Bonn - Sprachsteuerung bei Smartphones steckt noch in den Kinderschuhen

Sprachsteuerung bei Smartphones steckt noch in den Kinderschuhen

Von: dapd
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Bonn. Seit Apple seinem neuen iPhone 4S mit Siri eine spezielle Sprachsteuerung verpasst hat, ist das Thema in aller Munde. Dem Smartphone per Stimme zu befehlen, E-Mails oder SMS zu schreiben oder bestimmte Internetseiten aufzurufen - das funktioniert aber in der Praxis längst nicht so, wie es die Hersteller anpreisen.

„Die Sprachsteuerung steckt derzeit noch in den Kinderschuhen”, fasst Markus Tillmanns vom Internetportal „Handytarife.de” einen entsprechenden Test zusammen.

Dabei setzten die drei wichtigsten mobilen Betriebssysteme schon länger auf die Möglichkeit, dem Smartphone mit der Stimme Befehle geben zu können. „Android nennt seine entsprechende Vorzeige-App Sprachsuche, Apple spricht von Siri und Microsoft hat vor einigen Jahren die Sprachsteuerung von Tellme erworben”, ergänzt der Test-Redakteur. Theoretisch habe also jeder Smartphonebesitzer die Möglichkeit, die Funktion zu nutzen, wobei sich die Sprachsteuerung älterer iPhones auf das Wählen einer bestimmten Nummer beschränke.

Nach Beobachtung Tillmanns ist die Android-App durchaus vergleichbar mit dem Funktionsumfang, den das iPhone 3GS liefert. Allerdings gab es beim E-Mail Schreiben diverse Rückfragen, bevor das Gerät den Auftrag erfüllte. Ebenso bei Windows Phone, das mit der kuriosen Meldung „Sie können senden oder ”nochmal versuchen„ sagen” aufwartete. Beim Testpunkt, den Wetterbericht speziell von Bonn aufzurufen, kapitulierte das System. Dagegen ließen sich auf allen Plattformen mit Spracheingabe relativ einfach Termine auf dem Kalender hinzufügen.

Im Gegensatz zu den Kontrahenten kann dies Siri auch in Dialogform. So führt etwa der Satz „Ich möchte am Sonntag mit meiner Frau essen gehen” zur Rückfrage, ob dies im Kalender vermerkt werden soll. SMS, E-Mails und Suchanfragen führt die Apple-Applikation ebenfalls zuverlässig aus. „Auf dem Weg zur intelligenten Sprachsteuerung zeigt vor allem Siri, wohin der Weg gehen kann”, kommentiert Tillmanns. Dabei ließe sich der Funktionsumfang noch erweitern, wenn man das englische Sprachmodul nutze.

Neben Tillmanns sieht auch die Fachzeitschrift „Connect” das Thema eher zurückhaltend. Sprachsteuerung bleibe „ein nettes Gimmick, ein Add-On”. Ein Kaufargument dürfe es kaum werden, und ob die Leute auf der Straße nun alle anfingen mit ihren iPhones zu reden „scheint ebenfalls etwas unwahrscheinlich”, heißt es in einem Artikel zu Siri.

Tillmanns sieht es als wichtiger an, statt der Sprachsteuerung die Akkulaufzeiten der Smartphones zu verbessern oder Geräte herauszubringen, welchen den neuen schnellen Internetstandard LTE unterstützen.
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