Hirschau/München - Günstiger als externe Speicher: Docking-Stationen für Festplatten

Günstiger als externe Speicher: Docking-Stationen für Festplatten

Von: Philipp Laage, dpa
Letzte Aktualisierung:
Docking Station
Cardreader an Bord: Diese Docking-Station erspart dem Besitzer sogar den Anschluss eines Kartenlesers. Foto: dpa

Hirschau/München. Externe Festplatten sind inzwischen auf zahlreichen Schreibtischen zu finden. Die meisten Datenspeicher aber gibt es immer noch als interne Festplatten im Computer selbst. Damit auch deren Inhalt bequem von A nach B bewegt werden kann, gibt es spezielle Docking-Stationen.

Dort wird die Festplatte eingesteckt und mit dem Rechner verbunden. Die Stationen sind gut geeignet, um alte Festplatten aus dem PC oder Notebook auszulesen.

Gerade bei Notebooks sind solche Docking-Stationen sinnvoll, wenn die eingebaute Festplatte durch ein größeres Modell ersetzt werden soll, wie Harald Lehner vom Händler Conrad Elektronik mit Sitz in Hirschau erklärt.

Üblicherweise habe nur eine einzige Festplatte Platz im Notebook. So ist der Zugriff auf die alte Platte auch dann noch möglich, wenn sie bereits ausgebaut wurde. Außerdem können die Festplatten als Wechselmedium zur Datensicherung verwendet, sicher verwahrt und bei Bedarf ganz unkompliziert an den Computer angeschlossen werden.

Im Vergleich zu einer externen Festplatte mit Gehäuse kommt der Anwender mit einer Docking-Station sehr viel günstiger weg: Denn externe Platten mit einem eSATA-Anschluss seien relativ teuer, sagt Lehner. „Die Docking-Station bietet eine schnelle Datenübertragung für vergleichsweise wenig Geld.”

Hinzu kommt: Möchte der Anwender beispielsweise seine externe 1-Terabyte-Platte irgendwann gegen ein Modell mit mehr Speicherplatz tauschen, muss er sich eine neue Platte mit neuem Gehäuse zulegen. Die Docking-Station unterstützt aber alle Modelle - der Nutzer spare auf lange Sicht Geld, wenn er nur die Festplatten selbst wechselt.

Im Vergleich zu externen Festplatten seien die Varianten ohne Gehäuse deutlich günstiger, sagt auch Thomas Littschwager von der Computerzeitschrift „Chip” in München: „Eine Docking-Station braucht sicher nicht jeder Anwender zu Hause. Sie bietet allerdings Vorteile, wenn häufig große Datenmengen bewegt werden.” Denn hier reichten USB-Sticks meistens nicht aus. Bei den Platten, die an die Docking-Station angeschlossen werden, handelt es sich um herkömmliche Modelle, die auch in Desktop-PCs oder Notebooks zum Einsatz kommen.

Die meisten Docking-Stationen sind mit 2,5-Zoll- und 3,5-Zoll-Festplatten zugleich kompatibel, erklärt Peter Tonev vom Anbieter Technaxx mit Sitz in Frankfurt/Main. Manche Modelle hätten sogar einen doppelten Festplattenschacht für den gleichzeitigen Betrieb von zwei Platten. Einige wenige Modelle haben zusätzlich einen Card Reader mit an Bord, ergänzt Littschwager. Das spare dem Anwender unter Umständen die Anschaffung eines zusätzlichen Geräts.

Was den Funktionsumfang angeht, bewegen sich die meisten Docking-Stationen Littschwager zufolge auf einem ähnlichen Niveau. Die qualitativen Unterschiede liegen im Detail. Standard ist ein USB-2.0-Anschluss. „Wer jedoch häufig große Datenmengen verschiebt, wird damit vielleicht weniger Freude haben.”

Deshalb gibt es auch einige Modelle mit eSATA-Schnittstelle. Das ist vor allem für Anwender sinnvoll, deren PC noch keine zwei Jahre alt ist. Denn dieser hat meist die neuesten Schnittstellen. Damit laufe die Festplatte in der Docking-Station genau so schnell wie eine Platte, die in den Rechner eingebaut ist.

Maximale Geschwindigkeit biete schließlich USB 3.0, sagt Littschwager. Auch hier hätten Anbieter wie Digitus, Sharkoon oder Icy Box brauchbare Modelle im Sortiment. „Die USB-3.0-Geräte unterscheiden sich untereinander nicht sonderlich, sie verwenden alle den gleichen Chip.” USB 2.0-Modelle kosten etwa 30 Euro, Geräte mit eSATA-Anschluss sind kaum 5 Euro teurer, wie Lehner erklärt. Docking-Stationen, die bereits über USB 3.0 verfügen, gibt es ab etwa 40 Euro.

Anwender sollten außerdem immer auf die Stabilität und das Gewicht der Station Wert legen, rät Littschwager. Denn die Festplatte steht hochkant in dem Gerät und ist umso unanfälliger gegen Stöße, je stabiler die Docking-Station steht. Die Stationen sollten darüber hinaus 2,5-Zoll- und 3,5-Zoll-Platten unterstützen. „Aber auch das ist eigentlich Standard.” Eine Klappe über den Schnittstellen sei zusätzlich nützlich, um die Anschlüsse gegen Staub zu schützen.

Modelle mit Sonderfunktionen spielen laut Lehner im Handel nur eine geringe Rolle. Gefragt seien vor allem Docking-Stationen für eine Festplatte mit einer USB-2.0-eSATA-Kombination. Praktisch sei aber auch ein Backup-Knopf an der Docking-Station, über den die Festplatte oder einzelne Ordner auf dem Rechner oder Notebook gesichert werden könnten, sagt Littschwager. Der Nutzer benötigt dafür noch eine passende Software, oft wird eine entsprechende CD mitgeliefert.


Festplatten müssen erst partitioniert werden

Was viele Nutzer nicht wissen: Nackte Festplatten werden vom Computer erst einmal nicht erkannt, wenn sie fabrikneu sind. Die Docking-Station selbst benötigt zum Betrieb ab Windows XP keine Treiber. Eine eingesteckte Festplatte erscheint automatisch im Betriebssystem - wenn sie formatiert ist. Im Gegensatz zu externen USB-Festplatten sind die reinen Festplatten ohne Gehäuse aber nicht vorformatiert, der Rechner kann erst einmal nichts mit ihnen anfangen. Der Anwender muss die Festplatte über die Systemsteuerung erst partitionieren. Anders sieht es bei einer ausgebauten Platte aus - sie ist bereits formatiert.

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