Optischer Hochgenuss: Wozu High-End-Grafikkarten gut sind

Von: Philipp Laage, dpa
Letzte Aktualisierung:
Grafikkarte
Moderne High-End-Grafikkarten unterstützen den Prozessor auch, wenn es nicht um die Bilddarstellung geht. Foto: dpa

Hamburg/München. Aufwendige 3D-Spiele der neusten Generation führen den Gamer in immer detailreichere Spielwelten. Hier bekommen gewöhnliche Grafikkarten häufig schon Probleme, wenn es um die flüssige Darstellung von Texturen und Bewegungsabläufen geht.

Für Titel wie „Crisis” oder „Call of Duty: Modern Warfare 2” ist daher eine aktuelle High-End-Grafikkarte angebracht. Solche relativ teuren Grafikkarten sind jedoch nicht nur für Spielefans interessant, da sie zunehmend Aufgaben übernehmen, die bisher vom PC-Prozessor erledigt wurden.

Die Preisspanne für die Oberklasse-Karten liegt derzeit etwa zwischen 250 und 500 Euro. Zu den wichtigen Ausstattungsmerkmalen eines Topmodells zählten der sehr hoch getaktete Grafikprozessor und der schnelle Grafikspeicher, erklärt Ingolf Leschke von der in Hamburg erscheinenden Zeitschrift „Computer Bild”.

Außerdem sei der Grafikspeicher besonders groß. „Während normale Grafikkarten heute mit 512 Megabyte ausgestattet sind, haben High-End-Grafikkarten ein bis zwei Gigabyte an Bord.” Außerdem glänzten diese Karten durch ihre Anschlussvielfalt: VGA-, DVI-, HDMI-Ausgang sowie ein Displayport seien hier Serie.

Bevor viel Geld in eine teure Grafikkarte investiert wird, sollte die Notwendigkeit dieser Anschaffung geklärt werden. High-End-Karten seien vor allem für Gamer empfehlenswert, die aktuelle Spiele mit höchsten Qualitätseinstellungen und in den höchsten Auflösungen spielen wollen, sagt Michael Schmid vom Prozessor- und Grafikchiphersteller AMD in München.

Außerdem können die besonders leistungsstarken Grafikkarten bei professionellen 3D-Programmen eingesetzt werden, erklärt Michael Schmelzle von der in München erscheinenden Computerzeitschrift „PC-Welt”. Auch für Videoschnitt-Software spielen solche Karten eine große Rolle. Mittlerweile werden bei vielen Programmen Berechnungen auf den Grafikprozessor ausgelagert.

Gerade auf fremden Terrain machen moderne High-End-Grafikkarten also einiges an Boden gut. „Wir sind an einem Punkt angekommen, wo die GPU der Grafikkarten, die Graphics Processing Unit, in einigen Punkten einfach schneller ist als die CPU”, sagt Schmid. Zum Beispiel bei der Umwandlung von Videos könne eine GPU die Leistung des Rechners steigern und die Arbeitszeit verkürzen.

Die neuste Entwicklung im Bereich der Grafikkarten sei die Zusammenarbeit mit Direct-X-11 von Microsoft, das als Schnittstelle zwischen Spiel und Grafik unter anderem die komplexe Darstellung von 3D-Bildern steuert, erklärt Leschke. „Damit soll die Darstellung von Spielfiguren und Umgebungen noch realistischer werden.”

Benötigt wird aber eine Karte, die Direct-X-11 unterstützt. Derzeit gibt es laut Leschke vier Modelle der AMD-Reihe „Radeon HD 5000” auf dem Markt, die Direct-X-11 unterstützen (Stand 11. November 2009). Konkurrent Nvidia will ein entsprechendes Modell mit dem Codenamen „Fermi” bis Anfang 2010 an den Start bringen. Der erste Direct-X-11-Titel - „Colin McRae - Dirt 2” - kommt am 4. Dezember in den Handel.

Grafikkarten, die dem Nutzer viel bieten, verlangen allerdings auch einiges. Die beste Karte nütze wenig, wenn der Monitor verfälschte Farben und ein schwammiges Bild wiedergibt, sagt Leschke. „Das ist leider auf den Monitor-Verpackungen oder in den technischen Details nicht ersichtlich.” Werte für eine besonders hohe Farbtreue oder Bildschärfe würden dort nicht angegeben. Generell müsse die Karte die physikalische Auflösung des TFT-Monitors unterstützen, sagt Schmelzle.

Nicht nur der Monitor muss die Karte unterstützen, vor allem dem Prozessor wird einiges abverlangt. „Aktuelle Dual-Core- oder Quad-Core-Prozessoren, also Prozessoren mit zwei beziehungsweise vier Recheneinheiten, eignen sich auf jeden Fall”, sagt Leschke. Die Taktfrequenz jeder Recheneinheit sollte bei etwa 2,6 Gigahertz liegen.

Ebenso wichtig sei ein großer Arbeitsspeicher, der am besten bei vier Gigabyte liegt. Wichtig für die Stromversorgung sei dann, dass das Netzteil über einen 6- oder 8-poligen PCI-Express-Stecker verfügt, so Schmelzle - und die notwendige Netto-Leistung zur Verfügung stellt.

Windows 7 vereinfacht die Nutzung der GPU

Grafikkarten mit „Stream”-Technik von AMD oder aus der „CUDA”-Reihe von Nvidia übernehmen heute schon rechenintensive Anwendungen nebenher. Und die CPU steht für die übrigen Aufgaben zur Verfügung, erklärt Michael Schmelzle von der in München erscheinenden Computerzeitschrift „PC-Welt”.

Bisher wurde die Hilfsleistung der Grafikkarte teilweise ausgebremst, weil ein einheitlicher Standard fehlte. Windows 7 bringt nun die Hardware-Software-Schnittstelle „Compute Shader 5.0” mit, über die sich die Grafikkarte leichter und bequemer von Programmen ansteuern lässt.

Der Programmieraufwand sei damit für die Software-Entwickler geringer, erläutert Schmelzle. Das spart Kosten und erhöht die Bereitschaft, Programme für CUDA und Stream umzuschreiben und zu optimieren.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert