Berlin/Hamburg - Auf Sendung im Netz: Daily Soaps erobern das Internet

Auf Sendung im Netz: Daily Soaps erobern das Internet

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Daily Soaps erobern das Internet
Trivial-Unterhaltung per Mausklick: Vor allem junge Leute schauen sich heute ihr Lieblings-Daily Soap im Internet an. Screenshots: dpa

Berlin/Hamburg. Für Liebe, Leid und Herzschmerz schalten täglich Millionen von Zuschauern den Fernseher ein. Doch nicht nur Daily Soaps, auch Comedy-Serien erfreuen sich großer Beliebtheit. Vor allem junge Zuschauer sehen sich die besten Szenen ihrer Lieblingssendungen nachträglich auf Video-Plattformen im Netz an.

Seit kurzem gibt es aber auch Formate, die eigens für das Web produziert werden. Das Angebot reicht dabei von klassischen Daily-Soaps bis zu Adaptionen bekannter TV-Serien.

Ein Beispiel für ein Netz-Format ist die „Pietshow” auf der Studenten-Plattform studiVZ. Die Serie erzählt die Geschichte des Filmstudenten Piet, der mit seinem Kumpel nach Berlin zieht und dort eine Wohngemeinschaft gründet. „Dort lernen die beiden zwei Mädels aus ihrer Nachbar-WG kennen und Piet porträtiert das Zusammenleben der Vier mit seiner Kamera”, erzählt Dirk Hensen von studiVZ in Berlin. Die Serie sei auf die kommunikationsstarke und im Umgang mit Medien sichere Zielgruppe hin entwickelt worden. Neue Folgen der Show gibt es zur Zeit zwar nicht mehr, die Serie ist für Mitglieder von studiVZ und meinVZ aber weiterhin kostenlos abrufbar.

Wer die englische Sprache beherrscht, kann auch einen Blick auf die erfolgreichen US-Webserien werfen, die etwa auf der Video-Plattform YouTube angeboten werden. „Ein sehr erfolgreiches Format in den USA ist beispielsweise „God, Inc.”, sagt Henning Dorstewitz von YouTube-Eigentümer Google Deutschland in Hamburg. Die Comedy-Serie spiele im Himmel, der wie ein Büro organisiert ist. Einige Folgen der Serie, die der Produzent Francis Stokes selbst online gestellt hat, hätten weit über eine Millionen Zuschauer im Netz gesehen.

Die populärste Webserie in den USA überhaupt sei aber „Chad Vader”, erklärt Dorstewitz. Dabei handelt es sich um eine Parodie auf Star Wars, bei der der kleine Bruder von Bösewicht Darth Vader einen Gemüseladen führt. Die erste Folge hatte mehr als sieben Millionen Zuschauer. Nutzer können die Online-Parodie nach wie vor auf YouTube aufrufen. Im Fernsehen war die Serie nach zwei Episoden abgesetzt worden. Wegen des Erfolgs im Netz wurden dann aber sogar noch Folgen nachproduziert.

Auch die Plattform MyVideo bietet eine eigens für das Internet produzierte Soap an: „Sex and Zaziki” als Adaption der erfolgreichen TV-Serie „Sex and the City”. „Die Episoden setzen männliche Verliebtheit und emotionale Eskapaden amüsant in Szene”, erzählt Dominic Hesse, Marketing-Leiter beim MyVideo-Betreiber Magic Internet in Berlin. „Sex and Zaziki” wird allerdings nicht wie das Vorbild in New York, sondern in Düsseldorf gedreht.

Die erste Folge der Internet-Serie ging im September 2008 online und wurde binnen 24 Stunden über 150.000 Mal aufgerufen. „Es kommen stets neue Folgen hinzu und noch ist kein Ende in Sicht”, sagt Hesse. Die Ideengeber und Produzenten sind zwei Düsseldorfer Studenten. Einen Eindruck können sich Serienfreunde kostenlos unter www.myvideo.de/channel/Sex_and_Zaziki verschaffen.

Ursprünglich als Internet-Sitcom von Usern für User sei auf MyVideo die Serie „The Flat” an den Start gegangen, erklärt Hesse. Wegen des Erfolgs der Pilot-Folge werden nun weitere Episoden professionell produziert. Die Serie ist zu finden unter www.myvideo.de/channel/theflat.

Bereits im Mai wurde auf der Plattform MySpace in regelmäßigen Abständen die Internet-Soap „They Call us Candy Girls” gesendet. Die Serie erzählt von vier jungen Frauen, die dem Portal zufolge ein Leben „zwischen Dancefloor, Beziehungen, Lügen und Großstadtszene” führen. Alle bisher gesendeten Folgen kann der Nutzer unter www.myspace.de/candygirls anschauen. Eine weitere Online-Soap nach bekanntem Strickmuster findet sich außerdem unter www.cliquesoap.de im Netz.

Internet-Soap-Innovationen kommen meist aus den USA

Der Blick über den Tellerrand zeigt, dass die USA Europa nicht nur bei den TV-, sondern auch bei den Internetserien voraus sind. Dort hätten schon einige Formate den Sprung vom Netz ins Fernsehen geschafft, sagt Henning Dorstewitz von Google Deutschland in Hamburg. Die deutschen Produktionen seien zwar meist technisch gut, oft fehlten ihnen aber wirklich innovative Handlungen oder außergewöhnliche Charaktere. Eine Übersicht über viele nationale und internationale der auch Webisodes genannten Webserien bietet die Seite www.webserien.blogspot.com.
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