Fake News: So lassen sich gefälschte Nachrichten im Netz erkennen

Von: chh
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Fake News
Google und Facebook stehen seit geraumer Zeit am Pranger, für die Verbreitung von gefälschten Nachrichten im Netz mitverantwortlich zu sein. Google setzt nun beim Kampf gegen Fake News auf menschliche Hilfe. Den eigentlichen Job soll aber der Algorithmus erledigen. Foto: dpa

Aachen. Papst Franziskus hat sich im vergangenen Jahr für die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten ausgesprochen. Die Grünen-Politikerin Renate Künast hat den Flüchtling, der im Herbst 2016 eine Freiburger Studentin vergewaltigt und getötet haben soll, in Schutz genommen.

Zwei vermeintliche Nachrichten, die sich in den vergangenen Monaten rasant im Netz verbreitet haben. Was sie gemeinsam haben: Beide sind frei erfunden. Bewusst gefälschte Nachrichten – sogenannte Fake News – sind kein neues Phänomen, aber in Zeiten von Facebook, Twitter und Co. verbreiten sie sich in Sekundenschnelle tausendfach im Netz. Später folgende Gegendarstellungen, wenn es sie denn überhaupt gibt, gehen dagegen oft unter. Wie lassen sich Fake News im Netz enttarnen?

Die Quelle: Wer steckt hinter einer Nachricht, und woher stammt sie? Seriöse Nachrichtenseiten haben immer ein Impressum und machen deutlich, woher ihre Informationen kommen. Die Quelle kann etwa die Polizei oder Staatsanwaltschaft sein, eine Nachrichtenagentur oder ein anderes Medium. Fehlen die Quellenangaben oder scheint das Ganze besonders abwegig, lohnt es sich, nachzuforschen. Vermelden auch andere vertrauenswürdige Medien die Nachricht?

Die Nachricht wird über ein Soziales Netzwerk verbreitet? Bevor man den Link nun vorschnell mit seinen Kontakten teilt, sollte man ihn erst einmal anklicken und den Artikel bis zum Ende lesen. Stimmt das, was Vorspann und Schlagzeile in der Artikelvorschau suggerieren, mit dem Inhalt des Artikels überein? Was banal klingt, hat einen wichtigen Hintergrund: Denn der Vorspann und die Schlagzeile in der Artikelvorschau lassen sich vom Inhaber der Seite leicht manipulieren. Deshalb ist es ratsam, den Account, der die Nachricht verbreitet, genauer unter die Lupe zu nehmen. Welche anderen Nachrichten finden sich dort? Wirkt der Account seriös?

Auch Twitter- und Facebook-Konten lassen sich leicht manipulieren. Ende Dezember 2016 meldete die britische BBC via Twitter den Tod von Queen Elizabeth II. Bei dem Account handelte es sich allerdings um einen Fake. Statt „BBC News (UK)“ lautete der Name des Accounts „BBC News (UKI) – ein klitzekleiner Unterschied, der im ersten Moment kaum auffällt.Mit Webseiten wie „Clone Zone“ lassen sich sogar leicht ganze Webseiten fälschen, die aussehen wie die Originalseiten. Hier hilft nur ein Blick auf die Webadresse.

Also alles nur Fake im Netz? Nein! Es gibt auch Webseiten, die sich der Aufklärung und Richtigstellung von gefälschten Nachrichten verschrieben haben, etwa die deutsche Seite www.hoaxmap.org. und die österreichische Seite www.mimikama.at.

Bilder und Videos: Im Netz werden Bilder häufig verfälscht und völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Bei größeren Gewalttaten wie etwa dem Amoklauf in München im Juli 2016 machten schon nach kurzer Zeit Fotos und Videos angeblicher Augenzeugen die Runde bei Twitter. Auf einem Bild waren Tote und Blutspuren in einem Einkaufszentrum zu sehen. Das Problem: Das Bild zeigte in der Tat eine Bluttat in einem Einkaufszentrum; allerdings stammte es von einem Raubüberfall in Südafrika.

Auch bei den Protesten gegen den AfD-Parteitag in Köln Mitte April verbreiteten Twitter-Nutzer unter dem Hashtag #koeln2204 gefälschte Fotos. Sie zeigten den Einsatz von Wasserwerfern und gewaltsame Zusammenstöße zwischen der Polizei und Demonstranten. Die Kölner Polizei stellte schnell klar: Die Bilder sind nicht aktuell. Tatsächlich stammten sie unter anderem von einer Demonstration der Gruppe „Hooligans gegen Salafisten“ („Hogesa“) in Köln im Oktober 2014.

Dabei lässt sich leicht prüfen, ob es sich bei Bildern im Netz um Fälschungen handelt. Bei der Bilder-Rückwärtssuche von Google oder über den englischsprachigen Webdienst TinEye können Nutzer fragwürdige Bilder hochladen oder den Link zu ihnen posten. Ein guter Test, ob das Bild wirklich so aktuell ist wie angegeben oder sich bereits an anderer Stelle im Netz wiederfindet. Es mag banal erscheinen, aber es lohnt sich, auch auf die Bilddetails zu achten. Tragen die Menschen auf dem vermeintlich aktuellen Bild alle T-Shirts und scheint die Sonne obwohl gerade Dezember ist und Minustemperaturen herrschen? Auch das könnte ein Hinweis sein, dass es sich um eine Fälschung handelt.

Auch bei Videos im Onlineportal Youtube lässt sich über den Youtube Dataviewer von Amnesty International testen, ob die Videos neu sind oder bereits in einem anderen Kontext existieren. Der Dataviewer liefert Vorschaubilder (sogenannte Thumbnails), mit denen sich dann wiederum eine Bilderrückwärtssuche durchführen lässt, und zeigt an, wann exakt das Video hochgeladen wurde.

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