Kriminologe warnt vor gewalttätigen Online-Spielen wie World of Warcraft

Von: cid
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Auch die Version ab zwölf Jahren halten Kriminologen wie Professor Christian Pfeiffer für bedenklich. Foto: ddp

Berlin. Spiele wie das Online-Game World of Warcraft (WoW) oder Grand Theft Auto 4 (GTA4) sind aus der Sicht mancher Experten alles andere als harmlos. Der Kriminologe Professor Christian Pfeiffer hält die in den Spielen gezeigten exzessiven Gewaltorgien für problematisch.

In einem Interview mit dem Magazin Golem.de hat der Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen jetzt darauf hingewiesen, dass beim Spiel GTA4 die Klassifizierung ab 18 eher wie ein Ritterschlag gewirkt habe. Das Game ist international von den Medien gefeiert worden, doch Pfeiffer hält es keineswegs für einen Meilenstein der interaktiven Unterhaltung.

„Wir haben das Spiel komplett nachgespielt, es hätte indiziert werden müssen”, ist der Experte überzeugt. „Wenn ich bei meinen wöchentlichen Veranstaltungen, bei denen ich 500 Kinder erreiche, frage, wer aktuell GTA spielt, dann sind es bei den 14-jährigen Jungen schon etwa ein Drittel!” Der Jugendschutz funktioniere seiner Ansicht nach hier überhaupt nicht.

Auch für WoW fordert Pfeiffer eine neue Einstufung der Altersfreigabe, das Game sollte erst ab 18 gespielt werden dürfen. Anders als in der ersten Version, die für Spieler ab zwölf Jahren freigegeben worden ist, gibt es seiner Ansicht nach heute viel Gewalt in der virtuellen Welt. Splitterbomben kämen zum Einsatz, es gebe Folterszenen und Baby-Schimpansen würden mit Elektroschocks gequält, damit sie schreien und ihre Mütter herbeirufen, die dann getötet werden müssten. „World of Warcraft ist keine Märchenstunde mehr”, so der Kriminologe.

Pfeiffer warnt allgemein davor, dass der Konsum von Medien mit Gewaltszenen zu einem Empathieverlust führe. Dies mache sich die US-Armee zu Nutze, indem sie in großen computerspielähnlichen Kinos ihre Soldaten den Ernstfall proben lassen, damit sie später ohne Hemmungen echte Gegner töten.

Der Kriminologe hält es für absurd zu behaupten, dass der Konsum von gewalthaltigen Medien keine Folgen habe, wenn die amerikanische Armee sie gezielt einsetze. Damit sich junge Männer abreagieren und ihr Gewaltpotenzial ausleben können, empfiehlt Pfeiffer, sie lieber Rugby als GTA4 spielen zu lassen.
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