Start-ups und Pecha Kucha: Trends auf der CeBIT 2013

Von: Dirk Averesch, dpa
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Cloud-Computing
Neben mobilen Anwendungen bleibt die Cloud eines der Topthemen der CeBIT. Foto: dpa
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Für aufmerksame Zuhörer: Auf der CeBIT 2013 gibt es mehr Konferenzen als bisher. Foto: dpa
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Großes Interesse für gute Ideen: Start-ups sind inzwischen fester Bestandteil der CeBIT. Foto: dpa
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Volle Hallen und Gedränge gehören auch zur CeBIT. Foto: dpa
Shareconomy
Teilen, leihen, zusammenarbeiten - alles übers Internet. So sieht Shareconomy aus. Foto: dpa

Berlin/Hannover. Im Netz wird getauscht, geteilt und gemeinsam genutzt: Nicht nur Software, Musik oder Filme, sondern auch Wissen. In der Summe ergibt das die Shareconomy - diesen Begriff haben die Messemacher sich als Motto der CeBIT 2013 ausgedacht.

Aber auch in Hannover geht es nicht ganz ohne Smartphones und Tablets. Außerdem gibt es viele nachhaltige Start-up-Ideen und spannende Forschungsprojekte zu entdecken.

Im Mittelpunkt der Messe steht der Wandel vom Haben zum Teilen oder vom Kaufen zum Mieten. Musikstreaming-Dienste, Mietsoftware, Blogs oder Wikis sind nur einige Beispiele dafür. „Auf der CeBIT sind unheimlich viele Lösungen zu finden”, sagt Messesprecherin Gabriele Dörries. Dazu gehörten auch neue Carsharing-Ideen wie die des Unternehmens Carzapp. „Das ist ein Pionier des privaten Carsharings”, erklärt Dörries. Die Idee des Start-ups: Jeder kann seinen Wagen vermieten, wenn er ihn gerade nicht braucht. Dazu wird kostenlos ein GPS-Schließsystem eingebaut, als Schlüssel für Mieter dient eine Smartphone-App. Ein Testlauf soll im Frühjahr in Berlin starten.

Die wichtigsten Hightech-Themen des Jahres sind einer Bitkom-Branchen-Umfrage zufolge wie im Vorjahr Cloud Computing und mobile Anwendungen. „Drei Viertel der Aussteller zeigen Produkte zum Thema Mobilität, dazu gehören Smartphones und Tablets”, sagt Dörries. Viele Geräte sind im nur fürs Fachpublikum offenen Planet Reseller zu sehen. Privatbesucher können sich aber etwa im Zubehör- und Gadgetbereich i-land (Halle 16) umschauen, rät Dörries. „Das steht herstellerübergreifend für Produkte rund um Smartphone und Tablet.”

Über IT-Sicherheit, die De-Mail, die Onlineausweisfunktion des neuen E-Persos oder die Bereitstellung öffentlicher Daten (Open Data) informieren Bund und Länder im Bereich Government for you (Halle 7). Dort wird auch die neue Mobile-E-Government-Plattform GovApps vorgestellt, ein Info-Verzeichnis zu Apps staatlicher Stellen und ausgesuchten privaten Entwicklungen mit großem Mehrwert für die Allgemeinheit. „Rathaus im mobilen Internet” nennt das Cornelia Rogall-Grothe, die IT-Beauftragte der Bundesregierung.

Neben einem aufgebohrten Konferenzprogramm erwartet CeBIT-Besucher im Foyer des Convention Centers (CC) auch die sogenannte Open Stage. „Die soll das Gefühl vermitteln, dass wir den Hyde Park nach Hannover geholt haben”, sagt Gabriele Dörries. Vor allem Jungunternehmer und Kreative sollen die Speakers Corner im niedersächsischen Exil spontan nutzen, um ihre Ideen vorzustellen - überwiegend in der weniger ermüdenden Vortragstechnik Pecha Kucha: Erlaubt sind nur 20 Folien mit jeweils 20 Sekunden Erklärung.

Innovationen werden auf der CeBIT auch mit Start-Up-Wettbewerben wie dem Innovators Pitch gefördert. „Das ist ein offener Wettbewerb für junge Unternehmen, bei dem wir die beste Digital-Life-Idee suchen”, erklärt Alexandra Prümke, Start-up-Projektleiterin beim Ausrichter Bitkom. Die Preisverleihung findet am 6. März statt (Halle 6, Stand H32). Vorjahressieger war die Cloud-Dokumentenverwaltung Smarchive.

„Ganz neu ist der CeBIT Innovation Award, der sich an Nachwuchsforscher und -entwickler richtet”, erklärt Dörries. Bei der Eröffnungsfeier am 5. März werden drei besonders benutzerfreundliche Anwendungen ausgezeichnet (Halle 9, Stand J50).

Die Start-up-Initiative Code_n (Halle 16, Stand D30) präsentiert insgesamt 50 alternative Mobilitätsideen, grüne Cloud-Lösungen oder Projekte rund um erneuerbare Energien. Darunter ist zum Beispiel DeinBus.de mit der Idee, genug Reisende zu sammeln, die am selben Tag das gleiche Ziel haben, und dann einen Bus für die Gruppe zu chartern. Das Netzwerk PlugSurfing dagegen kartiert und bewertet europaweit Tankstellen für Elektrofahrzeuge. Auch Futuristisches wie das rein elektrisch angetriebene Fluggerät Volocopter gibt es zu sehen.

„Ganz gespannt sind wir auch auf Produkte und Innovationen der polnischen Aussteller”, sagt Messesprecherin Dörries. „Die polnische Spieleindustrie hat einen ausgezeichneten Ruf.” Die Games - nicht nur aus dem Nachbarland - werden neben anderen Entertainment- und Smart-Home-Neuheiten im Bereich Life (Hallen 17, 18, 23) ausgestellt.

An einer elektronischen OP-Überwachung arbeitet das Fraunhofer ISST. Die Forscher nutzen den Kinect-Sensor der Spielekonsole Xbox 360, um den Patienten als Skelettmodell zu erfassen und die Eingriffsstelle mit der OP-Planung abzugleichen. Verwechslungen oder Falscheingriffe sollen so verhindert werden (Halle 9, Stand E08).

Einen mit Sensoren gespickten Senioren-Fernsehsessel, der Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung des Blutes, Blutdruck oder Körpergewicht überwacht, bringt das Fraunhofer IIS nach Hannover. Am TV können die Daten überwacht werden. Sind die Werte mies, verwandelt sich der Sessel in eine Rudermaschine, und der Senior muss sich nach Fitness-Anweisungen auf dem Fernseher in die Riemen legen.

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