Navigieren per Handy: Durchaus eine Alternative

Von: Ralph Bauer, dapd
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Navigation per Handy: Die Software von Smartphones kann mit normalen Navigationsgeräten durchaus mithalten. Foto: dapd

Stuttgart. Navigationssoftware für Smartphones erfreut sich großer Beliebtheit. Allein in Apples AppStore gibt es mehr als 20 verschiedene wegweisende Anwendungen, darunter für Telekom-Kunden die kostenlose Navigon select Telekom Edition und für Nutzer des o2-Netzes den ebenso kostenfreien Telmap Navigator.

Die o2-Anwendung liefert allerdings auch Stau-Informationen kostenlos und es gibt in der aktuellen Version einen Blitzerwarndienst. Bei der Telekom muss man das mit einem 20 Euro teuren Traffic Live Paket extra bezahlen.

Navigations-Experte Markus Eckstein von der Zeitschrift „Connect” hat mit seinen Kollegen neben den Navi-Apps auch schon eine Vielzahl von Gratisprogrammen für die Betriebssysteme Android und Symbian unter die Lupe genommen. „Mit dem richtigen Zubehör wie Autohalterung und Ladegerät können sie durchaus mit den Standalone-Geräten mithalten”, sagt er. Die Betreiber ließen es sich „schon etwas kosten, ihren Kunden diesen Mehrwert zu bieten”.

Denn damit könnten sie die eigene Plattform attraktiver machen als die der Konkurrenz. Dank der größeren Smartphone-Displays sei auch die Darstellung im Gegensatz zum Handy wesentlich verbessert.

Nokia Maps empfohlen

Eckstein empfiehlt Nokia Maps, was auf allen Symbian-Modellen der Skandinavier bereits aufgespielt ist und bei anderen Geräten nachinstalliert werden kann. Die Ovi Karten sowohl für Autofahrer als auch Fußgänger bieten nach Angaben des Herstellers kostenlose Navigation weltweit. „Das gehört zum besten, was es auf dem Markt gibt”, meint Eckstein. Zu den Funktionen zählt unter anderem eine Sprachausgabe. Bevorzugte Routen lassen sich über einen eigenen Account im Internet synchronisieren.

Großer Vorteil der softwaregestützten Wegeleitung sei vor allem das aktuelle und im Gegensatz zu klassischen Navis kostenlose Update von Daten. „Ich kann die jederzeit gratis nachladen”, sagt Eckstein. Beim iPhone zeigt das Programm wie auch bei einigen Nokia-Modellen (zum Beispiel bei N97) sogar automatisch an, wenn es eine neue Version gibt und lädt diese nach dem Einloggen in den AppStore herunter.

Weil dabei - etwa bei Navigon - schon einmal eine Datenmenge von einem Gigabyte anfallen kann, sollte man über den heimischen PC oder ein WLAN aktualisieren. Denn bei einem öffentlichen Download kann das mit dem Vertrag verbundene Datenvolumen schon mit dem Programm-Update aufgebraucht sein.

Umfangreiches Kartenmaterial

Vorteil vieler Navigationsprogramme ist das umfangreiche Kartenmaterial. „Ich kann damit auch ins Ausland fahren, sollte aber vorher die notwendigen Karten auf dem Gerät installieren”, rät Eckstein. Ansonsten könnten durch die Datenübertragung ins fremde Netz hohe Kosten entstehen.

Wer ein gut gepflegtes Adressbuch hat, kann Zielort und -straße ohne langes Eintippen auswählen. Bei Navigon select Telekom Edition beispielsweise gibt es die Möglichkeit, bei der Adresseingabe im Zuge des kostenlosen Bonus-Paketes auf die Kontakte zuzugreifen. Für dieses muss sich der Nutzer lediglich mit Namen und einer E-Mail-Adresse bei dem Anbieter registrieren.

Großes Manko der Navi-Software ist deren Energiehunger - wer nicht dauerhaft ein Ladekabel angeschlossen hat, kommt hier schnell an seine Grenzen. Wer zu Fuß unterwegs ist, hat unter Umständen auch nicht lange etwas von seinem Wegweiser. So kann sich beim iPhone selbst ein frisch geladener Akku bei einer längeren Fahrt schnell entladen. „Das liegt am GPS-Empfang, dem dauernd eingeschalteten Display und dem ständigen Einwählen des Gerätes in eine neue Funkzelle”, sagt Eckstein.

In diesem Punkt haben die Stand-Alone-Geräte deutliche Vorteile - wie auch bei Live-Meldungen über Staus und Verkehrsbehinderungen. Diese suchen Autofahrer bei den kostenlosen Programmen meist vergebens. Als Ersatz für einen Reiseführer dient ADAC Maps, eine Anwendung, die alle Mitglieder des Autoclubs sich gratis auf das iPhone spielen können.

Sie ermöglicht eine grafische Routendarstellung zu Fuß oder mit dem Auto - Stauscanner inklusive. Zusätzlich gibt es Bilder und kleine Videoclips zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten einschließlich Serviceinformationen wie Öffnungszeiten und Eintrittspreise. Wer den Dienst im Ausland nutzen will, sollte allerdings an die anfallenden Roaming-Gebühren denken.
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