Hamburg - Dreidimensionales für Hobbyfilmer: Immer mehr 3D-Camcorder für Amateure auf dem Markt

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Dreidimensionales für Hobbyfilmer: Immer mehr 3D-Camcorder für Amateure auf dem Markt

Von: Susanne Ehlerding
Letzte Aktualisierung:
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Nachdem vor rund einem Jahr die ersten 3D-tauglichen Fernseher auf den Markt kamen, sind nun auch 3D-Camcorder für Amateurfilmer erhältlich. Foto: dapd

Hamburg. 3D-Filme sind ein starkes Argument der Kinos, um die Zuschauer weg vom Sofa in den Kinosessel zu locken. Die Technik steht aber mehr und mehr auch für Zuhause zur Verfügung. Nachdem vor rund einem Jahr die ersten 3D-tauglichen Fernseher auf den Markt kamen, sind nun auch 3D-Camcorder für Amateurfilmer erhältlich.

Panasonic kam schon im vergangenen Jahr mit einem Gerät auf dem Markt. Der Camcorder HDC-SDT 750 arbeitet mit einer abnehmbaren Vorsatzlinse. „Sie teilt das in Full-HD aufgenommene Bild in der Mitte, so dass die Auflösung statt 1920 mal 1080 Bildpunkten nur 960 mal 1080 beträgt”, sagt Jan Johannsen, Redakteur beim Onlinemagazin Netzwelt.de. Im 3D-Modus sind die Parameter für Brennweite und Belichtung voreingestellt und lassen sich nicht verändern. Ohne die Vorsatzlinse nimmt das Gerät 2D-Bilder mit der Möglichkeit von manuellen Einstellungen auf.

Beim Camcorder GS-TD1 von JVC stellt man durch Tastendruck ein, ob man in 2D oder 3D aufzeichnen möchte. Im Gerät befinden sich zwei Linsen, die jeweils 1920 mal 1080 Bildpunkte aufnehmen und es hat ein autostereoskopisches Display. Das bedeutet, dass man den 3D-Effekt ohne Brille sehen kann. Möglich sind Zeitrafferaufnahmen und 3D-Fotos. Der Camcorder ist seit März erhältlich. Für Mitte April hat Sony ein Gerät mit der Bezeichnung HDR-TD 10E angekündigt, das ebenfalls zweimal 1920 mal 1080 Bildpunkte aufnimmt. Der Ton soll im 5.1 Surround-Verfahren aufgezeichnet werden. Daneben gibt es Camcorder von weiteren Herstellern wie dem eher unbekannten Unternehmen DXG.

Grundsätzlich sei die Qualität der aufgenommenen Bilder gut, sagt Jan Johannsen. Abstriche müsse man nur bei kleinen Geräten wie dem 3D-Camcorder von Aiptek machen, der auch mit einem kleinen Sensor arbeite und eher als Spielzeug anzusehen sei.

Nicht alle Motive geeignet für 3D-Aufnahmen

Um gute Ergebnisse mit den Camcordern zu erzielen, müsse das Motiv allerdings 3D-geeignet sein. „Mal eben bei einer Familienfeier oder mit Freunden zu drehen, würde das nicht unbedingt hergeben”, sagt Johannsen. Eine Person in der Landschaft würde in 3D beispielsweise ganz anders wirken als ein Objekt vor einer weißen Wand.

Abhängig sei der 3D Effekt auch vom Abstand der Objektive in der Kamera. Er ist bei den vorgestellten Camcordern relativ gering. „Je mehr sich die Position der Linsen dem menschlichen Augenabstand von gut sechs Zentimern annähert, desto stärker ist die räumliche Wirkung des Bildes”, sagt der Experte. Ein „besonders guter 3D-Effekt” stelle sich bei der Fotokamera Real 3D W3 von Fujifilm ein, die auch Videos aufzeichnen könne. Die Objektive dieser Kamera lägen sechs Zentimeter auseinander.

Auf den richtigen Monitor und passende Hardware achten

Was den Schnitt des 3D-Materials angeht, könnten viele Computer die Daten verarbeiten, sagt Johannsen. Beim Schnittprogramm müsse man teilweise auf die Version achten. Um die Bilder gut abspielen und bearbeiten zu können, seien aber auch ein entsprechender Monitor und eine geeignete Hardware nötig.

Die weit verbreiteten 3D-Monitore, die für elektronische Shutterbrillen ausgerichtet seien, funktionierten nur mit Grafikkarten von Nvidia. Die Brillen arbeiten mit einer kleinen Batterie und schließen jeweils für Millisekunden das Glas vor dem rechten oder linken Augen. Synchron dazu zeigt der Monitor die versetzt aufgenommenen Bilder für das jeweils offene Auge.

Leichter im Gewicht sind Polarisationsbrillen. Sie funktionieren ohne Batterie. Wenn man sie aufsetzt, zeigt der Monitor gleichzeitig ein Bild für das rechte und linke Auge. Das rechte Brillenglas nimmt das Bild für das rechte Auge auf, das linke Brillenglas das Bild für das linke Auge. Monitore für die leichteren Polarisationsbrillen seien kürzlich bei der Cebit vorgestellt worden, berichtet Jan Johannsen. Habe man keinen 3D-Monitor, würden die Bilder von der Schnittsoftware nebeneinander dargestellt, so dass man den Effekt nicht wirklich beurteilen könne.

Zukünftig werde sich die Aufnahmequalität von 3D-Camcordern weiter verbessern, erwartet der Experte. Was die Wiedergabe der aufgenommenen Videos angehe, bleibe allerdings noch viel zu tun. Denn während manche Camcorder schon mit autostereoskopischen Displays ausgerüstet seien, müsse man vor einem Monitor oder dem Fernseher immer noch eine 3D-Brille aufsetzen. „Autostereoskopische Monitore werden bisher nur im medizinischen Bereich eingesetzt und kosteten knapp unter 10.000 Euro”, berichtet Johannsen. Wenn sie zu einem günstigen Preis zur Verfügung stünden, sei das der Durchbruch für die 3D-Technik.
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