Hannover stellt die Vertrauensfrage: CeBIT-Trends 2012

Von: dpa
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Berlin/Hannover. „Managing Trust” lautet das Motto der diesjährigen CeBIT (6. bis 10. März).

Die Macher wollen dem Vertrauen und der Sicherheit in der digitalen Welt einen besonderen Stellenwert einräumen. Passend dazu hat sich Google-Chef Eric Schmidt zur Eröffnung der Messe angekündigt: Erst kürzlich hat der Internetriese seine Datenschutzbestimmungen gebündelt und angekündigt, die Nutzerdaten aller Dienste zusammenzuführen.

Weitere Trends, die auch beim CeBIT-Kongress Global Conferences im Mittelpunkt stehen, sind zum Beispiel der Umgang mit Internetdiensten und digitaler Lifestyle. Innovationen und Produktneuheiten fehlen in den Hallen auch nicht.

Wie bereits 2011 teilt sich die Messe in vier Bereiche auf: Pro mit IT-Lösungen für Unternehmen, Gov für den öffentlichen Sektor, Lab für Forschung und Ideen sowie Life in den Hallen 19 und 23, der vor allem Privatbesucher ansprechen soll. Dort finden Technikbegeisterte alles rund um Internetdienste, Apps, Gaming-Hardware und -Komponenten sowie digitalen Lifestyle.

Auch die Ausstellungsbereiche Smart Home (Halle 13) rund um die Heimvernetzung und Home Entertainment sowie Digital Drive (Halle 19), wo sich alles um Elektronik, Navigation und Vernetzung im Auto dreht, sind dem Life-Bereich zugeordnet. Wer sich in den Lab-Bereich (Halle 9) vorwagt, kann Spannendes von 3D-Technologien bis hin zu neuen Startup-Ideen entdecken. Am Stand des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) findet sich sogar ein Roboter, der in vier bis zehn Minuten Porträts von Besuchern zeichnet, die vor seinem Kameraauge Platz nehmen (Halle 9, Stand E08). Wearable Technologies zeigt Kleidung mit integrierten Sensoren, die Körperfunktionen oder Umgebungsinformationen messen und übertragen können (Halle 8, Stand C20).

Ein Trendthema der Messe, das Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen betrifft, ist Big Data. Der Ausdruck bezeichnet die wachsenden Datenmengen, die auf den Firmenservern auflaufen, deren Management und auch deren Auswertung, beispielsweise für Online-Werbung oder Marktforschung. Vielen Verbrauchern ist mehr als unwohl bei dem Gedanken, dass Profile von ihren Internet-Einkäufen erstellt, ihre Surfgewohnheiten mitgeschnitten und die Daten womöglich weitergegeben werden. „Wenn digitale Geschäftsmodelle auf Dauer tragen sollen, ist das Vertrauen der Anwender unerlässlich”, sagt Prof. Dieter Kempf, Präsident des IT-Branchenverbandes Bitkom.

Datenschutz und Privatsphäre ist auch bei den boomenden Online-Speicherdiensten ein großes Thema. Auf der CeBIT präsentieren sich zum Beispiel die großen Anbieter Telekom (Halle 4, Stand D26) mit ihrer TelekomCloud, die Telekom-Tochter Strato (Halle 6, Stand H23) mit HiDrive oder Microsoft (Halle 4, Stand A26) mit SkyDrive. Sie werben zum Beispiel mit verschlüsselter Übertragung und mehrfacher Speicherung der Dateien. An den Ständen zeigen die Anbieter unter anderem ihre weiterentwickelten Smartphone- und Tablet-Apps, mit denen man nicht nur überall Zugriff auf seine Daten hat, sondern zum Beispiel auch gespeicherte Musik und Videos direkt abspielen oder Fotos anschauen kann.

Zum digitalen Lifestyle gehören heute neben sozialen Netzwerken auch Apps. Die mobilen Wegbegleiter mit intelligenten Lösungen für fast alle Lebensbereiche sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Im Rahmen der CeBIT werden am 6. März ab 11.00 Uhr (Halle 7, Public Sector Forum) die Sieger des Wettbewerbs Apps für Deutschland geehrt. Ziel des Programmierwettstreits ist es, offene und öffentliche Daten von Forschungsergebnissen bis hin zu statistischem Material aus der Verwaltung in möglichst nützliche mobile Anwendungen fließen zu lassen.

Auf der Messe sind auch einige neue Tablets mit Android 4.0 (Ice Cream Sandwich) zu sehen - allerdings meist nur im geschlossenen Fachbesucherbereich Planet Reseller in den Hallen 14 und 15. Auch viele Hersteller von Smartphones, Ultrabooks oder Displays ziehen sich dorthin zurück. Interessante Produkte wie Netzwerklösungen, Receiver, Mediaplayer oder Set-Top-Boxen für Smart- oder Internet-TV sind öffentlich zugänglich in Halle 13 zu finden. Ähnlich offen geben sich auch die zahlreichen Open-Source-Projekte, die ihre Programme in Halle 2 präsentieren. Für Fans von Linux, Android und anderer freier Software finden dort täglich Vorträge, Diskussionen und Workshops statt (http://dpaq.de/KKzpy).

Die weltweite Urbanisierung als eine zentrale Herausforderung des 21. Jahrhunderts ist Thema des Sonderbereichs Urban Solutions (Halle 8). Hier geht es unter anderem um Verkehr, Elektromobilität, Informationsmanagement, intelligente Stromnetze, E-Government, E-Learning, Vernetzung oder Recycling. Dort finden sich Projekte wie Mitfahr-Communitys oder Elektroauto-Initiativen.

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