Nicht zu voll und nicht zu leer: Akkus richtig laden

Von: Sebastian Tanke, dpa
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blackberry akku
Richtige Akkupflege - im Bild der Energiespeicher eines Smartphones vom Typ Blackberry - hält die Lebensspender länger frisch. Moderne Lithium-Polymer-Akkus benötigen allerdings keine gesonderte Wartung mehr. Foto: dapd

Würzburg. Akkus sind Verschleißteile - irgendwann ist ihre Lebensdauer vorbei, und mitunter muss kostspieliger Ersatz her. Doch es ist möglich, diesen Zeitpunkt hinauszuzögern, sagte Kai-Christian Möller vom Fraunhofer-Institut für Silicatforschung in Würzburg.

Akkus in modernen Smartphones, Digitalkameras oder Notebooks altern schneller, wenn sie falsch geladen und gelagert werden, erklärt der Leiter der Forschungsgruppe Batterien.

Wer die Ladekapazität immer zwischen 10 und 90 Prozent hält, kann die Lebensdauer seines Akkus erhöhen, erklärt Möller. Smartphone oder Notebook sollten also weder komplett entladen noch maximal aufgeladen werden. Geräte mit Akkus bleiben auch besser nicht in der Sonne oder im heißen Auto liegen. Denn bei Temperaturen über 60 Grad Celsius altern die Zellen viel schneller.

Hält der Smartphone-Akku nur einen Tag durch, liegt das aber meist nicht an einem defekten oder verschlissenen Akku. Das Senden und Empfangen ins UMTS-Netz, der Empfang von GPS-Signalen und die großen Displays verbrauchen einfach viel Strom, erklärt der Experte.

Auch Besitzer von Notebooks können die Lebenszeit des Akkus verlängern. Bleibt das Gerät längere Zeit im Netzbetrieb, empfehle es sich, den Akku herauszunehmen, sagt Möller. Die Batterie sollte dann aber nicht voll geladen sein: Ein Ladestand von 50 Prozent sei für die Lagerung ideal.

Grundsätzlich verlieren gut gepflegte Akkus nach 500 Mal Aufladen nicht mehr als 20 Prozent ihrer Kapazität, erklärt der Forscher. „Wie Reifen oder Bremsbeläge eines Autos sind Akkus Verschleißteile.” Die meisten Lithium-Ionen-Akkus haben eine Lebensdauer von mehreren tausend Ladezyklen. Um den Verschleiß zu kontrollieren, gibt es für Notebooks und Smartphones Programme, die zum Beispiel anzeigen, wie viel Prozent seiner ursprünglichen Kapazität der Akku noch leistet oder wie viele Ladezyklen dieser bereits absolviert hat.

In den meisten elektronischen Geräten stecken heute Lithium-Ionen oder die moderneren Lithium-Polymer-Akkus. Letztere haben eine höhere Energiedichte. Bei beiden Akkutypen ist „eine Akkupflege in dem Sinne nicht mehr notwendig” erklärt Möller. Den sogenannten Memoryeffekt, also einen Kapazitätsverlust, der bei sehr häufiger Teilentladung von Nickel-Cadmium-Akkus auftrat, gibt es bei Lithium-Akkus nicht mehr.
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