Berlin - Invasion der Surfbretter: Das iPad bekommt Konkurrenz

Invasion der Surfbretter: Das iPad bekommt Konkurrenz

Von: Peter Zschunke, dpa
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Noch ist die Diaschau auf dem 7-Zoll-Display Zukunfsmusik: RIMs PlayBook kommt erst 2011 auf den Markt.

Berlin. Tablet-Computer sind schnell gestartet und bieten einen besonders komfortablen Zugang zum Internet. Nach dem iPad von Apple bringen zahlreiche Hersteller Konkurrenz-Tablets auf den Markt. Wer sich für so ein tastaturloses Gerät interessiert, sollte vor allem auf Größe und Betriebssystem achten.

„Das iPad ist großartig”, sagt Sophia Kim vom koreanischen Hersteller Samsung. „Aber unser Gerät ist anders.” Das Galaxy Tab ist mit einer Bildschirmdiagonale von 7 Zoll und eine Gewicht von 380 Gramm vor allem kleiner als das iPad mit seinem 9,7 Zoll großen Display und 680 Gramm Gewicht. Und man kann mit ihm telefonieren - sinnvollerweise über ein Bluetooth-Headset.

Interessant sind auch die Funktionen, die das mit dem Betriebssystem Android ausgelieferte Samsung-Tablet als Schaltzentrale für das vernetzte Heim bietet: Mit den richtigen Apps steuert das Gerät das Fernsehprogramm ebenso wie die Heizung, die Waschmaschine oder den Kühlschrank. Zum Start sollen Mobilfunkanbieter das Galaxy Tab vertreiben, im Gespräch sind Preise zwischen 700 und 800 Euro. Zum Vergleich: Das iPad kostet je nach Ausstattung zwischen 500 und 800 Euro.

Auch der kanadische Blackberry-Hersteller RIM mischt demnächst in der Tablet-Liga mit: Sein PlayBook hat ebenfalls ein 7-Zoll-Display und soll - der Name deutet es bereits an - nicht nur Manager, sondern auch Privatkunden ansprechen. Beim Betriebssystem geht RIM einen eigenen Weg und setzt auf Software der kürzlich übernommenen Firma QNX. Allerdings lassen sich die Kanadier Zeit: Das PlayBook soll erst Anfang 2011 auf den Markt kommen.

Noch etwas kleiner ist das Streak von Dell, das mit seinem 5-Zoll-Display schon eher wie ein großes Smartphone wirkt. Dazu passen auch die 5-Megapixel-Kamera, die Kamera für Videokonferenzen auf der Vorderseite und das Gewicht von 220 Gramm. Das Streak läuft mit dem Google-System Android und ist ab 599 Euro zu haben.

Seit Ende September gibt es auch das WeTab (995 Gramm) des gleichnamigen deutschen Herstellers. Zum Start fehlten allerdings noch wesentliche Funktionen oder arbeiteten nicht optimal. Der Hersteller will das WeTab-Betriebssystem aber nach eigenen Angaben kontinuierlich verbessern. Es basiert auf dem von Nokia und Intel unterstützten Linux-System MeeGo. Der Preis: 449 bis 569 Euro.

Während Samsung, RIM und Dell mit ihren kleinen Displays die mobile Nutzung im Blick haben, geht das WeTab über die iPad-Maße hinaus: Mit 11,6 Zoll großem Display und einem Seitenverhältnis von 16:9 spricht es vor allem die Filmfreunde an. Dazu passt auch der Prozessor, ein Intel Atom N450 mit 1,66 Gigahertz Taktrate.

Neuartig ist beim WeTab die Bedienung: „Sie halten es waagerecht in der Hand und können mit beiden Daumen alle wesentlichen Funktionen erreichen”, erklärt Geschäftsführer Tore Meyer. Der linke Daumen navigiert in Dokumenten, der rechte ruft auf der sogenannten Pinnwand die einzelnen Programme wie E-Book-Reader, Media-Player oder OpenOffice auf. Das Tablet unterstützt aber kein Multitouch.

Mit einer Display-Größe von 10,1 Zoll wird das für November angekündigte Folio 100 von Toshiba ähnlich groß wie das iPad sein. Mit einer USB- und einer HDMI-Schnittstelle sowie einer Webcam gibt sich das Gerät anschluss- und kommunikationsfreudig. Auch im 429 Euro teuren Folio 100 arbeitet das offene Android-Betriebssystem.

PC-Marktführer Hewlett-Packard hingegen plant zunächst mit Windows 7 - das Microsoft-System ist das Fundament für den im Herbst angekündigten Slate, der sich eher an Unternehmen richtet. Danach werde es auch einen Tablet-PC mit dem Betriebssystem WebOS geben, erklärt HP-Sprecherin Eleonore Körner. Das WebOS feierte seine Premiere im vergangenen Jahr auf dem Smartphone Palm Pre.

Die Software-Entwickler allerdings haben zurzeit eine klare Präferenz. In einer Umfrage des Marktforschungsinstituts IDC und der Software-Firma Appcelerator unter 2400 Entwicklern ging die Mehrheit (72 Prozent) davon aus, dass Android die beste Ausgangsposition im Rennen um das mobile Betriebssystem der Zukunft zu haben.

„Apple hat sein mobiles Betriebssystem zuerst für das iPhone entwickelt und dann auf den Tablet-Computer angepasst”, erklärt „ct”-Redakteur Christian Wölbert. „Diesen Schritt wird vermutlich auch Google mit Android gehen, die Ergebnisse sind aber noch nicht bekannt.”

Wölbert erwartet, dass die Apple-Konkurrenz beim Tablet schneller erfolgreich sein wird als beim Smartphone: „Das Duell zwischen Apple und Google dürfte die ersten Jahre der Tablet-Ära prägen”, erwartet der Experte. „Nach einer Alleinherrschaft von Steve Jobs sieht es nicht aus.”
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