also verschiedenste Zusatzmöglichkeiten, die das Twittern einfacher und besser machen sollen. Am beliebtesten sei aber nach wie vor die Twitter-Oberfläche selbst, so Manuel Schreiber von der in München erscheinenden Computer-Zeitschrift „Chip”. Weit verbreitet sei allerdings auch das Tool TweetDeck. „Der wohl beliebteste Web-Client ist Twitterfeed, bei dem der Nutzer seine Nachrichten auch über Facebook veröffentlichen kann.”

Der herkömmliche Desktop-PC ist das vorrangige Einsatzgebiet eines Twitter-Clients. Praktisch sei ein eher schlanker Client für ambitionierte Twitter-Nutzer mit nur einem Account. Dazu zähle zum Beispiel Twhirl, sagt Sven Wiesner, freier Social-Media-Berater aus Hamburg und Autor des Blogs http://www.webzweipunktnull.de. Die kompakte und einspaltige Anwendung platziere man ähnlich wie einen Instant Messenger einfach am unteren Rand des Desktops.

Twhirl bringe den vollen Funktionsumfang eines guten Twitter-Clients mit, sagt Wiesner. „Neben Basisfunktionen wie Fotos hochladen, Tweets favorisieren und Reply, Retweet oder Direct Message auf Knopfdruck bietet Twhirl noch eine Reihe frei wählbarer URL-Shortener-Dienste und ein gelungenes Design.” Mit den URL-Shortenern lassen sich lange Links verkürzen und somit besser als Nachricht versenden. Zusätzlicher Vorteil sei die einstellbare Benachrichtigung bei neu eingehenden Replys oder direkten Nachrichten.

Wer seinen Browser permanent geöffnet hat und Twitter nur nebenher nutzt, erhalte mit einem Add-On wie Twitterfox für Firefox ein übersichtliches und schlankes Tool, sagt Schreiber. „Es ist auch bestens für Net- und Notebooks geeignet.”

Bei den Clients spiele generell die Übersichtlichkeit eine wichtige Rolle. Listen, Direct Messages, Mentions - das sollte alles sofort sichtbar sein. „Wichtig ist auch die Größe des Clients: Einige Tools beanspruchen den ganzen Bildschirm, andere kommen mit kurzen Hinweisfenstern aus.”

Andere User legen Wert darauf, mehrere Twitter-Accounts verwalten zu können - wenn sie zum Beispiel privates und berufliches Twittern trennen wollen. Ein Tool dafür ist das schon erwähnte TweetDeck. Ein anderes interessantes Programm ist laut Wiesner Seesmic Desktop. „Beide Clients arbeiten betriebssystemunabhängig und sind echte Alleskönner in Sachen Viel-Twittern, dafür nehmen sie jedoch den gesamten Desktop in Anspruch.” Der Vorteil liege darin, dass der Anwender so bequem mehrere Accounts und sogar Suchanfragen oder bestimmte Nutzergruppen auf einem Blick im Auge hat.

Twitter-Clients für den mobilen Einsatz setzen wiederum auf ein möglichst klares und übersichtliches Design der Oberfläche. Dadurch, dass Handys zum Teil sehr unterschiedliche Displaygrößen besitzen, gebe es hier für beinahe jedes Handy besser und schlechter geeignete Clients, erklärt Wiesner.

„Während bei Android-Smartphones und dem iPhone mit bequemen und großem Touchscreen die Wahl auf Twitdroid oder Tweetie fällt, nutzen Besitzer von klassischen Handys und Blackberrys verschiedenste Clients.” Hier entscheide klar, mit welchem man persönlich am besten arbeiten kann.

Viele wollen alles auf einen Blick sehen oder aber schneller Antworten schreiben können, sagt Simon. Andere möchten zeitversetzt Tweets senden oder Gruppen auf dem Computer einrichten und dann von unterwegs nutzen. „Doch Funktionen alleine reichen nicht, deswegen ist das Ausprobieren so wichtig.” Es hänge von den persönlichen Vorlieben ab, was man lieber nutzen will - und deswegen sollte sich der Nutzer umschauen und ausprobieren.

Als Faustregel gelte: Wenn ich nichts vermisse und mich nichts stört, dann benutze ich die richtige Oberfläche, sagt Simon. „Wenn ich etwas vermisse, sollte ich mich umschauen, welches Programm anbietet, was ich brauche.” Einsteiger sollten sich zunächst mit der einfachen Web-Oberfläche vertraut machen, nur so könnten sie alle Funktionen kennenlernen.

Und dann fragt man sich: „Welche Funktionen will ich haben? Was brauche ich noch? Was macht mir das Twittern einfacher?” Im Anschluss einen passenden Twitter-Client zu finden, dürfte dann angesichts des großen Angebots kein Problem sein.
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