Grafiktabletts erleichtern das Zeichnen und Malen am Computer

Von: Sandra Schipp, dapd
Letzte Aktualisierung:

Hamburg. Wer am Computer schon mal ein Foto bearbeitet oder ein Bild gemalt hat, kennt das Problem: Die Maus ist viel zu ungenau. Das Zeichnen, Ausschneiden oder Retuschieren wird schnell zur nervigen Friemelei. Hier sind Grafiktabletts eine gute Lösung.

Mit einem elektronischen Stift in der Hand kann man auf der dazugehörigen Arbeitsfläche zeichnen, was das Zeug hält - und auf dem PC-Monitor wird jeder Strich sofort sichtbar.

Allerdings: Das perfekte Gerät, das alles leistet, gibt es leider nicht, wie Gerald Himmelein von der Zeitschrift „ct” sagt. Die besten Grafiktabletts können zwar sehr viel und sind sehr gut, aber sie haben auch einen stolzen Preis. Billige Geräte hingegen haben mitunter Macken, sind aber für manche Zwecke völlig ausreichend.

A5 reicht für kleinere Retuschearbeiten

Bevor man sich ein Grafiktablett anschafft, sollte man sich genau überlegen, wofür man es braucht. Für kleinere Retuschearbeiten reichen schon Geräte im A5-Format, also in Schulheftgröße, aus. Für filigranere Arbeiten, etwa für anspruchsvolle Retusche und fürs Zeichnen oder Malen, sollte es schon ein A4-Tablett sein. Ideal ist, wenn sich Größe und Seitenverhältnis von Tablett-Arbeitsfläche und Display möglichst nahekommen. Professionelle Grafiker nutzen auch gerne Tabletts im A3-Format, die größer als der Monitor sind - es fühlt sich dann an, als würde man mit einer Lupe malen. Allerdings sind diese Geräte nichts für den kleinen Geldbeutel.

Kleiner als eine Postkarte sollte ein Grafiktablett auf keinen Fall sein, warnt Himmelein. Die Hand-Auge-Koordination klappt sonst nicht mehr. Schließlich materialisieren sich die auf dem Tablett gezeichneten Striche erst am Monitor - und das Tablett liegt normalerweise waagerecht auf dem Tisch, während der Monitor senkrecht dazu steht. An diese Art zu arbeiten müssen sich viele erst gewöhnen.

Der Frust-Faktor sei gerade am Anfang recht hoch, sagt der „ct”-Experte. Aber hat man den Dreh einmal raus, überwiegen die vielen Vorteile - etwa die Rückgängig-Funktion oder die Möglichkeit des schnellen Korrigierens und Kolorierens. Die Zeitersparnis durch Grafiktabletts sei enorm, betont Himmelein.

Beim Stift auf die Verarbeitung achten

Beim Kauf sollte man darauf achten, wie der Stift in der Hand liegt und wie er verarbeitet ist. Bei manchen Billigprodukten wackelt die Mine im Schaft, was die Genauigkeit des Tabletts zunichtemacht. Auch das Gewicht ist wichtig. Manche Stifte brauchen eine Batterie, die jedoch den Schwerpunkt des Schreibgeräts deutlich verändern kann. Ist sie zu hoch angebracht, rutscht der Stift beim Zeichnen hin und her. Batterielose Stifte beziehen ihren Strom per Induktion über das Tablett. Das hat den Vorteil, dass keine Ausfälle durch eine schwache Batterie vorkommen.

Druckstufen und dpi-Werte sind Himmelein zufolge hingegen nicht sehr aussagekräftig. Manche Hersteller prahlten mit 2000 Druckstufen, doch so viel Kontrolle habe kaum jemand über die Andruckstärke. Bei der Auflösung reiche ein Wert von 1024 dpi vollkommen aus, und den bieten schon die günstigen Tabletts.

Wer noch nie ein Grafiktablett benutzt hat, sollte es erst einmal ausprobieren und nicht gleich zu den teuersten Geräten greifen. Auch für den Zwölfjährigen im Mangafieber muss nicht gleich das 400-Euro-Gerät unterm Weihnachtsbaum liegen. Hat man jedoch einmal Gefallen am Tablett gefunden und nutzt es häufiger, lohnt es sich, im oberen Preissegment zuzulangen. In den „ct”-Tests schnitt die Firma Wacom am besten ab, allerdings sind die aktuellen Hanvon-Geräte fast gleichwertig. Lediglich die Treiber ließen zu wünschen übrig, sagt Himmelein.

Eine besondere Form der Grafik-Tabletts sind Pen-Displays und Tablett-PCs mit eingebauter Grafik-Funktion. Hier fällt die Abstraktionsebene weg: Was man zeichnet, sieht man direkt an Ort und Stelle. Solche Geräte seien quasi wie elektronisches Papier mit Rückgängig-Funktion, sagt Himmelein. Nur liegt hier der Preis im vierstelligen Bereich - diese Geräte sind dann doch eher etwas für Profis.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert