Stress: Die Kehrseite moderner Kommunikationsmittel

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Düsseldorf. Handy, E-Mail, mobiles Web und Arbeiten vom heimischen Internet-Anschluss aus haben den Arbeitsalltag in vielen Branchen nachhaltig verändert. Doch sie bedeuten nicht nur mehr Flexibilität, sondern können enormen Stress verursachen und so zu einer gesundheitlichen Belastung für den Arbeitnehmer werden.

Mobiltelefone und Blackberrys sorgen dafür, dass viele Berufstätige heute für ihre Arbeitgeber und Geschäftspartner rund um die Uhr an jedem Tag der Woche erreichbar sind. Eine klare Abgrenzung zwischen Arbeit und Privatleben ist hierbei nicht mehr in jedem Fall gegeben.

Anstatt den Sonntagmorgen ungestört mit seinen Kindern zu verbringen, muss so mancher Familienvater sogar von unterwegs aus über das Internet auf das Firmennetzwerk zugreifen und Arbeiten erledigen. Viele dieser Tätigkeiten hätten noch vor ein paar Jahren bis zum Montag warten können, als es die entsprechenden Fernzugriffs-Technologien noch nicht gegeben hat.

Zudem wird häufig über E-Mails kommuniziert, und das oft ausgiebiger, als es früher auf anderen Wegen der Fall gewesen ist. Die Folge ist eine regelrechte E-Mail-Flut, die über Berufstätige hereinbricht. Diese permanente Überflutung mit Informationen und auch die ständige Erreichbarkeit über neue elektronische Geräte stören ein Drittel der Erwerbstätigen und sind die zweithäufigste Ursache für berufsbedingten Stress.

Das geht aus der aktuellen Studie „Kundenkompass Stress” hervor, die von der Techniker Krankenkasse in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z-Institut erstellt worden ist.

In vielen Betrieben ist es zudem so, dass die modernen Medien verstärkt in die Informationsbeschaffung mit einbezogen oder gar aktiv mit Inhalten bestückt werden müssen. Diese neuen Tätigkeiten kommen zu den klassischen Arbeitsfeldern hinzu, durch Online-Arbeiten entsteht also nicht selten eine Mehrbelastung.

Diese und weitere Faktoren führen häufig dazu, dass vertraglich festgelegte Arbeitszeiten nicht mehr ausreichen, um die anfallende Arbeit erledigen zu können - Überstunden sind die Folge. Laut „Kundenkompass Stress” fühlen sich von den Menschen, die viele Überstunden leisten, 94 Prozent gestresst. Fast jeder Zweite ist demnach häufig oder ständig im Stress.

Diese Entwicklung ist alarmierend, denn Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die in Deutschland noch immer die meisten Todesfälle verursachen, treten bei den Menschen unter ständigem Druck doppelt so häufig auf wie bei den wenig bis gar nicht Gestressten.
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