Hamburg - Günstig auftanken: Refill für den Drucker kann Kosten reduzieren

Günstig auftanken: Refill für den Drucker kann Kosten reduzieren

Von: Andreas Thieme, dpa
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Hamburg. Geht die Druckertinte zur Neige, stehen Anwender vor der Wahl: Die Patrone nachfüllen oder lieber gleich eine neue kaufen? Sowohl beim Preis als auch bei der Qualität gibt es hierbei einige Unterschiede. Wer sparen will und sich mit einfacher Qualität begnügt, für den ist das sogenannte Refill die richtige Wahl. Aber Vorsicht - die nachgefüllte Tinte passt nicht zu jedem Drucker und Zweck.

Grundsätzlich ist das Nachfüllen billiger, da nur der Inhalt und nicht die gesamte Patrone erneuert werden muss, erklärt Florian Heise vom Informationsportal http://www.druckerchannel.de. Wer handwerklich geschickt ist, könne Originalpatronen eigenhändig auffüllen. Auf diese Weise lassen sich bis zu 90 Prozent gegenüber dem Herstellerpreis sparen.

Besonders einfach ist das Nachfüllen nicht. Die Patrone festzuhalten und gleichzeitig mit Bohrer und Spritze zu hantieren, sei nicht für jeden eine gangbare Lösung, sagt Uwe Vieths von der in Hamburg erscheinenden Zeitschrift „Computerbild”. Denn allzu leicht gehe die Tinte daneben oder die befüllte Patrone läuft aus. Florian Heise zufolge sollten Tüftler deshalb passende Unterlagen, Gummihandschuhe und ältere Kleidung verwenden.

Generell sei jede Tintenpatrone oder Tonerkartusche wieder auffüllbar - schließlich habe sie der Hersteller zuvor auch befüllt. Durch Preisesenkungen, aber auch mit immer komplizierteren Konstruktionen der Patronen versuchen die Original-Hersteller dem aber entgegen zu wirken. Vieths rät Anwendern daher, sich eine Anleitung beim Hersteller der Refill-Kits zu besorgen.

Nachfüllen kann zu irreparablen Schäden am Drucker führen, sagt Ottmar Korbmacher vom Hersteller Epson. Gelangen etwa Staubpartikel in die Patrone, führe das mitunter zum Ausfall des Druckkopfes. Dasselbe gilt für kleinere Luftbläschen in der Tinte. Nicht umsonst werde Originaltinte in aufwendigen Verfahren in staubfreien Reinräumen abgefüllt, so Korbmacher.

Anders als bei Tintenstrahldruckern sollten Verbraucher den Refill bei Laserdruckern nicht selbst erledigen. „Gesundheitliche Gefahren sind dabei nicht auszuschließen”, warnt der Experte. Wer es dennoch tut, sollte in jedem Fall eine Feinstaubmaske tragen, um keine Tonerpartikel einzuatmen. Gelangen diese auf Haut oder Kleidung, müssen sie mit kaltem Wasser abgewaschen werden, da heißes Wasser die Partikel auf der Haut fixieren würde.

Wer sicher gehen will, kann den Refill der Patrone oder Tonerkartusche in einer Tintentankstelle erledigen lassen. Diese Serviceleistung muss zwar bezahlt werden. Es ist aber insgesamt immer noch billiger, als eine neue Patrone kaufen zu müssen.

Der Gang zur Druckertankstelle ist auch Vetrauenssache - manch schwarzes Schaf unter den Anbieters füllt weniger als die eigentlich vorgesehene Menge an Tinte in die Patrone. „Für den Verbraucher ist das leider nicht erkennbar”, sagt Heise.

Zudem erhielten viele Betreiber von Tintentankstellen nur kurze Anweisungen für den Refill und verfügen über wenig Erfahrung. In beiden Fällen sei es deshalb ratsam, einen Testdruck mit der befüllten Patrone machen zu lassen und eine schriftliche Bestätigung über den vollständig aufgefüllten Tintenstand einzuholen. „Ist das nicht möglich, sollte ein anderer Shop aufgesucht werden.”

Zu bedenken sei Heise zufolge aber, dass der Drucker die neue Tinte ohnehin für Reinigungszyklen verwendet - und so den Verbrauch kräftig ankurbelt. Die Refill-Tinte könne zudem nie besser als das Original sein, da die Rezeptur des Originalherstellers in Tintentankstellen gar nicht verwendet werden darf. „Oft weichen die Druckergebnisse mit Nachfülltinte deshalb sehr stark von denen mit der Originaltinte ab”, sagt Heise.

Vorsicht gilt vor allem bei Billigangeboten oder bei Universaltinte: Die in der Werbung versprochene „Premium-Qualität” oder „XXL-Befüllung” sei meistens minderwertig, sagt Heise. Verzichtet werden sollte auch auf Schnäppchen wie „10 Patronen für 3,90 Euro”.

Vertrauenswürdiger sei dagegen Markenware von Tinten-Herstellern wie Pelikan, Inktec oder Peach. Auf Vorrat sollte laut Vieths aber nicht gekauft werden, da die Tinte eintrocknen und die Patrone somit unbrauchbar werden kann.

Korbmacher gibt zu bedenken, dass Fremd- oder Nachfülltinte nicht optimal auf den jeweiligen Drucker abgestimmt ist. Weist die nachgefüllte Tinte etwa eine ungeeignete chemische Rezeptur auf, könne sie Korbmacher zufolge auslaufen, einen Schaden am Drucker verursachen oder zu einer schlechten Druckqualität führen. „Nicht jeder Drucker ist mit jeder Tinte kompatibel.” Gesicherte Qualität und Lebensdauer erhielten Verbraucher nur, wenn die Patrone direkt vom Hersteller kommt - auch wenn das die teuerste Variante ist.


Tintenpatronen rechtzeitig nachfüllen

Druckerbesitzer sollten darauf achten, Tintenpatronen rechtzeitig nachzufüllen, rät Florian Heise vom Informationsportal http://www.druckerchannel.de. Damit werde vermieden, dass Luft in Druckkopf und in die Düsen gelange. Diese müssten dann durch die verbrauchsintensive Selbstreinigungsfunktion des Druckers wieder herausgespült werden.

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