HP will wieder Smartphones bauen

Von: Joachim Hackmann
Letzte Aktualisierung:
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Washington. Hewlett-Packard (HP) arbeitet offenbar wieder daran, ein eigenes Smartphone herauszubringen. Konzernchefin Meg Whitman deutet einen Wiedereinstieg ins Smartphone-Geschäft an und wünscht sich schönere PCs von HP.

„Ich denke, wir müssen letztendlich ein Smartphone anbieten, denn in vielen Ländern der Erde ist es das erste Computing-Device der Menschen”, sagte CEO Meg Whitman in einem Interview mit dem amerikanischen Fernsehsender Fox Business. „Wir sind eine Computing-Company und müssen die Vorteile dieses Formfaktors ausschöpfen”, betonte die Firmenchefin. Konkrete Pläne, Daten oder Produkte nannte sie nicht.

Whitman korrigiert damit erneut eine strategische Entscheidung ihres Vorgängers Léo Apotheker, der im August 2011 das Ende des mobilen Betriebssystems WebOS beschlossen hatte und damit HPs Smartphone-Geschäft quasi den Garaus machte. Whitman vermied direkte Kritik an ihrem Vorgänger, den sie im September 2011 beerbte, konnte sich aber eine kleine Spitze nicht verkneifen: „Wir haben im Smartphone-Geschäft einen Umweg genommen, dieses Mal müssen wir es richtig machen”, sagte sie dem Nachrichtensender. Einer Übernahme des kriselnden kanadischen Blackberry-Herstellers Research in Motion (RIM) erteilte sie eine Absage. Auf ein mobiles Betriebssystem wollte sich die Managerin nicht festlegen. In Frage kommen WebOS und Microsofts Windows Mobile, aber auch Googles Android.

Auf ihrer Werbetour sprach Whitman zudem mit dem „Wall Street Journal”, um dort die jüngsten Impulse für HPs darbendes PC-Geschäft vorzustellen. Der Verkauf von Desktops und Notebooks bereitet HP seit einiger Zeit Probleme, in einem kaum wachsenden Markt verliert der Konzern Marktanteile vor allem an Lenovo. Den Unternehmenszweig, den Apotheker noch am liebsten abgestoßen hätte, möchte Whitman mit frischer Gestaltung aufwerten. Dazu wurde das Designerteam auf 60 Mitarbeiter verdoppelt. Sie sollen die Arbeiten der Ingenieure veredeln, die derzeit mehr als ein Dutzend neue Produktlinien auf Basis von Microsofts neuem Windows-Betriebssystem entwickeln, dar-unter ein Tablet-PC für Geschäftskunden. „Ich denke wir haben Innovationen versäumt”, räumte Whitman gegenüber der Zeitung ein. „Der gesamte Markt hat sich hin zu mehr Schönheit entwickelt.” Vorbild ist Apple; die Managerin hofft für irgendwann auf Rivalität auf Augenhöhe.

Whitman ist bereits seit Amtsantritt auf einer Mission für mehr Design in der PC-Sparte. Als ihr am ersten Arbeitstag ihr Firmen-Notebook auf den Schreibtisch gestellt wurde, war sie entsetzt: „Sie gaben mir einen Backstein.” Während einer der ersten Produkt-Demos der PC-Sparte entfuhr es ihr: „Warum sollte das jemand kaufen?” Damals existierten mehrere Teams, die unabhängig voneinander Produkte gestalteten, heute strebt eine zentrale Design-truppe ein einheitliches Erscheinungsbild etwa bei Tasten und Schaltern über die Produktgruppen hinweg an.

Ein Ergebnis der neuen Designoffensive ist der „Envy x2”, ein Hybrid-PC mit Windows 8. Der mit Berührungen steuerbare Elf-Zoll-Bildschirm lässt sich vom Korpus trennen und als Tablet benutzen, mittels magnetischer Kopplung lassen sich beide Einheiten aneinanderdocken. Insgesamt wiegt das zum Teil aus Aluminium gefertigte Gerät rund 1,4 Kilo. Zum Preis äußerte sich HP nicht, bekannt ist lediglich, dass die teuerste Ausführung rund 1400 Dollar kosten soll. Als Erscheinungstermin in den USA ist Dezember 2012 vorgesehen. (jha)

© IDG / In Zusammenarbeit mit computerwoche.de
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