Internetwirtschaft überholt Autoindustrie: Digitaler Wandel verändert Deutschland

Von: rd
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Flickr / Intel Free Press CC BY 2.0

Berlin. Onlineshops, Provider sowie Software- und Videospiele-Entwickler: Sie alle gehören laut einer aktuellen Studie zu Deutschlands künftiger Schlüsselindustrie. Eine Studie von ECO erklärt die Internetwirtschaft zum wichtigsten Wachstumsmotor Deutschlands.

 Bis 2028 wird sie demnach so sehr an Bedeutung zunehmen, dass sie die Automobilindustrie in ihrem Marktvolumen überholt.

Alleine im vergangenen Jahr wuchs die Internetbranche um über zwölf Prozent, im Vergleich dazu legten wichtige Wirtschaftsbereiche wie Maschinenbau, Ernährungsindustrie, Elektrotechnik oder Pharmaindustrie nur zwischen null und zwei Prozentpunkten zu.

Durch dieses Wachstum wird die Internetbranche zunehmend als Arbeitgeber relevant – innerhalb der nächsten drei Jahre werden knapp 90.000 neue Jobs im IT-Bereich entstehen. Auch der Umsatz wird in einem ähnlichen Maßstab wachsen. So sehen die Forscher von ECO innerhalb des gleichen Zeitraums ein Wachstumspotential von 60 Prozent, wodurch der Umsatz bis 2019 auf 114 Milliarden Euro ansteigen wird.

Wachstumsmotor Infrastruktur

Die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft ist längst kein theoretisches Konstrukt mehr. Ein Zeichen dafür ist die pure Masse an internetfähigen Geräten in Deutschland. 2014 gab es hierzulande noch 160 Millionen solcher Geräte, innerhalb der nächsten vier Jahre wird ihre Anzahl auf 767 Millionen ansteigen.

Dazu gehören PCs, Notebooks, Smartphones, Tablets und Smart-TVs. Bei einer täglichen Nutzungsdauer von durchschnittlich sieben Stunden wird auch das Datenvolumen des Internets um das 38-Fache zulegen. Dadurch entsteht wiederum eine erhebliche Mehrbelastung der Daten-Infrastruktur.

Schließlich benötigen Nutzer und Unternehmen des digitalen Wirtschaftszweigs ein leistungsstarkes Netz aus Breitbandanschlüssen und Rechenzentren – andernfalls würde die gesamte Branche ausgebremst werden. Dadurch sind Rechenzentren und Breitbandanschlüsse mittlerweile zu einem bedeutenden Standortfaktor geworden.

Sicherheit im Netz

Die Digitalisierung hat allerdings auch eine Schattenseite. Durch die zunehmende Vernetzung der Wirtschaft geraten Unternehmen immer stärker ins Fadenkreuz von Hackern und Datendieben. Dabei steht viel auf dem Spiel: Durch Datendiebstähle können Unternehmensgeheimnisse gelüftet oder Produktionsanlagen sabotiert werden.

Durch das Hacken von Webseiten oder Onlineshops können Umsatzeinbußen entstehen oder vertrauliche Informationen entwendet werden. So wurde im vergangenen Jahr sogar der Bundestag Opfer eines solchen Angriffs, durch den vertrauliche Regierungsdokumente in die Hände von Hackern gelangen konnten.

Webseitenbetreiber sollten sich deshalb umfassend informieren, wie sie ihre Website vor Malware-Angriffen schützen. Der Branchenverband Bitkom schätzt den jährlichen Schaden solcher Angriffe auf insgesamt 22 Milliarden Euro.

Dabei wird auch deutlich, wie akut die Gefahr durch Cyberkriminalität geworden ist. 69 Prozent der deutschen Wirtschaftsunternehmen sind bereits Opfer von Datendiebstählen oder Wirtschaftsspionage geworden.

Dazu kommt eine große Dunkelziffer von Hackerangriffen, die bisher nicht entdeckt oder gemeldet wurden. Dadurch ist die Gefahr für die wachsende Internetwirtschaft in Deutschland vielleicht noch weitaus größer, als es Studien bisher nahegelegt haben.

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