Mobilität macht nicht nur freier und produktiver

Von: Manfred Bremmer
Letzte Aktualisierung:
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Aachen. Wie die jüngste Erhebung des Hotspot-Betreibers iPass ergab, hat die neue Mobilität der Mitarbeiter ihre Licht-, aber auch ihre Schattenseiten. Viele von ihnen sind so sehr auf die durchgängige Anbindung angewiesen, dass sie als „abhängig” bezeichnet werden könnten.

Im Rahmen der weltweit vorgenommenen Studie (Mobile Workforce Report) gaben 60 Prozent der Befragten an, dass sie eine 50- bis 60-Stundenwoche hätten und die Wochenenden die beliebteste Arbeitszeit für Telearbeit seien. Gleichzeitig setzten die Interview-Partner - 1689 mobile Mitarbeiter aus 1100 Firmen weltweit - offensichtlich auch alles daran, um ständig drahtlos vernetzt zu sein: 29 Prozent haben sich nach eigenen Angaben in unsichere WLAN- Netze eingeschleust und 30 Prozent sind mit dem Auto durch die Gegend gefahren, um verzweifelt ein freies WLAN zu finden. Außerdem ergab der Bericht, dass der Anteil der mobilen Mitarbeiter, die nachts wegen Stress aufwachen, gegenüber 2011 um 16 Prozent gestiegen ist.

„Die verbesserte Flexibilität, deren sich mobile Mitarbeiter erfreuen, führt eindeutig zu höherer Mitarbeiterproduktivität, was für Unternehmen in der heutigen globalen Wirtschaft ein Vorteil ist”, resümiert iPass-CEO Evan Kaplan. Die mobilen Mitarbeiter müssten auch sicherstellen, dass sie Beruf und Privatleben in Einklang bringen.

„Ich habe E-Mails von meinem Mobiltelefon verbannt. Auch nehme ich mir, wann immer möglich, die Zeit, morgens mit meinen Kindern zu frühstücken und sie in die Schule und den Kindergarten zu bringen.”

„Ich will vor allem das Gefühl haben, dass es meiner Tochter gut geht, ich aber auch als Teilzeitführungskraft einen guten Job mache. Außerdem benötige ich auch ein wenig Luft für persönliche Dinge. Das bedarf einer exakten Terminplanung. Man darf Dinge nicht liegenlassen, sondern muss seine Prioritäten zeitnah abarbeiten und immer alles im Blick behalten.”

„Es ist schwierig, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Bisher klappt es aber mit viel Organisation. Beispielweise nutze ich die Schlafzeiten meines Kindes, um Dinge abzuarbeiten. Zudem muss man viel Energie und Motivation für Kind und Beruf mitbringen. Dennoch ist es schön, beide Welten zu verbinden.”

„Die gemeinsame Zeit mit meiner Familie versuche ich so bewusst wie möglich zu nutzen. Es gibt Tage, da kann ich durchaus mit meiner Familie frühstücken und auch zu Abend essen. Das Wochenende verbringe ich mit meiner Familie.”

„Aus meiner Sicht ist es enorm wichtig, dass man lernt, sich persönlich abzugrenzen und sich Freiräume schafft oder auch spontane Freiräume mal für sich nutzt. Ich versuche von Zeit zu Zeit früh nach Hause zu gehen und so den Abend mit der Familie zu genießen und arbeite dann liegen gebliebene Arbeit am Abend nach - etwa wenn meine Kinder im Bett sind. Oder ich frühstücke mit den Kindern und bringe sie dann in die Tagesstätte. An einem solchen Tag beginne ich dann eben eine Stunde später zu arbeiten.”

„Wir haben die Kinderbetreuung sehr gut organisiert. Zudem habe ich das Glück, dass die Stadt Zürich ein gutes Kinderbetreuungsangebot hat und mein Mann sich auch an der Kinderbetreuung mitbeteiligt. Dennoch ist das Betreuungsangebot in Zürich auch mit sehr hohen Kosten verbunden.”

