Üben am Rechner: Lernportale für Schüler und Erwachsene

Von: Nadine Hantke, dpa
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Üben am Rechner: Lernportale für Schüler und Erwachsene
Lernhilfe aus dem World Wide Web? Entsprechende Portale haben Experten zufolge sowohl Vor- als auch Nachteile. Foto: dpa

Bielefeld. Lehrer haben alles andere als ausgedient. Dennoch wird computergestütztes Lernen, bei dem der „Pauker” erstmal überflüssig ist, immer wichtiger. Internet-Plattformen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene bieten Hilfe an bei fast jedem Thema - vom Rechnen über Business-Englisch bis zum Chinesisch.

Experten betonen die Vor- ebenso wie die Nachteile des Lernens am Rechner. Hier kommen ein kurzer Abriss der Diskussion und einige Plattformen im Porträt.

Markus Walber ist überzeugt: Lernende verstehen den Stoff besser, wenn sie sich mit anderen darüber austauschen können - etwa mit dem Herrn oder der Dame am Pult. „Die Vision, dass man Lehrer ersetzen kann, ist wohl gescheitert”, sagt der Erziehungswissenschaftler, der an der Uni Bielefeld zum „E-Learning” forscht. Auch Prof. Hartmut Warkus von der Uni Leipzig ist der Auffassung, dass jemand den Lernprozess vorantreiben muss. „Ein Kind darf daher nicht einfach allein vor einen Onlinekurs gesetzt werden”, so der Mediendidaktiker.

Die Pädagogen sehen aber auch die positiven Aspekte des Lernens am Rechner. Das Hauptpotenzial liege in der „Unabhängigkeit von Raum und Zeit”, sagt Markus Walber. „Weitere Vorteile sind das schnelle Feedback und das schnelle Erfolgserlebnis, das man beim Arbeiten mit Online-Lernplattformen hat”, findet Prof. Warkus. Zudem mache gerade Kindern die Arbeit am Rechner einfach Spaß: „Schon mit Maus und Tastatur zu arbeiten ist für Grundschüler interessant”. Insgesamt seien Lernportale daher eine sinnvolle Ergänzung

SCOYO: Das Lernportal für Schüler von der ersten bis zur siebten Klasse hat zuletzt vor allem dadurch für Aufsehen gesorgt, dass der Medienkonzern Bertelsmann es an den Fernsehsender SuperRTL verkauft hat. Kurz zuvor hatte Scoyo (http://www.scoyo.de ) noch die „Giga-Maus”, den Medienpreis der Zeitschrift „Eltern family”, gewonnen.

Der Ansatz der Betreiber ist, den Stoff der wichtigsten Fächer in Animations- und Themenwelten zu vermitteln. Die Inhalte sind daher in kindgerecht-spannende Geschichten verpackt. Anhand von Übungs- und Testaufgaben können die Schüler den gelernten Stoff überprüfen. Per separatem Zugang haben die Eltern die Möglichkeit, den Fortschritt ihrer Kinder zu beobachten. Das Abonnement kostet je nach Dauer des Vertrags im Monat zwischen knapp 10 und knapp 20 Euro.

BABBEL: Auf interaktives und multimediales Training setzt Babbel (http://de.babbel.com ). Sowohl Englisch-, Spanisch-, Französisch- und Italienisch- als auch Deutschkurse gibt es auf der von einer Firma aus Berlin betriebenen Seite. Ein „Wiederholungs-Manager” passt die Übungen dem individuellen Lernfortschritt an. Zudem bieten die Betreiber eine soziale Komponente: Die Community-Funktion ermöglicht, Kontakt mit eingeloggten Lernenden aus der ganzen Welt aufzunehmen und so die jeweilige Sprache praktisch anzuwenden. Der Zugang kostet je nach Buchungszeitraum zwischen knapp 5 und knapp 9 Euro im Monat.

PLANET-TMX: Der Vokabeltrainer Planet-Tmx (http://www.planet-tmx.com ) befand sich bis zuletzt noch im Teststadium und stand kostenlos zur Verfügung. Die Betreiber aus Friedrichsdorf im Taunus haben das altbekannte Karteikarten-System ins Web-Zeitalter übertragen. Das ermöglicht, die digitalen Kärtchen mit Bildern, Sounddateien zur Erläuterung der Aussprache, Infos über Synonyme und interaktiven Übungen aufzupeppen. Nach dem Ablauf der Betaphase soll die Nutzung pro Monat zwischen etwa 3 und 5 Euro kosten.

SOFATUTOR: Eine ganz besondere Art des Lernens will der Sofatutor (http://www.sofatutor.com ) ermöglichen: Nutzer finden auf der Plattform rund 2200 Bildungsvideos mit einem Schwerpunkt auf Mathematik. In den Clips erläutern Lehrer oder auch andere Nutzer die Lerninhalte. Im Prinzip kann jeder ein Lernvideo hochladen - wenn es die Prüfung beim Betreiber besteht. Für jeden Aufruf seines Clips erhält der Produzent eine kleine Entlohnung. Wer nur gucken will: Die ersten 30 Sekunden jedes Videos sind gratis, für mehr ist eine Registrierung nötig - verbunden mit monatlichen Kosten in Höhe von 8 bis 14 Euro.

Vor der Entscheidung für eine Lernplattform sollte erstmal von Möglichkeiten zum kostenlosen Testen Gebrauch gemacht werden, rät der TÜV Süd in München. Ein guter Anbieter hat kein Problem damit, wenn potenzielle Nutzer nicht die Katze im Sack kaufen wollen.

Außerdem empfehlen die IT-Experten vom TÜV Süd, auf eine sichere Datenübermittlung zu achten. Sie ist etwa am „https” am Anfang der Webadresse zu erkennen. Produkte, Leistungen und die Preisgestaltung sollten transparent beschrieben sein. Möglichst unkompliziert sollten sich Informationen zum Anbieters finden lassen. Wer vor diesem Hintergrund Zweifel an einem Angebot hat, lässt besser die Finger weg - in allen anderen Fällen gilt: Rechner hochfahren und loslernen.
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