Aachen - Die Cloud schafft neue Arbeitswelten

Die Cloud schafft neue Arbeitswelten

Von: Katharina Grimme
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Fat Clients sind teuer. Eine PAC-Studie belegt, dass Firmen für mehr Effizienz und Mobilität zunehmend zu virtuellen Desktops tendieren.

Aachen. Fat Clients sind teuer. Eine PAC-Studie belegt, dass Firmen für mehr Effizienz und Mobilität zunehmend zu virtuellen Desktops tendieren.

Cloud Computing wird in der aktuellen Diskussion häufig auf drei Themen reduziert: Zum Ersten auf „Infrastructure-as-a-Service” (IaaS), also Rechen- oder Speicherleistung aus der Wolke.

Zweitens auf das Thema „Software-as-a-Service” (SaaS), das heißt den Zugriff auf Anwendungen, die ein Cloud-Rechenzentrum bereitstellt. Drittens schließlich auf den Bereich „Platform-as-a-Service” (PaaS), etwa um Anwendungen in einer Cloud-Umgebung zu entwickeln und zu testen.

Doch Cloud Computing kann viel mehr. Das gilt besonders für eines der dringlichsten Probleme, dem sich vor allem mittelständische Unternehmen gegenüber sehen: nämlich dem Aufsetzen, Betreiben, Managen und Absichern von Desktop-Rechnern. Nach Angaben der Beratungsfirma Lexta Consulting Group laufen dabei schnell Client-Kosten von 100 Euro pro System und Monat auf - ein ordentlicher Batzen also.

Eine von der unabhängigen Marktanalyse- und Beratungsgesellschaft Pierrre Audoin Consulting (PAC) im Auftrag von Pironet NDH betriebene Studie belegt, dass sich speziell mittelständische Unternehmen nicht darüber im Klaren sind, wie viel Geld Fat-Client-Rechner fressen. Der Studie zufolge betreut die Mehrzahl der Befragten ihre Client-Landschaft noch in Eigenregie. Nur zwei Prozent der Umfrageteilnehmer haben das Management ihrer Clients komplett in die Hände eines Dienstleisters gelegt.

Doch das Management von Desktop-Umgebungen im Do-it-yourself-Betrieb wird zunehmend komplexer, so die PAC-Studie. Dafür sind drei Gründe verantwortlich:

Immer mehr Mitarbeiter wollen von mobilen Systemen wie Smartphones, Notebooks oder Tablet-Rechnern auf "ihren" Desktop zugreifen und das von unterschiedlichen Orten aus - zu Hause, unterwegs beim Kunden, auf dem Flughafen oder am Arbeitsplatz im Büro. 96 Prozent der befragten Firmen sehen dies als kritische Herausforderung.

Desktop-Management muss Compliance-Vorgaben berücksichtigen, etwa in Bezug auf die Datensicherheit. Dies bereitet 84 Prozent der befragten Unternehmen Kopfzerbrechen.

Hinzu kommt das Thema „Bring your own Device”: Mitarbeiter haben zunehmend weniger Lust, sich bei der Wahl ihres Firmen-Smartphones oder Notebooks auf die Modelle zu beschränken, die ihnen die IT-Abteilung vorgibt. Sie wollen ihre gewohnten privaten Geräte auch für geschäftliche Zwecke nutzen.

Eine für Mittelständler durchaus interessante Option besteht darin, den konventionellen Rechnerarbeitsplatz durch eine virtualisierte Desktop-Umgebung zu ersetzen. Bei der Wahl der passenden Virtual-Desktop-Umgebung bieten sich laut Pironet NDH drei Ansätze an:

Die PAC-Erhebung förderte Erstaunliches zu Tage: Rund ein Viertel der befragten mittelständischen Unternehmen setzt demnach bereits virtualisierte Desktop-Umgebungen ein, teils zentral, teils dezentral virtualisierte Rechnerarbeitsplätze.

