Erst Schuhe, dann Schokolade: Software erkennt Kundenbewegung

Von: Hatice Kilicer, dpa
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Am Karlsruher KIT beim Institut für Anthropomatik wird ein System gezeigt, das mit einer Personenerfassung für eine Mensch-Roboter-Interaktion entwickelt wurde. Die Karlsruher Forscher haben nun eine Software entwickelt, die etwa für Kaufhäuser äußerst nützlich sein könnte: Sie kann Gesichter erkennen und sogar das Geschlecht und Alter von Menschen. Auch wohin jemand sieht, wird erkannt. Ein Kaufhausbetreiber kann so zum Beispiel feststellen, wie lange Frauen in der Schuhabteilung bleiben und wohin sie danach gehen. Foto: dpa

Karlsruhe. Personalisierte Internet-Werbung, Kundenkarten, die Informationen über das Kaufverhalten ihrer Besitzer speichern und zahllose Umfragen von Marktforschern - auf verschiedene Art und Weise versuchen Firmen, viel über die Verbraucher herauszufinden und ihre Produkte möglichst genau auf sie zuzuschneiden.

Karlsruher Forscher haben nun eine Software entwickelt, die etwa für Kaufhäuser nützlich sein könnte: Sie kann Gesichter erkennen und auch das Geschlecht und Alter. Auch wo jemand hinsieht, wird erkannt. Ein Ladenbetreiber kann so zum Beispiel feststellen, wie lange Frauen in der Schuhabteilung bleiben und wohin sie danach gehen.

Datenschützer werden hier vermutlich laut „Moment mal!” rufen. Daher versichern die Wissenschaftler schnell: Die Kunden bleiben auf jeden Fall anonym.

Kundin „Nr. 300” zum Beispiel kauft Schuhe und anschließend Schokolade, würde die Software ausgeben, erklärt der Karlsruher Forscher Rainer Stiefelhagen. Auch Flughäfen könnten die Technologie gut gebrauchen, sagt er. Sie könnten per Bild- und Video-Analyse die Zugangskontrollen und damit die Sicherheit verbessern.

Am Institut für Anthropomatik der Universität Karlsruhe beschäftigen sich die Wissenschaftler unter anderem mit künstlicher Intelligenz und dem Lernen von Maschinen. Mit acht Mitarbeitern forscht Stiefelhagen in Sachen Gesichtserkennung. Ihre Software erkennt, findet und sortiert Gesichter.

Eine einfache Kamera erfasst das Gesicht - Stirn, Nase, Augen und Kinn -, die Software vergleicht das Bild anschließend mit einer Datenbank, sucht nach den gleichen Merkmalen und zeigt das Ergebnis auf dem Bildschirm. Die Software erkennt nicht nur die Gesichter, sondern zeigt auch, wohin die Menschen sehen. Der Demo-Computer erkennt jeden Mitarbeiter im Institut. Er zeigt nicht nur das Gesicht, sondern auch gleich den dazugehörigen Namen.

„Wir arbeiten darauf hin, dass man Maschinen beibringt, natürlich zu werden”, sagt Stiefelhagen. Sie sollen etwa wissen, wer gerade spricht oder wer vor ihnen steht.

Das Thema Gesichtserkennung sei für viele Firmen interessant - Millionen würden in die Förderung gesteckt. Und zu erforschen gäbe es genug. Ziel sei, nicht nur die Gesichtserkennung auszubauen, sondern auch den Maschinen beizubringen, Bewegungen zu registrieren. Stiefelhagen: „Die Maschine soll erkennen, dass ich nicht nur meine Hand bewege, sie soll erkennen, dass ich zur Flasche greife.”
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