Glossiert: Google, Gimmicks, Gegenspionage

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Glossiert: Google, Gimmicks, Gegenspionage

Ein Kommentar von Marc Heckert

Spionage! Was für ein Feuerwerk an Bildern, Gedanken und Empfindungen dieses Wort auslöst. James Bond im Smoking. Mata Hari beim Schleiertanz. Finsterlinge im Trenchcoat, die tote Briefkästen leeren. Und ihre Ausrüstung erst!

Kameras im Knopfloch, Kanonen im Kugelschreiber, Fluggeräte zum Falten aus dem Koffer! Als ich ein Kind war, träumte ich von einem Aston Martin mit Schleudersitz und aufploppender Panzerplatte hinterm Rücksitz. Bekommen habe ich nicht mal die „Detektivbrille mit den Spion-Rückspiegeln“ aus dem Yps-Heft. So wurde es dann auch nichts mit der Geheimdienstkarriere. War sicher besser so – im Smoking sehe ich aus wie ein Pinguin, im Trenchcoat wie von Christo verpackt, Schleier habe ich noch nicht probiert.

Jetzt aber gibt es Neues und Aufregendes für uns Freunde der Gimmicks, Gadgets und Goodies.

Google hat nämlich für sein Smartphone namens Pixel eine App entwickelt, die den Benutzer warnt, wenn jemand von hinten auf sein Display linst. Das ist besser als jede verrückspiegelte Brille, denn die App springt dank der aus Digitalkameras bekannten Augenerkennungs-Software erst dann an, wenn sich der Blick des Mitlesers auch wirklich auf das Handy richten.

Dieses schaltet dann in den Selfie-Kameramodus und zeigt das Gesicht des Spionierenden, rot eingerahmt. Kleiner Gag: Ein Regenbogen zeigt auf das Gesicht, was unter Digital-Insidern als Symbol für Erbrechen bekannt ist, sorry, falls Sie gerade beim Frühstück sitzen sollten.

Dank Google fühlt sich der Aachener, während er im „Long Wajong“-Gelenkbus vor sich hin surfend die Trierer Straße hinaufdieselt, als der Bond von Brand. Immer undercover, Ma‘am, im Einsatz Ihrer Majestät. Die Elsbeth mit dem Hut, kennse doch, oder? Haben Sie mir da etwa gerade in mein WhatsApp gelünkert?

Wer braucht eine Walther PPK, wenn er ein Google Pixel zücken kann! Dumm nur: Während wir uns noch als Cleverchen mit Geheimwissen fühlen, stehen wir selbst die ganze Zeit unter Observierung. Denn die auf uns gerichtete Kamera läuft natürlich die ganze Zeit mit – sonst wüsste das Handy ja nicht, was hinter uns passiert. Der Spion, der selbst ausgespäht wird, was für ein Krimi. Dagegen muss man doch etwas erfinden können. So ein Geheimagenten-Gimmick, mit aufploppender Panzerplatte. Mister Q, übernehmen Sie!

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