Mobile Payment: Wenn das Smartphone zum Geldbeutel wird

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Berlin. Während bargeldloses Bezahlen mit Mobiltelefonen etwa in Asien schon seit Jahren zum Alltag gehört, erobert es nun auch den europäischen Kontinent. Kein Wunder – denn Smartphone-Nutzer können heute weit mehr als Nachrichten verschicken, telefonieren und im Internet surfen.

Als Apple im Jahr 2014 verkündete, man könne nun mit dem neuen iPhone auch kontaktlos bezahlen – da konnten die Verbraucher in Fernost nur freundlich lächeln. Denn im technikverliebten Japan war zu diesem Zeitpunkt das Bezahlen mit dem Smartphone längst Realität – und das seit einer Dekade.

Aber auch an europäischen Kassen ist das Smartphone mittlerweile als Zahlungsmittel willkommen. Ein Beispiel ist das Mobile-Payment-System Orange Cash, das vom Mobilfunkunternehmen Orange erfolgreich und flächendeckend in Spanien und Frankreich eingeführt wurde. Nutzer von Orange Cash benötigen nur ein NFC-fähiges Smartphone – und schon können sie an allen Terminals einkaufen, die kontaktlose Visa-Zahlungen akzeptieren. Das sind immerhin 2,8 Millionen Akzeptanzstellen in ganz Europa.

Deutscher Einzelhandel macht sich bereit für mobile Zahlungen

Dass der deutsche Einzelhandel diesen Weg auch gehen möchte, beweist die Einführung von NFC-fähigen Kassenterminals beim Discounter Aldi Nord. Laut Visa Europe gibt es mittlerweile fast 60.000 aktive Visa-NFC-Zahlungsterminals bundesweit. Und die Zahl wächst schnell: Bis Ende 2016 soll jedes neue Kartenterminal kontaktlose Zahlungen via Near-Field-Communication (NFC)-Technologieannehmen können. Auch MasterCard hat angekündigt, dass bis Anfang 2017 alle Terminals NFC-fähig sein sollen.

Die Umstellung von Bargeld oder Plastikkarten auf das Smartphone ist bei weitem nicht so kompliziert wie mancher denken mag: der Konsument lädt lediglich eine Bezahl-App auf ein NFC-fähiges Smartphone, hinterlegt nach der Registrierung noch seine Zahlungsdaten und kann sofort mobil im stationären Handel bezahlen. „Das NFC­-fähige Mobiltelefon agiert beim Mobile Payment wie eine Kreditkarte, jedoch mit zahlreichen Zusatzfunktionen, beispielsweise der Echtzeit-Anzeige von jeder Transaktion, von erhaltenen Bonuspunkten oder Gutschriften.“, erklärt Christian von Hammel­-Bonten, Executive Vice President Telecommunications bei der Wirecard AG.

Und gerade diese Zusatzfunktionen sind es, die das Einkaufen mit dem mobilen Gerät so attraktiv machen – auch für den deutschen Konsumenten. Bieten Bezahl-Apps etwa personalisierte Gutscheine an oder Rabatte für Produkte, die Konsumenten ohnehin kaufen würden. Dadurch ist ein echter Mehrwert gegeben und Kunden profitieren von der Verknüpfung verschiedener Services.

Comeback des Tante-Emma-Ladens

So könnte das Smartphone auch im Einzelhandel wieder individuelle Beratungsleistungen möglich machen, die wir mit dem Verschwinden des Tante-Emma-Ladens für immer verloren glaubten. Denn eine wertvolle Kaufberatung basiert meistens auf Kenntnissen über die Gewohnheiten des Kunden. Wer vegan lebt, wird den Hinweis auf Sonderangebote an der Wursttheke als ausgesprochenen unangenehmen "Spam" empfinden – aber er wird dankbar dafür sein, wenn ihm sein Smartphone zeigt, wo er alle Zutaten für seinen veganen Lieblings-Gemüseauflauf findet.

Mit neuen Technologien wie Bluetooth Low Energy (BLE) können Kunden, die die Bezahl-App nutzen, bereits beim Betreten des Geschäfts durch In-Store Beacons erkannt und eingecheckt werden. Dann erhalten sie relevante Angebote und den genauen Standort des jeweiligen Produkts. Der Käufer kann die Ware künftig optional per Klick in seinen Warenkorb einbuchen. Die Bezahlung erfolgt dann beim Verlassen des Geschäftes per Tap and Go auf NFC Basis oder automatisch – beides ohne große Warteschlangen an der Kasse.

Sicherheitsstandards beim Mobile Payment auf höchstem Niveau

„Der deutsche Verbraucher gilt im Allgemeinen als eher abwartend gegenüber neuen Technologien – ich würde ihn allerdings als gut informiert und sorgfältig abwägend bezeichnen“, erklärt von Hammel-­Bonten. „Der deutsche Kunde schaut sehr genau, ob seine Daten und sein Geld sicher sind. Aber gerade in punkto Sicherheit ist das Smartphone ein ideales Zahlungsmittel: „Jede größere Transaktion ist mit einer PIN abgesichert oder mit einem Fingerabdruck. Beides zusammen, also eine Zweifaktor-Autorisierung, schützt den Kunden zuverlässig vor Missbrauch. Ein Smartphone ist heute zudem täglich im Einsatz. Ein Verlust würde also sofort bemerkt – weit früher als zum Beispiel bei einer Geldbörse.“

Eine technische Möglichkeit für das sichere Bezahlen per Smartphone ist die so genannte Tokenization. „Das Tokenization-Verfahren ist heute Standard. Mit diesem Verfahren werden die eigentlichen, sensiblen Kartendaten gemäß PCI-DSS Standard verschlüsselt und bei einer Transaktion lediglich in Form von eingeschränkten Tokens weitergegeben. Die sensiblen Kartendaten verbleiben somit im sicheren Daten-Tresor.“

Fest steht: Akzeptanz für Mobile Payment beim Konsumenten entsteht nur, wenn alles klappt – und zwar auf Anhieb. Denn für den ersten Eindruck gibt es bekanntlich keine zweite Chance.

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