„Abends schreibe ich mir eine Checkliste, was privat am nächsten Tag alles organisiert und erledigt werden will: Lebensmittel einkaufen, aufräumen, Hemden und Blusen zur Reinigung bringen, Geburtstagskarte an Tante Irmgard schreiben, Geschenk für das Patenkind besorgen etc., damit ich nach der Arbeit gleich durchstarten kann. Unsere Putzfrau trägt viel dazu bei, dass ich von einigen Haushaltsaufgaben entlastet bin und möglichst viel Zeit mit meinem Sohn verbringen kann. Und ein Netzwerk von Freunden (da keine Oma in der Nähe) hilft aus, wenn mein Sohn krank ist oder Kindergartenferien zu überbrücken sind.”

„Sicherlich ist auch das Reisen manchmal eine Herausforderung - ich bin fast immer mindestens ein- bis zweimal die Woche unterwegs. Ein-Tages-Reisen sind noch zu managen. Problematischer wird es, wenn man für ein paar Tage weg muss, dann muss auch mal die Oma mithelfen. Da ist es dann wichtig, dass man frühzeitig planen kann, insbesondere weil mein Mann die Woche auch unterwegs ist. Der Terminkalenderabgleich mit vier Familienmitgliedern ist manchmal eine Herausforderung für sich.”

Den Studienergebnissen zufolge ist die Lage ernster als allgemein erwartet: So bekundeten etwa 88 Prozent der „global mobilen” Mitarbeiter, dass eine Funkverbindung für sie ebenso oder fast genauso wichtig sei wie fließendes Wasser und Strom. 71 Prozent der mobilen Mitarbeiter in Asien gaben an, dass sie ihr Smartphone mit ins Bett nähmen, gefolgt von 58 Prozent der Nordamerikaner und 55 Prozent der Europäer.

Damit nicht genug, wachen 56 Prozent der asiatischen mobilen Mitarbeiter gelegentlich oder zwanghaft nachts auf, um ihr Smartphone zu checken, gefolgt von 31 Prozent der Nordamerikaner und 21 Prozent der Europäer. 38 Prozent der nordamerikanischen mobilen Arbeiter wiederum checken als erstes nach dem Aufwachen ihre E-Mails, gefolgt von 33 Prozent in Asien und 29 Prozent in Europa.

Weltweit 58 Prozent der mobilen Mitarbeiter sind beim Zugriff auf das Firmennetzwerk über ihr Smartphone oder Tablet frustriert, wenn das Netz nicht für mobile Geräte optimiert ist.

Während Tablets die bevorzugten Geräte für Video-Streaming (47 Prozent), Zugriff auf soziale Medien (33 Prozent) und zum Lesen (64 Prozent) sind, bleibt das Notebook unverändert das beliebteste Gerät für Videokonferenzen (69 Prozent), Dokumentenbearbeitung (88 Prozent) und Browsen im Internet.

Mobile Anwendungen verursachen einen leichten Anstieg von Spannungen im Privatleben der mobilen Arbeiter mit ihren Partnern, Familien und Freunden. In Europa wurden die meisten Irritationen berichtet (38 Prozent), gefolgt von den nordamerikanischen (33 Prozent) und asiatischen Teilnehmern (30 Prozent).

57 Prozent der mobilen Mitarbeiter fühlen sich gestört, wenn andere Personen ihre mobilen Geräte in Arbeitsbesprechungen verwenden. Allerdings geben 13 Prozent von ihnen zu, dass sie selbst ihre Geräte checken.

Daten-Roaming betrifft auch die bestausgestatteten Mitarbeiter und 34 Prozent der mobilen Mitarbeiter geben an, über die Roaming-Gebühren erschrocken zu sein.

27 Prozent der mobilen Arbeitskräfte beabsichtigen, in den nächsten sechs Monaten ein iPad zu kaufen, gefolgt von 8 Prozent, die den Kauf eines Samsung-Galaxy-Tablets planen.

Weitere statistische Angaben und Ergebnisse finden Sie auf http://mobile-workforce-project.ipass.com

© IDG / In Zusammenarbeit mit computerwoche.de
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