Schockwellen im Netz: Jacksons Tod zwingt sogar Google in die Knie

Von: Marc Heckert
Letzte Aktualisierung:
Twitterlupe
Blick auf Twitter: Die Suchfunktion zeigt zum Begriff „RIP MJ” tausende Einträge aus aller Welt an.

Los Angeles/Region. Zwar werden die weltweiten, teilweise hysterischen Reaktionen auf den Tod von Michael Jackson mit denen verglichen, die Prinzessin Dianas Ableben 1997 auslöste. Doch einen Unterschied gibt es: Erstmals findet der Tod einer so bekannten Persönlichkeit einen Widerhall im Internet - und es bebt förmlich unter der Wucht.

Als am späten Donnerstagabend das amerikanische Klatschportal TMZ.com und das Webangebot der „Los Angeles Times” die Nachricht verbreiteten, brachen im Internet buchstäblich alle Dämme. Die Flut von Suchanfragen, Äußerungen und Kommentaren war so groß, dass etwa die Suchmaschine Google zeitweilig zusammenbrach - die Schutzmechanismen vermuteten hinter dem plötzlichen Bombardement von Anfragen eine gezielte Attacke und schalteten in einen Sicherheitsmodus. Auch führende US-Nachrichtenseiten wie CNN.com waren für viele Nutzer nicht mehr erreichbar.

Im Online-Lexikon Wikipedia entbrannte ein Kampf zwischen Autoren, weil in den Artikel über Jackson bereits sein Sterbedatum eingefügt wurde, bevor die Nachricht offiziell bestätigt war. Mehrere hundert Mal wurde der Artikel im Lauf der Nacht überarbeitet.

Das Plaudernetzwerk Twitter, für viele Menschen in den USA ein elementarer Nachrichtenkanal, ging unter den Hunderten von Kommentaren seiner Nutzer pro Sekunde ebenfalls zeitweilig in die Knie. Innerhalb von Minuten wurden die seit Wochen am häufigsten vorkommenden Schlagworte „Iran” und „Iranelection” (Iranwahl) verdrängt durch „Michael Jackson”, „MJ”, „RIP MJ” (rest in peace, ruhe in Frieden) und „Pop”.

Auch deutsche Twitterer griffen die Nachricht umgehend auf. Nutzer „jensferner” aus Langerwehe schrieb etwa: „Eine gequälte Seele, die hoffentlich Frieden findet. Trotz allem: Er war ein Genie.” „Alex_AC” aus Aachen staunte über die schiere Zahl der Tweets (Nachrichten): „Und wieder 80 aller neuen Tweets über MJ. Ich verstehe es nicht. Armer Kerl, keine Frage, aber diese Faszination ist mir unbegreiflich.”

Am Freitag drehte sich bereits rund ein Fünftel aller Twitter-Kommentare überhaupt um Jacksons Tod. Das Videoportal Youtube verzeichnete einen Ansturm auf Filmclips zu Jacksons Auftritten. In den sozialen Netzwerken Facebook und MySpace organisierten Fans Gedenkaktionen und Mahnwachen.

Die traurige Nachricht hat freilich auch einige ganz handfeste Folgen im Netz. Auf der Verkaufsliste des Online-Händlers Amazon schoss Jacksons „Thriller”-Album im Lauf des Freitags auf Platz 1 empor - gefolgt von 14 weiteren Alben des Sängers.
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