Bizarr bis bahnbrechend: Hacker zeigen ihr Können

Von: Karen von Schmieden
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Sichtbare Denkarbeit: Dieses Team der Heerlener Gruppe ACK-space programmierte Software, die Gehirnaktivität auf dem Bildschirm sichtbar machen sollte. Foto: Karen von Schmieden

Kerkrade/Aachen. Arnold Wenger kann mit seinem Gehirn Musik steuern. Am Kopf des 21-Jährigen ist ein Headset befestigt, das seine Gehirnaktivität auf einen Laptop überträgt. „Von uns allen scheint sein Kopf am heftigsten zu pulsieren“, erklärt Teamkollege Luc Derks grinsend die Wahl der Testperson.

Die Gruppe aus DJs, Musikproduzenten und Programmierern wollte beim „Sciene Hack Day“ im Kerkrader Discovery Center Continium eine Software entwickeln, mit der Musik durch Emotionen oder Gedanken verändert werden kann.

Der zweitägige Wettbewerb hat am Wochenende Techniker, Entwickler, Designer und Erfinder aus der Euregio zusammengebracht, um unter dem Thema „Brain – Machine – Interface“ 48 Stunden lang zu tüfteln, zu hacken und intensiv an ausgefallenen Produkten zu arbeiten.

Zum Beispiel an einem „Pigeon Printer“, also „Taubendrucker“, den sich die Designdozenten Jim Bollansee und Tom Luyten ausgedacht haben. Damit wollen sie keinesfalls frisches Federvieh in 3D produzieren, sondern vielmehr Taubenformationen erstellen: Der kleine Roboter verstreut nach einem vorgegebenen Muster aus der Luft Brotkrumen, die Vogelscharen picken hinterher, eine Webcam filmt das wuselige Bild. Beim Testlauf ist der Taubendrucker zwar einmal von der Leine gekippt – „aber das reparieren wir noch“, meint Bollansee.

René Bohne, Leiter des FabLab (Fabrication Laboratory) der RWTH Aachen, hat zusammen mit Bart Temme die rund 25 Teilnehmer bei der Konzeptentwicklung unterstützt. „Das war aber gar nicht nötig, die haben sehr schnell Ideen gefunden. Es geht ja auch darum, Spaß zu haben und ein bisschen zu hacken“, erklärt der Doktorand am Lehrstuhl für Informatik.

Gemeinsam mit Filmemacher Mark Handels und dem Leiter der Veranstaltung, Gene Bertrand vom Continium Kerkrade, saß er in der Jury, die zum Abschluss die Gewinner des Science Hack Days kürte: Eline Primowees und Dennis Croonenberg konnten mit ihrem Elektroenzephalografie-Helm überzeugen, der Gehirnwellen nicht nur misst, sondern – passend zur Aktivität – auch ein fühlbares Signal zur Kopfhaut zurück schickt.

Aachener Studenten waren in den Teams leider noch nicht vertreten – „der Hinweis auf die Veranstaltung kam bei uns vielleicht etwas kurzfristig an“, so Bohne. Die RWTH Aachen arbeitet in nächster Zeit allerdings an anderen grenzübergreifenden Projekten mit dem Discovery Center Continium zusammen, darunter die „Maker Faire“ am 7. und 8. September, bei der kreative Macher Neues entwickeln oder ausstellen.

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