Schönere neue Spielewelt: Grafikkarten mit DirectX 11

Von: Sascha Rettig, dpa
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Computerspieler
Bei Profi-Spielern - wie hier auf den World Cyber Games - stecken immer die aktuellsten Grafikkarten in den Rechnern. Zu Hause reichen oft auch ältere Modelle - wenn man bereit ist, Abstriche in der Detaildarstellung zu machen. Foto: dpa

Hannover/Hamburg. Plastischer, detaillierter, schneller, schöner: Microsoft verspricht Computerspielern viel, wenn sie Grafikkarten mit Unterstützung für DirectX 11 kaufen. Denn über die Programmierschnittstelle können Spiele direkt auf die Karte zugreifen. Doch wer braucht das?

DirectX ist ein Paket aus Programmierschnittstellen. Sie unterstützen nicht nur komplexe Grafiken, sondern können auch für die Audio-Wiedergabe und zum Ansteuern von Mäusen oder Joysticks verwendet werden. Von Version zu Version werden die Schnittstellen mächtiger. Einsteiger-Grafikkarten können aber in der Regel nicht alle Funktionen der neuesten Version 11 ausschöpfen.

Die beiden größten und für Spieler wichtigsten Grafikchip- und Kartenhersteller sind AMD und Nvidia. „Für welchen der Hersteller man sich letztlich entscheidet, ist für viele Nutzer fast schon eine religiöse Frage”, erklärt Martin Fischer von der Computerzeitschrift „ct”. Unterschiede gebe es beispielsweise beim Treibersupport, wo Nvidia in einigen Bereichen etwas besser sein könne. Dafür seien Grafikkarten von AMD bei vergleichbarer Leistung etwas billiger. „Hinsichtlich der unterstützten Schnittstellen gibt es jedoch nur noch wenige Unterschiede”, sagt Fischer. Zu den wichtigsten, also DirectX 11 und OpenGL, seien die aktuellen Grafikchips beider Hersteller kompatibel.

„DirectX 11 bietet Vorteile für die Bildqualität in Computerspielen”, sagt Ingolf Leschke von „Computer-Bild”. „Allerdings müssen die Spiele auch in DirectX 11 programmiert sein.” Bislang gebe es erst wenige Spiele, die sich die Vorzüge der Programmschnittstelle, die es seit 2009 für die Betriebssysteme Windows Vista und 7 gibt, zu Nutze machten. Darunter sind das Spiel zum Post-Apokalypse-Thriller „Metro 2033”, der Shooter „Battlefield: Bad Company 2” und das Rennspiel „Colin McRae: Dirt 2”.

Zu den wichtigsten Neuerungen von DirectX 11 im Vergleich zur Vorgängerversion gehört die sogenannte Tessellation. „Dadurch wird der geometrische Detailgrad in Spielen verfeinert, ohne dass der Hauptprozessor viel dafür tun muss”, erklärt Martin Fischer. „Spielobjekte und Flächen, etwa Ziegeldächer, wirken dadurch plastischer und detailreicher.”

Eigentlich sollten die neuen Grafikkarten mit DirectX-11-Unterstützung nicht nur eine bessere Bildqualität liefern, sondern auch schneller werden. „Das Tempo sollte sich um etwa 30 Prozent erhöhen, aber bei den ersten Karten war das Gegenteil der Fall”, kritisiert Ingolf Leschke. „Die Leistung reichte oft nicht für eine flüssige Bildwiedergabe.” Bei aktuellen Karten trete dieses Manko aber nicht mehr auf.

Eine Grafikkarte, die mit DirectX 11 kompatibel ist, muss kein Vermögen kosten. Selbst aktuelle Karten der unteren Preisklasse um die 60 bis 70 Euro unterstützen bereits DirectX 11. „Da die dann allerdings nicht so leistungsstark sind, muss man beispielsweise die Details in der Grafik reduzieren”, erklärt Fabian Schusdziara von der Zeitschrift „PC Praxis”. „Für eine gute, spieletaugliche Grafikkarte für DirectX 11 müssen mindestens 150 Euro investiert werden - beispielsweise für die Nvidia Geforce GTX-460 oder die AMD Radeon HD 6850.”

Die Grafikkarten der Oberklasse für 400 Euro oder mehr lohnen sich hingegen nur für die wenigsten Spieler. „Die sind nur für diejenigen, die immer sofort die neuesten Spiele spielen wollen und dabei auch auf eine hohe Detailwiedergabe großen Wert legen”, erklärt Leschke. „Wer jetzt aufrüstet, sollte aber in jedem Fall DirectX 11 berücksichtigen.”

Generell sollte man sich allerdings vor dem Kauf einer neuen Grafikkarte einige Fragen stellen: „Welche Auflösung hat das verwendete Display? Höhere Auflösungen fordern stärkere Grafikkarten”, erklärt Fischer. „Außerdem ist wichtig, ob ich wirklich alle Details hochdrehen will, also ob beispielsweise Tesselation, Kantenglättung und schärfere Texturen voll zum Einsatz kommen sollen oder ob man sich auch mit heruntergeregelten Details zufrieden geben kann.”

Egal für welche Leistungsklasse der Spieler sich letztlich entscheidet: „Der Einbau ist ganz problemlos”, sagt Schusdziara. „Die Grafikkarten müssen einfach eingesteckt und der Stromstecker angeschlossen werden.” Nur bei einem Wechsel des Grafikkarten-Herstellers kann die richtige Installation der Treiber knifflig werden.

Um das Potenzial einer schnellen Grafikkarte ausschöpfen zu können, muss auch die Systemleistung stimmen. „Um ein Spiel mit hoher Auflösung zu spielen, sollte ein schneller Dual- oder Quad-Core-Prozessor vorhanden sein”, empfiehlt Fabian Schusdziara von der „PC Praxis”. „Außerdem ist ein vier Gigabyte großer Arbeitsspeicher Pflicht, und auch das Netzteil muss mitspielen.”
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