Glossiert: Ich packe meinen Koffer ... und lade eine App

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Glossiert: Ich packe meinen Koffer ... und lade eine App

Ein Kommentar von Marc Heckert

Urlaubszeit, Smartphone-Zeit. Also genau wie der Rest des Jahres. Einziger Unterschied: Im Urlaub sind die fettigen Fingerabdrücke auf dem Display mit Sonnencreme angereichert.

Denn ob Domburg oder Dom-Rep: Zwischen Strand und Stehbar ist der digitale Flachmann längst unentbehrlich. Was gibt es nicht alles für tolle Apps für unterwegs! Da lässt sich ein Hotel mit Rund-um-die-Uhr-Hundebespaßung buchen. Ein schwimmfähiger Geländewagen für den Ausflug in die Mangrovensümpfe mieten. Das beste Restaurant mit Quinoa-Kumquat-Quiche finden. Und selbst exotischste Währungen wie Bitcoins, britische Pfund und Kauri-Muscheln in Euro umrechnen.

Doch das ist nur der Anfang, unzählige Reise-Apps warten in den Stores. Die des Auswärtigen Amtes bewahrt den Nutzer vor Militärputschen und dem verhängnisvollen Stich der Yuk-Raits-Mücke. Das Helferchen „Zoll und Reise“ vom Bundesfinanzministerium rechnet uns aus, mit wie vielen Pülleken des örtlichen Waran-Kaktus-Fusels wir uns im Rückflieger den von Quinoa-Kumquat-Quiche schmerzenden Magen betäuben dürfen.

Wahrlich, der Möglichkeiten ist kein Ende: Hat uns die Navi-App einmal vom rechten Wege abgeführt, hilft die Übersetzer-App, das Gebrüll des Unfallgegners zu verstehen.

Und wenn wir dank des Flirt-Guides mit Anmachsprüchen einmal nicht nur Kontakt mit der anvisierten Dorfschönheit geknüpft haben, sondern auch gleich mit deren wütenden Familienangehörigen: Kein Problem, ein paar Scheinchen, dank der Cash-Finder-App flink aus dem nächstgelegenen Geldautomaten gezogen, glätten alle Wogen. Es sei denn, der aufgebrachte Familienclan akzeptiert nur Kauri-Muscheln.

Für Vergessliche gibt es noch die „Pack deinen Koffer“-Apps, auf dass man nichts Wichtiges zu Hause vergesse. Vom großen Entdecker James Cook hieß es ja, er habe stets reichlich Glasperlen für die Eingeborenen dabei gehabt, um sorgenfrei reisen zu können. Unsereiner braucht eher Glasreiniger fürs Handydisplay.

Vor allem aber braucht er: das Ladekabel – sonst steht am Urlaubsort erstmal panisches Stöbern in Elektronikmärkten an. Und das elendige Umrechnen: Wie viele Euro sind noch mal eine Penunze? Hilfe!

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