Neue App „Eventknecht”: Freundlicher Diener hilft in die Disko

Von: Marc Heckert
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Kneckt gefällig? Welche Party
Knecht gefällig? Welche Partys am Wochenende laufen , weiß die App von Christian Brandhorst - und hat dazu vielleicht noch Freikarten. Foto: Marc Heckert

Aachen. „Eventknecht” heißt das Programm, erklärt Christian Brandhorst geduldig. Nicht etwa „Event Connect”, was sich - leicht genuschelt ausgesprochen - ziemlich ähnlich anhört. Das praktische Helferlein, das der RWTH-Student und seine beiden Mitstreiter entwickelt haben, ist eine Art mobiler Partykalender - der seinem Anwender im besten Fall kostenlos in die Disko hilft.

Veranstaltungskalender gibt es reichlich im Internet, auch für Smartphones und Handys. Und natürlich beherrscht auch der Eventknecht locker das Pflichtprogramm. Er lässt den Benutzer durch die Veranstaltungen vieler angesagter Clubs und Diskos scrollen, ob in Aachen, Berlin oder Chemnitz. Wer ein iPhone hat, kann mit der „Cover Flow”-Funktion durch die Partyflyer blättern wie durch die Titelbilder seiner Musikalben. Vom Aachener Aoxomoxoa bis zum Berks in Würselen ist auch die Region vertreten.

Doch der Eventknecht punktet vor allem in der Kür. Das Zauberwort heißt „Gästeliste”. Das klingt edler und exklusiver als „Freikarte” oder „Preisnachlass”. Doch genau das ist das Prinzip: Wenn eine Diskothek eine Party veranstaltet, verlost sie ein bestimmtes Kontingent solcher Gästelistenplätze. Die Gewinner kommen in der Regel nicht nur am Türsteher vorbei, ohne das Portemonnaie zücken zu müssen. Sie können auch VIP-mäßig an der Warteschlange vorbeiflanieren: Da sind wir, die Party möge beginnen!

Wer sämtliche Fähigkeiten des kostenlosen Knechts ausnutzen will, verlinkt sich zusätzlich auf Facebook mit der Eventknecht-Seite. „Wir posten den Teilnehmern auf die Pinnwand, wenn sie gewonnen haben”, sagt Brandhorst. Dann bekommen auch gleich die eigenen Freunde mit, wo man heute Abend Ehrengast ist. Vielleicht springt für Mitgänger ja ein Drink raus?

Seit Mai ist der Knecht als App für das iPhone und seit gut drei Wochen auch für Android-Handys zu haben. Wobei Brandhorst zugibt, dass die Erstellung der ersteren Version angenehmer war: „Es macht so viel mehr Spaß, für die iPhone-App zu entwickeln”, schwärmt er. „Alles ist vorgegeben, es sieht einfach am besten aus.” Die Software für das freie Betriebssystem Android dagegen muss auf den Smartphones und Tablet-Rechnern einer Vielzahl von Herstellern funktionieren. Sie ist darum komplizierter zu programmieren.

Einfach ist dagegen die Bedienung des Knechts. Nach dem Herunterladen und Installieren erklärt ein Tutorial dem Neu-Nutzer, wie er den handlichen Helfer korrekt ans Knechten bringt. Stadt auswählen und speichern, Event aussuchen, „Ja, ich komme!” drücken - und abwarten. Die Zahl der Gästelistenplätze, die Gewinnchance und der Zeitpunkt der Verlosung werden angezeigt. So vergibt etwa der Tanzpalast Elysée in Aachen 20 Gästelistenplätze für die „100 Prozent Steil”-Party am 19. Oktober.

Brandhorst und seine Kollegen Christopher Speer und Philip Kleimeyer aus Bielefeld hoffen, dass der Eventknecht in der Euregio genauso einschlägt wie in Frankfurt oder Ostwestfalen-Lippe. Diskotheken wie der Bielefelder Ringlokschuppen oder die Frankfurter Clubs Velvet und Cocoon geben fleißig ihre Veranstaltungen ein und stellen Kartenkontingente bereit. „Die Clubs merken, dass Social Media Marketing immer wichtiger wird”, sagt Brandhorst.

Angefangen hat die Knecht-Geschichte vor etwa anderthalb Jahren - damals noch bei StudiVZ. Als das damals extrem populäre Netzwerk seine Pforten für externe Anwendungen geöffnet hatte, machten sich die drei Studenten sofort ans Werk. „Wir waren die sechste oder siebte App bei StudiVZ überhaupt”, erinnert sich Brandhorst. Als ihr Projekt nach strenger Prüfung endlich freigeschaltet wurde und plötzlich auf der Startseite stand, „hatten wir 30.000 Installationen allein am ersten Tag - und noch fast gar keinen Content im System”.

Das hat sich geändert. Der Inhalt ist da, jetzt sollen schnell viele neue Städte erschlossen werden. Denn das hat der Eventknecht, der sich über Werbung und einen Beitrag für die Diskothekenbetreiber finanziert, mit vielen anderen hilfreichen Geistern aus dem wahren Leben gemeinsam: Er muss Geld verdienen. Eben ein rechter Knecht.
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