Ein Wert allerdings, den der Auftraggeber der Studie, Pironet NDH, aus eigener Erfahrung nicht bestätigen kann: In dessen Zielgruppe, dem gehobenen Mittelstand, würden nur unter zehn Prozent der Unternehmen zumindest Teile ihrer Desktop-Landschaft virtualisieren. Den hohen Wert aus der Umfrage führt der Studieninitiator auf die Begriffsverwirrung zurück, die im Bereich Desktop-Virtualisierung noch herrscht.

Gleichwohl zeigt die Studie von PAC: „63 Prozent der befragten Fachleute und Manager gehen davon aus, dass sich der Virtualisierungsgrad ihrer Desktop-Landschaft in den kommenden zwei bis drei Jahren erheblich erhöhen wird”, erläutert Katharina Grimme, Analystin bei PAC und Autorin der Studie. Neben den 25 Prozent der mittelständischen Firmen, die bereits eine VDI einsetzen, planen demnach weitere 25 Prozent die Einführung dieser Technologie.

Ein Faktor, den speziell mittelständische Unternehmen nicht unterschätzen dürfen, ist das Management einer VDI. Die IT-Abteilungen von Mittelständlern mit ihren begrenzten Ressourcen sind damit schnell überfordert. Bewältigen lässt sich diese Virtual-Desktop-Herausforderung, indem externe Spezialisten herangezogen werden.

PAC erwartet denn auch, dass sich die Zahl der Firmen mehr als verdoppeln wird, die Desktop-Management-Dienste an ein Systemhaus oder einen Cloud-Service-Provider auslagern. Derzeit betreiben noch 46 Prozent der Firmen, die eine VDI einsetzen, diese in Eigenregie.

Zum Abschluss noch die „Frage der Fragen”: Hat sich der Einsatz von virtualisierten Desktops für die befragten Anwender gelohnt? Die Antwort ist laut PAC eindeutig: 82 Prozent der Unternehmen haben mit Hilfe von Desktop-Virtualisierung die Desktop-Kosten gesenkt, an die 20 Prozent sogar um bis zu 30 Prozent.

In so gut wie allen Firmen stiegen die Flexibilität und die Mobilität der Nutzer, außerdem die Verfügbarkeit und die IT-Sicherheit. Gleiches gilt für die Einhaltung von Compliance-Anforderungen.

„In Summe lässt sich sagen, dass die Erfahrungen mittelständischer Unternehmen bei der Nutzung von VDI als positiv zu bewerten sind”, so Grimme. Insbesondere bei den zentralen Themen Mobilität und Compliance gebe es dank der Desktop-Virtualisierung signifikante Verbesserungen.

Desktop-Virtualisierung hat das Potenzial, viele der Probleme zu lösen, mit denen sich mittelständische Firmen im Bereich IT konfrontiert sehen: zum Beispiel den hohen Kosten für die Verwaltung von IT-Arbeitsplätzen, Mängeln in Bezug auf die Unterstützung mobiler Mitarbeiter und unterschiedlicher Endgeräte sowie Sicherheitsrisiken durch unzureichende Kontrolle der Hard- und Software von Desktop-Rechnern.

Damit ein Unternehmen jedoch die Vorteile virtualisierter Desktops nutzen kann, sollte es genau prüfen, ob seine IT-Abteilung in der Lage ist, eine VDI aufzubauen und zu managen. PAC erwartet, dass mit zunehmendem Einsatz von VDI immer mehr Mittelständler den Betrieb ihrer Desktop-Landschaften tatsächlich auslagern und etwa über Cloud-Computing-Infrastrukturen beziehen werden.

Zur Studie: PAC befragte im Oktober 2011 die IT-Entscheider von 114 mittelständischen Unternehmen in Deutschland mit 100 bis 500 IT-Arbeitsplätzen. Die Firmen stammten aus unterschiedlichen Branchen: der Fertigungsindustrie, dem Finanz- und Gesundheitswesen, Transport und Logistik, dem Dienstleistungssektor sowie den Sparten Energieversorgung, öffentliche Hand und Handel. (pg)

© IDG / In Zusammenarbeit mit computerwoche.de
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