Mit dem Fernseher ins Netz: Immer mehr TV-Geräte besitzen Internetanschluss

Von: Jana Schmidt, dapd
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München/Hamburg. Internet und Fernseher rücken zusammen. „Hybrid-TV-Geräte und deren Weiterentwicklung sind ein absoluter Top-Trend, da vor allem jüngere Leute beides parallel nutzen”, sagt Tobias Weidemann von der Zeitschrift „PC Welt” in München.

Und auch der Branchenverband Bitkom rechnet damit, dass bis Weihnachten jedes zweite neu verkaufte TV-Gerät über einen Internetanschluss verfügen wird. Damit lässt sich zum Beispiel während der Wettervorschau die Vorhersage für den eigenen Wohnort abrufen und parallel zum Action-Thriller der Lebenslauf des Protagonisten nachlesen. Oder man blättert in der laufenden Kochsendung das verpasste Rezept nach und rät in einer Quizshow interaktiv mit.

Grundvoraussetzung für einen internetfähigen Fernseher ist Weidemann zufolge ein Breitband-Internetanschluss der über eine Geschwindigkeit von mindestens 6.000 KBit/s verfügt. Das könne sowohl DSL als auch der neue Mobilfunkstandard LTE oder Kabelinternet sein.

Für die Übertragung von Sendungen in HD-Qualität müssen es sogar mindestens 8.000 KBit/s sein. Anschließen sollte man den internetfähigen Fernseher mit einer klassischen Netzwerkverbindung per Kabel. „WLAN-Verbindungen, die durch integrierte Module oder zum Fernseher mitgelieferte Funk-Sticks aufgebaut werden können, sind störungsanfälliger”, erklärt Weidemann.

Bei einigen Geräten könnten Internet-Seiten über einen vereinfachten Browser direkt angesteuert werden, erläutert Weidemann. In vielen Fällen seien aber nur einzelne Angebote voreingestellt. Der Link zu einer Online-Videothek wie Maxdome oder Videoload gehöre zum Standard, ergänzt Christoph de Leuw von der Zeitschrift „Audio Video Foto Bild” in Hamburg. „Der Vorteil dieser Online-Videothek ist, dass man sich am Bildschirm einen Film aussucht, ihn per Knopfdruck runterlädt und sofort angucken kann”, sagt er.

Gleiches gelte für die Mediatheken der einzelnen Fernsehsender. Verpasste Sendungen können dort nachträglich gefunden und angeguckt werden. Allerdings gibt de Leuw zu bedenken: „Die öffentlich-rechtlichen Sender stellen die einzelnen Shows, Dokus und Filme nur sieben Tage zur Verfügung. Und bei den Privaten gibt es fast nur Eigenproduktionen nachträglich zu sehen, da ihnen beispielsweise für Blockbuster die Rechte fehlen.”

Auch Video-Dienste wie youtube oder clipfish zählt Weidemann zum Standardprogramm. „Was früher MTV oder VIVA waren, ist heute youtube, deshalb gehört ein Link zu diesem Dienst unbedingt zum Hybrid-TV”, sagt der Münchner Redakteur.

Zudem besitzen die Fernseher der neuen Generation meist Wetterdienste wie Allweather.com, Kartendienste von Falk oder Google-Maps. Zum Teil sind auch Fotodienste wie flickr oder der Bilderdienst Picasa mit an Bord. „Damit kann man seine Urlaubsbilder nicht mehr nur noch am PC-Bildschirm angucken, sondern auch am meist ja viel größeren Fernseher”, sagt de Leuw. Die Internet-Fernseher von Sony und Samsung erlaubten sogar Video-Telefonie. Man brauche lediglich eine Kamera auf dem Fernseher zu installieren und schon könne man damit auch telefonieren.

In Sachen Bedienung können die internetfähigen Fernseher allerdings noch lange nicht mit den Computern mithalten. „Richtiges Surfen im Internet, E-Mails tippen, Online-Banking, Facebook oder Twitter sind unmöglich”, sagt de Leuw. Da die Eingabe von Texten umständlich wie beim Handy über die Zehnertastatur der Fernbedienung funktioniere, sei die Bedienung alles andere als komfortabel. Ein möglicher Ausweg sei die Steuerung über das Smartphone oder den Tablet-PC. „Jeder Hersteller bietet dafür eine passende App an. Das erleichtert das Leben enorm”, sagt de Leuw.
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