Hannover - Trotz sinkender Preise: Blu-ray Brenner für den PC lohnen sich kaum

Trotz sinkender Preise: Blu-ray Brenner für den PC lohnen sich kaum

Von: Ralph Bauer, dapd
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„Die Zukunft ist blau”, hatten Hersteller der Blu-ray Disc den Verbrauchern schon vor Jahren versprochen. Als Speichermedium für den Computer wird die Scheibe mit der hohen Kapazität aber immer noch wenig eingesetzt. Foto: dpa

Hannover. Die Speicherkapazität optischer Medien hat sich in den vergangenen zehn Jahren rasant entwickelt: Die CD fasst 700 Megabyte, die DVD 4,7 Gigabyte (GB), Blu-ray kann mindestens 25 GB Daten aufnehmen. Während ein DVD-Brenner zum Standard bei Desktop-PCs gehört, hat sich das Blu-ray-Pendant bis dato kaum durchgesetzt.

Und das obwohl die Preise für interne Geräte die Hundert-Euro-Marke unterschritten haben. „Als Datenspeicher ist die Blu-ray Disc gegenüber Festplatten nicht konkurrenzfähig”, sagt Hartmut Gieselmann von der Zeitschrift „ct”. Dies zeige die geringe Nachfrage der Leser an dem Thema, aber auch die Tatsache, dass praktisch kaum einer der neuen Komplett-PC einen entsprechenden Brenner für die XL-Datenträger an Bord habe.

Im Vergleich zu externen Festplatten seien die Rohlinge mit Preisen um die zwei Euro schlicht nicht konkurrenzfähig. „Ich kann niemandem empfehlen, große Medienarchive auf Blu-ray Disc zu sichern. Der Zeitaufwand ist gegenüber Festplatten ungleich größer, selbst wenn man auf letzteren die Daten zur Sicherheit doppelt ablegt.”

Filme kopieren nicht möglich

Während DVD-Rohlinge durch das Kopieren von DVD-Videos boomten, seien Blu-ray-Rohlinge kaum verbreitet, sagt Gieselmann. Dies liege unter anderem daran, dass aufgrund des Kopierschutzes Blu-ray-Filme nicht 1:1 kopiert werden können. Gieselmann glaubt nicht an eine große Zukunft des Mediums: „Das wird sich ähnlich schlecht durchsetzen wie die ZIP-Laufwerke in den 90er Jahren.” Für Privatanwender gebe es „kaum eine sinnvolle Anwendung” für Blu-ray-Brenner.

Einziger Vorteil ist nach Angaben des Experten die im Vergleich zur mechanischen Festplatte größere Ausfallsicherheit. Trotzdem müsse man die Datenträger etwa alle fünf Jahre neu sichern und es sei nicht gewährleistet, dass es in zehn bis zwanzig Jahren überhaupt noch Laufwerke für die Blu-ray Discs gibt. „Die Migration auf andere Systeme könnte dann schwierig werden”, sagt Gieselmann.

Blu-ray-Laufwerke ohne Brennfunktion spielen HD-Filme am PC ab. Allerdings benötigt man dazu einen leistungsfähigen Computer. „Da ist es häufig günstiger, sich einen Standalone-Player für den Fernseher zu kaufen”, sagt Gieselmann. Daneben hätten sich inzwischen Festplatten-Player durchgesetzt, die HD-Filme von externen Festplatten oder als Stream aus dem Netzwerk an den Fernseher ausgeben.

Preisunterschiede für Brenner gering

Wer trotz allem einen Blu-ray-Brenner möchte, könne nach Preis und Verfügbarkeit entscheiden, rät Gieselmann. Aktuell kosten interne Modelle zum Einbau zwischen 90 und 150 Euro. „Es gibt ohnehin nur noch eine Handvoll Hersteller, von daher sind die Unterschiede eher gering”, sagt Gieselmann. Er rechnet mit fallenden Preisen.

Um gute Brennergebnisse zu erhalten, sei vor allem die Auswahl der richtigen Rohlinge entscheidend. „Man sollte besonders darauf achten, qualitativ hochwertige Rohlinge zu nehmen”, sagt Gieselmann. Diese würden etwa von Verbatim oder JVC zwei Euro und mehr kosten. Aufgrund des Erdbebens in Japan sei bei JVC allerdings mit Lieferengpässen zu rechnen.

Gieselmann rät außerdem, sich nicht auf die Tempoangaben der Hersteller zu verlassen, sondern nur maximal das halbe Schreibtempo zu wählen. Eine Überprüfung der Brennqualität, welche beispielsweise Modelle von Plextor bieten, könne ebenso helfen, Fehlbrände zu vermeiden. Insgesamt sei das Brennen aber im Vergleich zur Festplattenspeicherung „sehr zeitintensiv”.

Optische Speicherung ohne Zukunft

Auch Branchenkenner Michael Schidlack vom Verband Bitkom sieht keine große Zukunft für Blu-ray-Laufwerke im PC. „Der langfristige Weg geht hin zu nicht-optischen Speichern”, sagt er. Darum gebe es kaum Nachfrage nach Brennern und sie fänden sich auch nicht in Komplettrechnern.

Dies liege zum einen an den niedrigen Preisen für Festplatten, zum anderen an der zunehmenden Möglichkeit, etwa externe Festplatten wie USB anzuschließen oder den Fernseher via Netzwerk mit dem PC und den darauf lagernden Mediendateien zu verknüpfen. „Die optische Speicherung läuft aus”, sagt Schidlack.
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